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14.12.1990 - 

Morezzi zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt:

TA-Vorstand kann Entlassungen nicht mehr gänzlich ausschließen

MAILAND/NÜRNBERG (vwd/ CW) - Die deutsche Olivetti-Tochter Triumph-Adler ist offenbar auch von der Krise der italienischen Mutter in Mitleidenschaft gezogen worden.

Neben der Berufung von Ettore Morezzi zum neuen Vorstandsvorsitzenden kündigte der TA-Vorstand wegen "rezessiver Anzeichen im europäischen Ausland" an, daß "mit Personalabbau zu rechnen" sei.

Der Wechsel an der Spitze des Nürnberger Unternehmens wurde während einer Aufsichtsratssitzung am 30. November 1990 beschlossen.

Der neue Vorstandsvorsitzende Ettore Morezzi (54) hat den bisherigen TA-Chef Johannes Reiling mit Wirkung zum 1. Dezember 1990 abgelöst. Reiling scheidet ganz aus dem Vorstand aus, um sich, wie es in einer Erklärung des Unternehmens heißt, "ausschließlich der Aufgabe der Geschäftsführung der TA-Olivetti in Frankfurt widmen zu können".

Morezzi ist seit 1961 für die Olivetti-Gruppe tätig. Bereits im November vergangenen Jahres wurde er zum Verwaltungsrats-Vorsitzenden der Olivetti-Technology-Gruppe ernannt. Im Oktober dieses Jahres löste er Francesco Tatò als Leiter des Geschäftsbereichs Olivetti Office ab, zu dem auch TA gehört.

Allerdings ist die Ernennung von Morezzi nicht unumstritten. Zumindest die Arbeitnehmer-Vertreter enthielten sich bei der Wahl durch den Aufsichtsrat der Stimme. Er erhielt sieben von zwölf Stimmen und verfehlte damit im ersten Wahlgang die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit.

Der Betriebsrat der Triumph-Adler AG versuchte sich auch gegen einen weiteren Stellenabbau zur Wehr zu setzen, indem er den Vorstand aufforderte, eine Arbeitsplatz-Garantie abzugeben. Die Arbeitnehmer-Vertreter reagierten damit auf angebliche Ankündigungen von Olivetti, wonach im Zuge der geplanten Entlassungen bei der italienischen Mutter auch bei TA 600 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen (siehe auch CW Nr. 49 vom 7. Dezember 1990, Seite 5: "TA dementiert Gerüchte über bevorstehende Entlassungen"). Der Vorstand sah sich jedoch nicht in der Lage, die geforderte Garantie abzugeben.

TA-Vorstandsmitglied Dieter Poleska sagte in diesem Zusammenhang vor der Presse: "Die Vorgaben der italienischen Muttergesellschaft verfolgen das Ziel, alle Geschäftsbereiche nach ihren Wachstumschancen zu durchleuchten."

In den ersten Monaten des nächsten Jahres soll deshalb die Marktentwicklung genau analysiert werden. Erst wenn die Ergebnisse dieser Studie vorlägen, könne eine Entscheidung über das Ausmaß des Stellenabbaus getroffen werden. "Der TA-Vorstand wird das Budget unter Berücksichtigung des Vorhergesagten und der Unternehmensziele erstellen, wobei mit Personalabbau zu rechnen ist", hieß es lapidar in einer schriftlichen Erklärung des Konzerns. Frühestens im Februar nächsten Jahres will man konkreter werden. Sicher sei bisher lediglich, daß nicht nur Teilbereiche des Unternehmens von eventuellen Maßnahmen betroffen sein würden, sondern die gesamte TA-Gruppe.

Bei Olivetti in Ivrea wissen die Arbeitnehmer hingegen, woran sie sind: Nachdem die italienische Regierung die beantragte Vorruhestands-Regelung abgelehnt hatte, wird der DV-Konzern zum 4. Januar 1991 in Italien 2800 Beschäftigte entlassen. Insgesamt sollen im nächsten Jahr 4000 Leute das Unternehmen verlassen.