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NonStop-Systeme-Hersteller hat sich zuviel versprochen:


17.12.1982 - 

Tandem muß Ergebnis nach unten revidieren

CUPERTINO/FRANKFURT (nw) - Zu "lax" (Originalton) handhabte die wachstumsverwöhnte Tandem Computers Inc. ihre Buchführung in Cupertino. Dies rächte sich nun: Die schon veröffentlichten Jahresergebnisse 1982 zum 30. September müssen nach unten revidiert werden. An Einnahmen erzielte der Hersteller ausfallgeschützter Systeme 24 Millionen Dollar weniger, und die Gewinne wuchsen auch nicht um die ursprünglich angegebenen 40.5 Prozent, sondern nur um 12,5 Prozent.

Noch im vergangenen Jahr sah die Tandem-Welt ganz anders aus. Damals strahlte das Unternehmen über einen Umsatzzuwachs von 91 Prozent auf 208,4 Millionen Dollar. Bei den Gewinnen verbuchte man gar einen Anstieg um 148,5 Prozent und machte damit 26,5 Millionen Dollar.

Daß die Ergebnisse nun nicht weiter so steigen, mochte Tandem wohl nicht glauben. Doch statt der erhofften 335,9 Millionen wurden in Cupertino nur 312,1 Millionen Dollar eingenommen (plus 49,8 Prozent), und die Gewinne stiegen auch nicht auf die zunächst veröffentlichten 37,3 Millionen Dollar, sondern nur auf 29,9 Millionen.

Wie es überhaupt zu solchen Zahlenspielereien kommen konnte, erklärt die deutsche Tochter mit seit kurzem geänderten Richtlinien: Früher habe nämlich ein Auftrag auch als Umsatz gezählt, solange die Maschine bis zum 30. September Mitternacht das Werk verlassen hätte und dann auch innerhalb von zwei Monaten beim Kunden installiert gewesen wäre.

Doch die Kunden wollen nicht mehr so recht: Es gibt zeitliche Verzögerungen bei der Auslieferung, die Tandem-Boß James G. Treybig zufolge die Hauptursache für die Notwendigkeit lieferte, die Ergebnisse zu revidieren. In der Zwischenzeit habe sich ein anderes ökonomisches Umfeld ergeben. Die Kunden investierten zurückhaltender, und Tandem könne jetzt mit seinen sechs Fertigungsstätten in den USA und in Europa auch termingerecht den Bestellungen nachkommen. So hält es Treybig jetzt für angebracht, einen "konservativeren" Ansatz zu wählen und die Buchführungsrichtlinien strenger zu gestalten. Insgesamt lieferte Tandem im Geschäftsjahr 1982 eigenen Angaben zufolge 1686 Rechner aus, was einer Ausweitung der installierten Basis um 67 Prozent entspreche. Beschäftigt waren dabei 3821 Mitarbeiter in 16 Ländern. Zum 30. September 1981 arbeiteten 2730 Mitarbeiter in 14 Ländern für den DV-Hersteller.

Insgesamt investierte Tandem im abgelaufenen Geschäftsjahr 33 Millionen Dollar für Forschung und Entwicklung und gab 63 Millionen Dollar für neue Geräte und Gebäude aus.