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11.09.1987 - 

Betriebsrat trauert "Mitbestimmungskultur" aus VW-Zeit nach, aber:

TA AG ist spätestens 1988 über den Berg

11.09.1987

NÜRNBERG (vwd) - Der Betriebsrat der TA Triumph-Adler AG, Nürnberg, sieht die Sanierung der im September 1986 vom italienischen Olivetti-Konzern übernommenen früheren VW-Tochtergesellschaft aus Arbeitnehmersicht als beendet an. Wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Paul Ruppert sowie der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Dieter Klaus, in Nürnberg erklärten, muß TA-Vorstandsvorsitzender Francesco Tato nun beweisen, "daß er nicht nur entlassen kann".

Von dem am 11. September in München von einer außerordentlichen Hauptversammlung zu beschließenden Beherrschungsvertrag durch Olivetti befürchtet der Betriebsrat ein Abrücken von der ursprünglich zugesicherten Eigenständigkeit innerhalb des Konzerns. Nach seinen Vermutungen geht es dabei nur am Rande um die Zusicherung der Verlustübernahme bei TA durch Olivetti, was auch ohne Vertrag unternehmenspolitisch erfolgt wäre. TA hatte bei Bekanntgabe des Beherrschungsvertrages darauf hingewiesen, daß dadurch das Vertrauen der Kunden in die Leistungskraft bestärkt und Spekulationen beendet werden sollen.

Die TA-Mitarbeiterzahl hat sich den Angaben zufolge in den ersten sieben Monaten 1987 in der AG um rund 20 Prozent oder 1352 Mitarbeiter auf 5406 verringert. Dabei kam es zu rund 200 Entlassungen; der Rest entfiel auf freiwillige Austritte oder Eigenkündigungen. Etwa 20 Millionen bis 25 Millionen Mark seien an Sozialplanleistungen aufgewendet worden. Für weitere 600 Verträge seien Austrittsvereinbarungen getroffen worden. Ob der Personalabbau damit abgeschlossen ist, sei noch offen.

Laut Ruppert werden bei TA die Sanierungsanstrengungen sichtbar. Nachdem 1986 bei 884 Millionen Mark Umsatz der Jahresfehlbetrag bei 258 Millionen Mark gelegen hatte, falle der Verlust 1987 "erheblich geringer" aus. Spätestens 1988 sei TA "über den Berg".

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ruppert beklagte den Wandel in der "Mitbestimmungskultur" vom ehemaligen Eigentümer Volkswagenwerk zu Olivetti. So möchte der Vorstand nunmehr den Katalog der durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtigen Geschäfte ändern, wodurch sich die Arbeitnehmervertretung von Informationen abgeschnitten sieht. Nicht mehr zustimmungspflichtig sein sollen danach unter anderem größere Investitionen sowie Angelegenheiten der Beteiligungsgesellschaften, worunter auch das umsatzstarke US-Geschäft fällt.