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03.04.2008 - 

Telekom-CEO Obermann kündigt Offshore-Partnerschaft an

T-Systems kooperiert mit Cognizant

Telekom-CEO Rene Obermann präsentierte auf der CeBIT errwartungsgemäß den US-amerikanischen Offshore-Spezialisten als Partner.

T-Systems betreibt ab sofort eine enge Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Offshore-Spezialisten Cognizant. Das gaben beide Unternehmen auf der CeBIT in Hannover bekannt. "Mit Cognizant haben wir unseren Wunschpartner gefunden", sagte René Obermann, CEO der Telekom. "Gemeinsam bieten wir einen Mix aus Offshore- und Onsite-Services sowie internationale Präsenz und eine ausgebaute Branchenkompetenz." Den guten Zugang der Telekom zur Automobil- und TK-Branche sowie zur öffentlichen Hand ergänzt Cognizant um Prozesswissen in der Finanz- und Medizinindustrie.

Grundlage der Kooperation ist eine detaillierte vertragliche Abstimmung aller gemeinsamen Aktivitäten. Darin werden die Rollen beim Kundenzugang und in der Servicebereitstellung definiert und Märkte nach Ländern und Branchen aufgeteilt. Bei der Betreuung der Bestandskunden bleibt alles beim Alten. Neukunden will man gemeinsam ansprechen und dabei jeweils eine Lieferantenbeziehung etablieren. Die Kooperation erstreckt sich ausschließlich auf System-Integrations-Services in Europa. Lediglich Kunden aus der Automobilbranche sollen weltweit gemeinsam adressiert werden. In der Regel wird Cognizant wohl der bevorzugte T-Systems-Partner für die Anwendungsentwicklung in Indien und anderen Offshore-Regionen. Doch auch T-Systems hofft durch die Zusammenarbeit auf einen Nachfrageschub im Kerngeschäft. Man werde den Cognizant-Kunden integrierte Telekom- und IT-Dienste anbieten, kündigte T-Systems-CEO Reinhard Clemens an.

Streit um Kunden, Umsätze und Erlöse fürchten die Partner nicht. "Entscheidend ist, was das Beste für den Kunden ist", beschwichtigte Zvezdana Seeger, Leiterin der SI-Sparte bei T-Systems. Wichtig für den Anwender sei eine nahtlose Integration der Teams. "Wir haben Prozesse und Strukturen etabliert, um schnelle Entscheidungen zu treffen", pflichtete Gordon Coburn bei, CFO von Cognizant.

"Faktisch haben wir ein Joint Venture ohne gesellschaftsrechtliche Verflechtungen", erläuterte Clemens. "Das Papier beschreibt detailliert die jeweiligen Rechte und Pflichten." Eine förmliche Option, die Partnerschaft zu einem späteren Zeitpunkt in ein Joint Venture zu überführen, gibt es nicht. Beide Unternehmen halten sich dafür jedoch eine Hintertür offen. "Man sollte niemals nie sagen", sagte Clemens.

Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Cognizant 1150 indische Mitarbeiter von T-Systems in Indien. Dieser Transfer soll die Kosten der bisherigen Offshore-Projekte, die der deutsche IT-Dienstleister bislang mit den indischen Kollegen betrieben hat, um 30 Prozent reduzieren. Die etablierten Betriebsabläufe von Cognizant machen das möglich. "Die Durchdringung von Offshore-Services in Europa beläuft sich zurzeit auf weniger als zwei Prozent. Wir bieten den Kunden enorme Möglichkeiten, auf globale Ressourcen zuzugreifen", kündigte Cognizant-CEO Francisco D´Souza an.

Neben dem Zugang zu Offshore-Ressourcen hilft Cognizant dem Partner auch in der globalen Aufstellung weiter. Insbesondere in den USA entwickelte sich die mangelnde Präsenz zu einem Problem für die Telekom-Tochter. T-Systems konnte die Schwestergesellschaft T-Mobile USA bislang nicht mit IT-Diensten versorgen. Hier behält sich T-Systems zwar den exklusiven Kundenzugang vor. Die Projekte wird künftig jedoch Cognizant betreiben.

Über die Auswirkungen der Kooperation auf die hiesige Belegschaft machten die Partner keine detaillierten Angaben. In der neuen Konstellation sind vor Ort vor allem Mitarbeiter im Vertrieb und Projekt-Management sowie in Beratung, Konzeption und Design gefragt. Die Anwendungsentwicklung wird künftig in Indien und China betrieben. Was das für rund 3500 Softwareentwickler in Deutschland bedeutet, ließen Clemens und Obermann offen. "Es gibt Restrukturierungsbedarf sowohl bei T-Systems als auch bei der Telekom. Wir werden den Prozess mit den Sozialpartnern abstimmen", betonte Obermann. "Der Markt wird entscheiden. Je erfolgreicher wir sind, desto geringer ist der Anpassungsbedarf", versprach Clemens (jha)