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13.01.1995

Taiwan und Korea liefern nicht mehr nur Low-class-Produkte Die DV-Branche hat Asien als neuen Absatzmarkt entdeckt

TAIPEH (IDG) - In Asien ist im letzten Jahr einiges in Bewegung geraten. Steigende Einkommen und die Oeffnung zur Marktwirtschaft machen den Kontinent fuer westliche DV-Anbieter nun auch als Absatzmarkt interessant. Das Geschaeft mit den hochwertigeren Produkten bleibt allerdings nicht nur dem Westen und Japan vorbehalten. Die taiwanischen und koreanischen Hersteller arbeiten daran, ihr Image als Billigproduzenten einfacher Komponenten abzulegen.

"Jeder, der es auf den grossen Maerkten wie den USA zu nichts gebracht hat, kommt nach Asien", kommentiert Robert McFarland, der fuer AST Research Inc. in Hongkong ansaessige Vice-President fuer die Asien-Pazifik-Region und den Mittleren Osten, den Drang der IT- Anbieter auf den asiatischen Markt. Doch in einer Region, deren Potential dieses Jahr auf acht Millionen PC-Einheiten geschaetzt wird, engagieren sich beileibe nicht nur die Verlierer. Auch Branchengroessen wie Microsoft machen den Schritt in den anderen Kontinent. So schafften es Bill Gates und sein Executive Vice- President Steve Ballmer nach zaehen Verhandlungen mit dem Ministerium fuer Elektronikindustrie in Peking, die Erlaubnis fuer den Verkauf einer chinesischen Version von Windows 95 zu erhalten.

Asiens fuehrende Koepfe koennen es kaum erwarten, moderne Kommunikationsverbindungen zur restlichen Welt aufzubauen. Voller Enthusiasmus meldete die Post- und Telekommunikationsbehoerde in Peking einen Bedarf an IP-Adressen fuer den Internet-Zugang an, der ungefaehr der derzeit in Europa genutzten Menge entspricht - und das, obwohl nur knapp ueber ein Prozent der weltweit installierten PCs in China stehen.

Die starren Bestimmungen in manchen asiatischen Staaten behindern in bezug auf die IuK-Technik allerdings den schnellen Anschluss an das Niveau der westlichen Welt, hinzu kommen die Monopole auf dem Telekommunikationssektor. Aus- und inlaendische Telecom-Unternehmen wollten 1994 in Indien drei Milliarden Dollar ausgeben, um die spaerliche Telefoninfrastruktur des Landes auszubauen. Aber die Investition haette das nationale Telefonmonopol ins Wanken gebracht - deshalb bruetet die Regierung immer noch ueber den Angeboten. Manche asiatischen Laender, allen voran China und Indien, stellen den westlichen IT-Anbietern auch hohe Huerden in Form von Einfuhrzoellen in den Weg, die in China zum Beispiel 32 Prozent betragen.

Presse weckt Lust auf PCs und das Internet

Das Know-how der asiatischen Bevoelkerung in Sachen Informationstechnologie ist vor allem im letzten Jahr gewachsen. Dazu trug auch die Presse bei, die den Kontinent mit einer Flut von Artikeln ueber PCs und das Internet ueberschwemmte. So erschien im Herbst 1994 die japanische und damit erste nicht- englischsprachige Version des Kult-Magazins "Wired". Wie gross das Interesse ist, konnte John Floisand, President von Apple Pacific, bei der Eroeffnung des ersten Publishing-Centers in China feststellen. "Die Leute kletterten auf Baeume und standen auf den Autos, nur um einen Blick nach innen erhaschen zu koennen", erinnert er sich.

Die wachsende Bedeutung der Informationstechnik wirkt sich allerdings nicht nur auf der Nachfrageseite aus. Auch die asiatische Industrie versucht, ihre Marktposition als Anbieter von IT-Equipment zu verbessern. Taiwan oder Korea stellen laengst nicht mehr nur einfache Waren der unteren Preiskategorie her. So haben die koreanischen Anbieter von Aktiv-Matrix-LCDs im letzten Jahr den Anschluss zu den japanischen Marktfuehrern geschafft. Die taiwanischen Chipproduzenten fertigen neuerdings hochwertigere DRAM-Bausteine. "Taiwan ist aufgewacht", bemerkt Shigeki Matsue, Vice-President im Halbleiterbereich der japanischen NEC Corp.

Die Ambitionen der chinesischen Insulaner machen bei den Speicherchips nicht halt. Mit den in der 486SX-Kategorie angesiedelten U5-Serie lieferte zum Beispiel die United Microelectronics Corp. als erster asiatischer Hersteller x86- kompatible Prozessoren.

Der steigende Yen war vermutlich einer der Gruende, warum einige japanische Anbieter im letzten Jahr dazu uebergingen, komplette Systeme in Taiwan oder Korea einzukaufen. NEC outete sich, von der First International Computer Inc. monatlich rund 10 000 in Taiwan hergestellte Notebooks zu beziehen. Digital Equipment hat der Nachrichtenagentur "vwd" zufolge ein Joint-venture-Abkommen mit der Hunan Computer Factory, Hongkong, geschlossen. Im ersten gemeinsamen Schritt will DEC anwenderspezifische Schaltungen (ASICs) entwickeln, die in von Hunan konfigurierten chinesischen Textterminals eingesetzt werden.

Das beste Beispiel fuer die steigende Akzeptanz asiatischer IT- Produkte auf dem Weltmarkt liefert jedoch die taiwanische Acer- Gruppe, die der Marktforschungsgesellschaft IDC zufolge 1994 erstmals in den Top-Ten-Listen der weltweit und in den USA fuehrenden PC-Anbieter auftauchte.