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31.01.2006

T-Systems beklagt Datenengpass

Krankenkassen und der IT-Dienstleister haben das Datenvolumen für die elektronische Meldung der Sozialversicherungsbeiträge unterschätzt.

Einigen deutschen Unternehmen dürften Anfang Februar ihre Kontoauszüge einen gehörigen Schrecken eingejagt haben. Viele Firmen wollten von der "Sechstelungsregel" Gebrauch machen und den auf Ende Januar vorgezogenen Einzug der Sozialversicherungsbeiträge auf die kommenden sechs Monate verteilen, um Liquiditätsengpässen vorzubeugen. In der Vergangenheit mussten diese Beiträge erst 14 Tage nach Gehaltszahlung abgeführt werden.

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www.computerwoche.de/go/

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Doch aus dem Plan, die Januarzahlung zu stückeln, wurde in einigen Fällen nichts. Die "Null-Meldungen", mit denen die Firmen die Sechstelregelung beantragt hatten, kamen nicht an, berichtete der "Stern" online. Krankenkassen buchten den vollen Betrag der neuen Regel entsprechend am drittletzten Bankarbeitstag des Monats, also dem 27. Januar, von den Konten ab und stürzten damit das eine oder andere Unternehmen plötzlich in einen Liquiditätsengpass.

Schuld an der Misere war eine fehlerhafte Kapazitätsplanung bei T-Systems. Der IT-Dienstleister fungiert als so genannte Kopfstelle für die Ersatzkassen. Als solche sammelt T-Systems die Beitragsnachweise der Unternehmen ein und leitet sie an die entsprechenden Krankenkassen weiter. "Wir sind lediglich für die Datenweiterleitung verantwortlich", beschreibt T-Systems-Sprecher Stefan König den Auftrag des Dienstleisters. Nachdem seit Januar dieses Jahres alle Meldungen elektronisch erfolgen müssen, habe man sich mit den Kassenverantwortlichen zusammengesetzt, um die notwendigen Kapazitäten zu planen. Die Schätzungen von 30 bis 40 Prozent mehr habe T-Systems mit einem Puffer nach oben auf 50 Prozent ausgedehnt.

In den ersten Tagen der Abgabefrist, die vom 18. bis 26. Januar galt, seien keine Kapazitätsprobleme aufgetreten, berichtet König. Erst am 25. und 26. Januar sei das System in die Knie gegangen. Offenbar habe das Gros der Arbeitgeber bis zum Schluss mit der Abgabe der Beitragsnachweise gewartet. Dies habe zu einem Datenstau geführt. "Keiner konnte mit einer solchen Datenflut rechnen", weist König alle Schuld von sich. "Wir haben im Rahmen dessen, was wir wussten und machen sollten, Vorsorge getroffen."

Probleme nicht vorhersehbar

Schützenhilfe bekommt T-Systems von Andreas Prenneis, technischer Geschäftsführer des Software- und Systemhauses ISKV, das als IT-Dienstleister vieler Betriebskrankenkassen fungiert. Es brauche seine Zeit, die richtigen Bandbreiten und Rechenkapazitäten auszutarieren. Diese im Vorfeld exakt zu bestimmen sei praktisch unmöglich, da sich das Verhalten der Menschen nicht umfassend vorhersehen lasse. Bei ISKV seien keine Probleme aufgetreten, berichtet Prenneis. Allerdings habe man viel Arbeit in die Umstellung und Qualitätssicherung der Systeme stecken müssen. Auch auf Seiten der AOK habe es keine Engpässe gegeben, verlautete aus den Geschäftsstellen. Doch habe man auch hier viel Mühe damit gehabt, am 26. Januar alle Nachweise korrekt im System verbuchen zu können, berichtet ein AOK-Mitarbeiter aus Bayern.

Kassen versprechen schnelle Hilfe

Betroffen waren ausschließlich die Ersatzkassen, die mit T-Systems zusammenarbeiten. Hier ist man derzeit um Schadensbegrenzung bemüht. Jörg Bodanowitz, Sprecher der Deutschen Angestellten Krankenkassen (DAK), verspricht unbürokratische Hilfe: "Die betroffenen Unternehmen sollen sich in der nächsten Geschäftsstelle melden, und die DAK überweist das Geld zurück." Auch Thorsten Jakob, Sprecher der Barmer Ersatzkasse, kündigt schnelle Unterstützung an. Das Ausmaß der Fehlbuchungen lasse sich derzeit noch nicht abschätzen. Allerdings rechne er mit nur wenigen Fällen, da die Mitarbeiter in den Barmer-Geschäftsstellen angewiesen worden waren, im Zweifel mit den Firmen zu sprechen und von übereilten Abbuchungen abzusehen. (ba)