Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.05.1996 - 

Zusammenarbeit mit Microsoft bekanntgegeben und Intel-Server präsentiert

Tandem stellt Weichen für eine Wintel-Zukunft

Mit Microsoft haben die Kalifornier eine Allianz geschlossen, deren Ziel es ist, Tandems Middleware "Nonstop Serverware" und die auf Routern basierende Verbindungstechnologie "Servernet" an Microsofts NT-Server-Plattform anzupassen. Im Gegenzug will die Gates-Company Tandems Technologien mit den APIs für die Cluster-Software "Wolfpack" unterstützen.

Darüber hinaus wird der Marktführer im Bereich fehlertoleranter Systeme in diesem Sommer einen Server mit Intel-CPU unter NT auf den Markt bringen.

Die Kooperation zwischen Microsoft und Tandem wie auch der Einstieg in die Intel-Welt bedeuten einen grundsätzlichen Richtungswechsel in der Produktphilosophie: Neben den proprietären Himalaya-Systemen bot Tandem seit viereinhalb Jahren vor allem Maschinen an, die mit der RISC-CPU von Mips und unter Unix arbeiten. Mittlerweile läuft die komplette Tandem-Hardware auf Mips-RISC-Prozessoren der Silicon-Graphics-Tochter Mips Technologies Inc.

Laut Michael Weilbacher, Geschäftsführer der Tandem Computers GmbH, Frankfurt am Main, bereitet die Company den Wechsel von der Unix-Mips- auf die NT-Intel-Plattform vor: "Gemäß einem Beschluß unseres US-Aufsichtsrates wird sich Tandem verstärkt im NT-Markt engagieren." Aus den Erfahrungen mit Unix habe das Unternehmen gelernt.

Seinerzeit habe man den Unix-Markt fast verschlafen, große Umsätze seien in diesem Umfeld nie erzielt worden. Dies wolle man bei NT von Beginn an anders anpacken. Deshalb verpflichte man sich voller Überzeugung und sehr konzentriert auf den NT-Markt. Hier wolle man die Nummer eins oder zwei werden.

Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang der Server, den Tandem im Juni offiziell ankündigen wird. Er arbeitet mit einer Intel-CPU unter NT. Vermutungen, ê la longue werde Tandem weitere Intel-Maschinen nachschieben, der neue Server sei somit Tandems Einstieg in den Ausstieg aus seiner Mips-basierten Rechnerlinie, kommentierte Weilbacher mit den Worten: "Auf lange Sicht denkt Tandem darüber nach. Wir werden eine NT-Technologie haben, die auch für den High-end-Bereich konzipiert ist."

In zwölf Monaten High-end-NT-Rechner

Heute setze man vor allem auf die Himalaya-Rechner mit der Nonstop-SQL-Datenbank. In Zukunft werde Tandem zwei Rechnerlinien auf dem gleichen Niveau anbieten, die auch miteinander kommunizieren könnten. Die Spekulation, daß mit einer Architekturablösung zu rechnen sei, bestätigte Weilbacher: "Über die Zeit auf jeden Fall." Den Nonstop-Kernel werde man zwar weiter pflegen, innerhalb von zwölf Monaten sei aber mit einem High-end-Rechner im NT-Bereich zu rechnen.

Im Nonstop-Kernel-Segment habe man heute noch die Mips-Rechner. Man werde aber zukünftig beide Architekturen anbieten und "mit der Zeit auf die Intel-Schiene wechseln".

Luis Praxmarer, Geschäftsführer der Deutschland-Niederlassung des US-amerikanischen Marktforschungs- und Beratungsinstituts Meta Group, sieht in NT einen ernsthaften Gegner für Unix im Server-Bereich: "Microsoft unternimmt alles, NT mit Macht im Unternehmensbereich zu plazieren. Die Kooperationen mit DEC, SAP und jetzt mit Tandem sprechen eine deutliche Sprache." Klar erkennbar sei, daß mittlerweile jeder Hardware-Anbieter den Trend Richtung NT - der im übrigen bis vor zwei Jahren noch völlig unterschätzt worden sei - ausnutze, um sich mit Microsoft am Markt in eine gute Position zu bringen.

Microsofts Interessen in dem Tandem-Deal scheinen klar: Steve Ballmer, Executive Vice-President der Gates-Company, sagte, man habe 30 Millionen Dollar gezahlt, um NT mit den gleichen Fehlertoleranzeigenschaften und OLTP-Befähigungen auszustatten wie Tandems Himalaya-Server.

Von überragendem Interesse sei allerdings, so Ballmer weiter, Tandems OLTP-Datenbank. Insbesondere der "Nonstop-SQL"-Datenbank habe Microsofts finanzielles Engagement gegolten. Nonstop SQL ist Teil der Middleware-Software-Suite "Serverware". Unter der Bezeichnung "Serverware SQL" wird Tandem seine Datenbank als Multiplattform-Produkt auf NT portieren.

Tandems Hauptaufgabe wird sein, die Ausfallsicherheits-Charakteristika der Serverware-Produkte aus der Nonstop-Kernel-Plattform auf die NT-Umgebung zu übertragen. Der Hersteller wird allerdings sein Middleware-Produkt Nonstop Serverware nicht nur an NT anpassen, sondern darüber hinaus frei auf dem Markt anbieten. So können zeitkritische Anwendungen auf ganz unterschiedlichen Hardwareplattformen ablaufen.

Microsofts Cluster-Technologie Wolfpack - das im wesentlichen einer von der Digital Equipment Corp. (DEC) entwickelten Technologie entspringt, die DEC an Microsoft lizenziert hat - wird Tandems Servernet-Technologie unterstützen.