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30.06.1995

Taligent-Arbeit zeigt marktreife Fruechte IBM gibt bald das erste Release der Common-Point-Klassen frei

MUENCHEN (CW) - Was lange waehrt, wird endlich gut: Die IBM will ihr 1.1-Release der Taligent-Entwicklungsumgebung "Common Point" ab Ende Juli dieses Jahres ausliefern. Betatester des Produkts zeigen sich positiv ueberrascht.

Common Point, das aus mehr als 100 Anwendungs-Frameworks, einer Sammlung aus Objekten und Klassen zur Entwicklung und Verteilung von Applikationen besteht, soll zum Preis von 1500 Dollar zu haben sein und auf dem Unix-Betriebssystem AIX 4.0 laufen. Auf dieser Plattform wurde die Umgebung entwickelt. Spaeter werde es auch OS/2-Varianten geben. Entwicklungswerkzeuge sollen Common Point ergaenzen. Bestandteil des Entwicklungssets ist unter anderem "CP Construction", womit sich grafische Benutzeroberflaechen erstellen lassen.

Zusammen mit den Common-Point-Frameworks und inklusive eines inkrementellen C++-Compilers kostet das komplette Set etwa 6000 Dollar. Allerdings benoetigen Entwickler, so die CW- Schwesterpublikation "Network World", ausserdem noch das IBM-C++- Tool "Cset++" fuer rund 1800 Dollar. Nach Angaben von Taligent-CEO Joe Guglielmi brauchen die Frameworks 30 bis 40 GB Plattenplatz.

Die Taligent Inc. wurde als Joint-venture vor etwa drei Jahren von IBM, Apple und Hewlett-Packard gegruendet. Es dauerte jedoch ungefaehr sieben Jahre, bis nun ein Referenzsystem von Common Point an die Investoren ausgeliefert werden konnte. Zunaechst hatte bei dem Gemeinschaftsprojekt ein Microkernel-basiertes Betriebssystem im Vordergrund gestanden. Die Idee eines solchen, zudem komplett objektorientierten Betriebssystems wurde erst kuerzlich offiziell fallengelassen (siehe CW Nr. 22 vom 2. Juni 1995, Seite 4). Inzwischen arbeitet Taligent an einer Windows-NT- sowie an einer Windows-95-Variante der Anwendungs-Frameworks.

Trotz aller Schwierigkeiten waehrend des Entstehungsprozesses von Common Point wird das fertige Produkt von ersten Anwendern offenbar hoch gelobt. So zitiert die CW-Schwesterpublikation "Network World" Jeff Jurvis, Senior Analyst bei dem in Minneapolis beheimateten Betatester American Express Financial Advisors: "Die Common-Point-Frameworks - und ich uebertreibe nicht - sind brillant; sie decken genau die technische Infrastruktur ab, die wir benoetigen. Unsere Entwicklungsumgebung muss leicht anpassbar und entwicklungsfaehig sein." Als die Originalanwendung entstanden sei, habe sein Entwicklungsteam sechs Monate gebraucht und 100 neue Objekte gestalten muessen. Mit Common Point bedurfte es lediglich eines Zeitraums von sechs Wochen und 33 neuer Objekte.