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30.09.1994

Tandem: World-Wide-Web-Zugang fuer X.500-Produkte Elektronische Clearing-Stelle soll OSI und Internet vereinen

30.09.1994

BRUESSEL (gh) - Electronic Commerce wird mehr und mehr zu einem Wettbewerbsfaktor. Diese an sich schon alte Binsenweisheit hat durch den Internet-Boom neu an Bedeutung gewonnen. X.400-Mail und EDI kontra Internet oder im Internet? Die Frage scheint auf bestem Wege, in einen neuen Glaubenskrieg auszuarten. Grund genug fuer den X.400-Pionier Tandem, sich im Rahmen eines europaweiten Presse- Briefings dem Thema zu widmen.

Die Kalifornier, die eigenen Angaben zufolge 1988 den weltweit ersten X.400-Backbone auslieferten, wollen, wie auf der Veranstaltung deutlich wurde, die Integration von Internet und Electronic-Commerce-Diensten wie EDI und Electronic Mail vorantreiben. Dies duerfte auch notwendig sein, denn es gibt nicht wenige, die angesichts der Euphorie um die "Mutter aller Netze" den klassischen Mehrwertdiensten und damit auch den jeweiligen Service-Providern harte Zeiten prophezeien.

Internationaler VANS-Markt vor gravierendem Umbruch

"Electronic Commerce wird boomen, nicht unbedingt aber die Gewinnmargen der etablierten VANS-Anbieter", meinte etwa James Harrison, Vice-President Global Networking Strategies des US- Marktforschungsunternehmens Meta Group. Ungeachtet aller Internet- Unwaegbarkeiten skizzierte Harrison einen gravierenden Umbruch, vor dem der internationale VANS-Markt seiner Ansicht nach stehen duerfte. Waren traditionelle Electronic-Commerce-Dienste wie EDI und E-Mail bis dato ausschliesslich auf die Business-to-Business- Kommunikation fokussiert, ermoegliche die "Infobahn" Internet kuenftig den interaktiven Dialog mit Kunden und Geschaeftspartnern auch auf "privater Ebene". Fuer den Marktforscher bedeutet dies zweierlei: Die Attraktivitaet einzelner VAN-Services wird abnehmen, und der VAN-Markt steht vor einem Preiskampf.

Quasi als Gegenpol zu den Thesen des US-Analysten vertrat Toon Vrins, Manager Value Added Services beim Unisource-Konsortium, die Position der etablierten VAN-Dienstleister. "Wir haben grosse Probleme mit dem Internet als kuenftigem elektronischen Handelsplatz", machte der Verantwortliche des niederlaendisch- schwedisch-schweizerischen TK-Joint-ventures keinen Hehl aus seiner Ablehnung der "anarchischen Infobahn". Multinational agierende Grossunternehmen benoetigten mehr denn auf das jeweilige Anwendungsszenario zugeschnittene Mehrwertdienste. Professionelle Anwender sollten sich daher in Sachen Internet auf das besinnen, was das weltweite Netz wirklich ermoeglicht: Globales E-Mailing und den Zugang zu Datenbanken.

Dass indes beide Welten keinen Gegensatz bedeuten muessen, ist Kernsatz der neuen Tandem-Strategie. So will man in Cupertino neben dem bisherigen Core-Business in Sachen Online- Transaktionsverarbeitung (OLTP) kuenftig auch verstaerkt das Geschaeft mit X.400-Backbones (Tandem ist hier mit 46 Prozent Marktanteil weltweiter Marktfuehrer) forcieren. Dabei ist fuer die Kalifornier, die zu den Gruendungsmitgliedern des Anfang des Jahres im Silicon Valley aus der Taufe gehobenen "Commercenet" gehoeren, das Internet-Potential mit weltweit mehr als

20 Millionen Anwendern die Herausforderung schlechthin. Die zukuenftige "elektronische Clearing-Stelle" in den Unternehmen soll jedenfalls auch und gerade ueber einen Internet-Account verfuegen. Hierzu dient unter anderem auch ein Kooperationsabkommen mit der britischen Softwareschmiede Logica. Ziel der Developer- Zusammenarbeit: Integrationsloesungen fuer OSI- und Internet- Werkzeuge sowie die Entwicklung entsprechender X.500-Starter-Kits auf World-Wide-Web-Basis.