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18.04.1986 - 

Fehlertolerantes Konkurrenzprodukt zu Big Blues High-End-Linie:

Tandem baut Nonstop-Serie am oberen Ende aus

FRANKFURT (ad) - Mit der Nonstop VLX stellte die deutsche Tandem Computers jetzt einen Mainframe vor, der das obere Ende der Nonstop-Produktlinie darstellt und - laut Analysten - als direktes Konkurrenzprodukt zur High-End-Reihe der IBM angesehen werden kann. Der Großrechner, der auf VLSI-Basis entstand, kann im praktischen Betrieb per Diagnose-Expertensoftware auf Fehler hin untersucht und analysiert werden. Ausgeliefert werden soll das System im zweiten Halbjahr 1986, der Preis beträgt rund 3,6 Millionen Mark.

Mit der neuen Maschine bleibt Tandem dem Konzept der Transaktionsverarbeitung treu. Das VLX-System, softwarekompatibel mit den Nonstop-Modellen II, EXT und TXP, wurde mit neuen bipolaren Prozessoren (MCA 2800 ALS) auf Basis des ECL/TTL-Gate-Arrays bestückt, die Tandem gemeinsam mit Motorola entwickelte. Diese VLX-Prozessoren arbeiten mit den Peripheriegeräten und der hauseigenen Software zur Transaktionsverarbeitung und sollen etwa den doppelten Durchsatz erzielen wie ein ähnlich ausgestattetes Nonstop-TXP-System, das als bislang leistungsstärkstes Gerät innerhalb der Tandem-Familie offeriert wurde. Dabei erwähnt der Frankfurter Anbieter eine Kosteneinsparung von rund 30 Prozent pro Transaktion. Die VLX läuft unter dem hauseigenen Betriebssystem Guardian 90XF und unterstützt die relationale Datenbanksoftware Encompass unter Einschluß der TMF-Software (Transaction Monitoring and protection Facility) für zentrale und dezentrale DBs.

Unter Benutzung der Standardsoftware mit allen Funktionen leistet die Basiskonfiguration des VLX-Systems Tandem zufolge 40 bis 50 ET1-Transaktionen pro Sekunde (Standardtransaktion aus dem Bankenbereich) bei einer durchschnittlichen Antwortzeit von eineinhalb Sekunden.

Die Wartungspreise für die neuen VLX-Prozessoren sollen um etwa 50 Prozent unter den Wartungspreisen der bereits bekannten Prozessoren liegen, sofern der Kunde sich für Fernwartung entscheidet. Ermöglicht werden die reduzierten Wartungskosten durch die neue Technik der VLX-Prozessoren in Verbindung mit einem neuen, fehlertoleranten Diagnosesystem namens Check. Neben der Hardware-Unterstützung für die Ferndiagnose überwacht Check auch hardwaremäßig intern die Systemfunktionen und arbeitet mit einer neuen Diagnose-Expertensoftware von Tandem, die Fehler sucht und analysiert.

Die Basiskonfiguration der VLX besteht aus vier Prozessoren, einem 32-MB-Zentralspeicher, einem 2,7-GB-Plattenspeicher, vier 5-MB-Ein-/Ausgabe-Kanälen, Platten und Bandsteuereinheiten sowie einem 200-ips-(Zoll pro Sekunde)-Magnetband und dem fehlertoleranten Diagnosesystem.

Jede der mindestens vier VLX-Zentraleinheiten eines Tandem-Systems besteht aus zwei Einschubplatinen mit insgesamt 31 Gate-Arrays, was der Hälfte der in dem Vorgängermodell TXP verwendeten Anzahl entspricht.

Eine neue Methode der Umgehung fehlerhafter Komponenten nutzen die VLX-Prozessoren und erreichen zusammen mit den VLSI-Gate-Arrays laut Anbieterangaben eine dreimal bessere Standzeit als konventionelle Prozessoren. Im Speicher werden einzelne Bit-Fehler korrigiert und Doppelbit-Fehler erkannt; im Adressierungsfeld werden einzelne fehlerhafte Bits erkannt.

Eine 65prozentige Leistungssteigerung im Vergleich zu früheren Systemen erreichte Tandem nach eigenen Angaben durch die Kopplung der Prozessoren über einen neuen Hochgeschwindigkeits-Interprozessorbus mit einer Gesamtdurchsatzrate von 40 MB pro Sekunde.

Als Zielmärkte sieht das Unternehmen transaktionsorientierte Anwendungen speziell in Bereichen wie Computer Integrated Manufacturing (CIM), Telekommunikation und Nachrichtenwesen, Banken und Kreditinstitute, große Point-of-Sale-Applikationen sowie Platzreservierungen bei Fluglinien.