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08.06.1984 - 

Nach Forderungsverzicht der VW-Mutter zwar ausgeglichene Bilanz, aber:

TA mit Computern noch nicht über dem Berg

NÜRNBERG (CW) - Weiterhin glücklos ist Dr. Peter Niedner, Vorstandsvorsitzender der Triumph-Adler AG, im DV-Geschäft. "Alles, was unter den Begriff Computer fällt, ist noch ein Problem." Und dieses Problem werde Triumph-Adler "noch mindestens bis 1985 plagen", räumte Niedner auf der Bilanz-Pressekonferenz der VW-Tochter in Nürnberg ein.

"Bei Computern beziehungsweise Systemmaschinen ist der Konsolidierungsprozeß noch nicht abgeschlossen", klagte der TA-Chef über die Ertragslage. Zudem müsse er sich über die Chip-Preise und Lieferschwierigkeiten ärgern. Die seien "unanständig". Dagegen verzeichneten die Nürnberger Büro- und Informationstechniker im Geschäft mit elektronischen Schreibmaschinen und Kopierern ein "deutliches Plus".

Das Pech mit den Computern spiegelt sich in den Umsatzrelationen wider. Gemeint ist der Konzernumsatz der sich 1983 geringfügig um drei Prozent auf 2,025 Milliarden Mark erhöhte. Obwohl der nach eigenen Angaben größte deutsche Mikrocomputer-Hersteller bei Mikros regional beachtenswerte Umsatzzuwächse verzeichnen konnte, sackte der Anteil der gesamten Computersparte von 28 Prozent auf 22 Prozent. Im Vergleich dazu legten Kopierer auf 28 (24) Prozent zu, während Büromaschinen und Consumerproducts sich mit 38 (40) Prozent wenig veränderten und Zubehör auf 12 (18) Prozent abnahm.

Über den Beitrag der einzelnen Computer-Modellreihen zum Umsatz wollte sich Niedner nicht auf absolute Zahlen einlassen und nur Prozente nennen: plus 44 Prozent im deutschen Mikro- und plus 16 Prozent im deutschen Computergesamtgeschäft; minus 7,5 Prozent in Europa und minus 18 Prozent bei den US-Töchtern Pertec Corp. und Pertec Peripherals. Zahlentüftlern könnten in diesem Zusammenhang die Produktionsziffern von der Alphatronic-Modellreihe Aufschluß geben: 8000 im vergangenen Jahr, 10 000 sollen es 1984 sein. Und hier wies Niedner noch auf die TA-PCs hin, die in Japan gefertigt werden und bei denen es wegen Chip-Mangel Lieferschwierigkeiten geben soll: 30 000 sind für dieses Jahr geplant.

Eine wesentliche Rolle dürfte im TA-Geschäft der Dollar gespielt haben: Der US-Anteil des TA-Umsatzes kletterte auf 58 (54) Prozent, während der AG-Part am Gruppenumsatz auf 40,6 (41,8) abnahm. Niedner kommentierte dies so: "Aufgrund konjunktureller Faktoren und wegen des verstärkten Preisverfalls in einigen europäischen Ländern mußte die AG einen Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 823 Millionen Mark hinnehmen." Allerdings konnte TA in deutschen Landen auf 43 nach 38 Prozent AG-Umsatzanteil zulegen.

Ebenfalls minimal verbesserte sich die Gesamtleistung der AG, nämlich um 2,1 Prozent auf 864,4 Millionen Mark, während sich der Rohertrag deutlich um 7,5 Prozent auf 406,8 Millionen Mark verschlechterte. Etwas verwirrend wirkt die Pressemitteilung zur Verlustsituation: "Das Gruppenergebnis der Triumph-Adler-Gruppe wurde 1983 deutlich verbessert. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Jahresfehlbetrag um 85 Millionen verringert werden. Nach einem Forderungsverzicht des Hauptaktionärs, der Volkswagenwerk AG, in Höhe von 50 Millionen Mark, ergibt sich somit ein Überschuß von einer Million Mark." Und: "Bei der Triumph-Adler AG ging der Jahresfehlbetrag auf 0,2 Millionen Mark (Vorjahr minus 9 Millionen Mark) zurück."

"Bereinigt um den Forderungsverzicht der Volkswagenwerk AG in Höhe von 50 Millionen Mark (1982: 100 Millionen Mark) errechnet sich 1983 ein Jahresfehlbetrag von 50,2 Millionen Mark gegenüber einem Minus von 1,8 Millionen Mark im Vorjahr." Im Klartext wurde in der Gruppe ein Verlust von 49 Millionen Mark mit dem Forderungsverzicht des Hauptaktionärs VW über 50 Millionen Mark ausgeglichen. Der Forderungsverzicht wirkte sich auch bei der AG aus, die dadurch mit einem Jahresfehlbetrag von 0,2 Millionen Mark abschloß.

In der Gewinn- und Verlustrechnung der AG wird der Bilanzverlust 1983 mit 284,89 (284,71) Millionen Mark ausgewiesen. Ergänzend hierzu nannte ein Vorstandssprecher den Gewinn/Verlust je Aktie: minus 74 Mark in 1984, plus 4 in 1982 und minus 9 in 1983.

In den ersten vier Monaten konnte TA ein zweistelliges Umsatzplus verbuchen: 12 Prozent. Diese Tendenz wird sich nach Auffassung des TA-Chefs verstärkt fortsetzen.