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24.06.2015 - 

IT-Service-Markt

T-Systems und HP leiden unter Fokus auf Infrastruktur-Services

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Das Feld der größten IT-Dienstleister in Deutschland führen weiter etablierte Anbieter wie IBM, T-Systems, Hewlett-Packard und Atos an. Marktanteile gewinnen vor allem Unternehmen, die nicht am klassischen Outsourcing hängen - und indische Provider.

Nach Angaben des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens PAC haben vor allem solche Anbieter Schwierigkeiten sich neu zu orientieren, deren traditionelles Geschäftsmodell in großen Teilen auf klassischem Infrastruktur-Outsourcing beruht. Dazu zählen auch Unternehmen aus der Spitzengruppe, also T-Systems, HP und Atos.

Neue Outsourcing-Verträge bringen weniger ein

Diese IT-Service-Provider stehen den Analysten zufolge unter starkem Kostendruck, weil auslaufende Outsourcing-Verträge nur noch mit großen Preisnachlässen in die Verlängerung gehen. Regelmäßig müssten die Provider deutlich zweistellige Umsatzeinbußen pro erneuertem Vertrag hinnehmen.

Im deutschen Markt für IT-Dienstleistungen besetzen mit IBM, T-Systems und HP die Altbekannten das Treppchen. Wachstum erzielen jedoch andere: Unter den Topten sind das Accenture, Capgemini und Arvato.
Im deutschen Markt für IT-Dienstleistungen besetzen mit IBM, T-Systems und HP die Altbekannten das Treppchen. Wachstum erzielen jedoch andere: Unter den Topten sind das Accenture, Capgemini und Arvato.
Foto: PAC

Mittlerweile beinhalten viele Abkommen zudem Benchmark-Klauseln, die Preisanpassungen während der Vertragslaufzeit vorsehen. Diese Abschläge mit Neugeschäft etwa im Cloud-Markt aufzufangen, ist ein enormer Kraftakt. Der bei den meisten Providern eingeleitete Wechsel in der Geschäftsstrategie braucht offenbar viel Zeit, bis er wirksam wird.

Den Preisdruck verursachen vor allem die Anbieter aus Indien und anderen Offshore-Regionen. Sie setzen die etablierten Provider mit ihren weltweiten Delivery-Kapazitäten enorm unter Druck und konnten im vergangenen Jahr auch in Deutschland überdurchschnittliches Wachstum erzielen.

Infosys schafft Sprung in die Top-20

Mit Infosys rückt erstmals ein indisches Unternehmen in PACs Top-20-Liste der IT-Dienstleister in Deutschland vor. Das Unternehmen legte beim Umsatz um 33 Prozent zu und konnte sich damit um neun Ränge auf Platz 19 verbessern. Hilfreich war dabei sicherlich der verbesserte lokale Auftritt, den sich das Unternehmen mit der Übernahme des schweizerischen Beratungshauses Lodestone im Jahr 2012 erkauft hat. Aber auch der zweitgrößte indische Provider im deutschen IT-Servicemarkt wächst dynamisch. Tata Consultancy services (TCS) legte ebenfalls deutlich zweistellig zu und sprang auf Platz 26 vor.

Der Gesamtmarkt für IT-Services in Deutschland ist im vergangenen Jahr um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. In der Liste der größten Anbieter Deutschlands konnten unter anderem Accenture und Capgemini ihre Einnahmen überdurchschnittlich verbessern. Beide haben - anders als das Spitzenquartett - ihren Geschäftsschwerpunkt in der Vergangenheit nicht auf das Infrastruktur-Outsourcing gelegt und waren daher vom enormen Preisdruck in diesem Geschäft nicht so stark betroffen.

Übernahme hilft NTT Data

Signifikantes Wachstum konnten ansonsten Unternehmen erzielen, die entweder zugekauft haben oder einen der wenigen Big Deals in Deutschland abschließen konnten. Bei NTT Data hat beispielsweise die mehrheitliche Übernahme der Gisa GmbH, Halle, durch das Tochterunternehmen Itelligence das Umsatzwachstum beschleunigt. Die Finanz Informatik verzeichnete einen Erlössprung nach einem großen Outsourcing-Abkommen mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Insgesamt erlebt der Markt insbesondere unter den traditionellen Betriebsdienstleistern eine Phase der Neuorientierung. Der vielerorts eingeleitete Ausbau der globalen Delivery-Kapazitäten als Antwort auf die indischen Herausforderer war dabei nur ein Baustein. Größere Hoffnungen setzen die Anbieter in die Erweiterung ihrer Geschäftsmodelle durch neue Dienste, etwa im Cloud-Geschäft, sowie in die weitere Automatisierung des IT-Betriebs. Damit reagieren sie auch auf das preisbewusste Einkaufsverhalten der Kunden, die gerade im Segment der Commodity-Leistungen besonders intensiv nach Sparpotenzial Ausschau halten. (hv)

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