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15.03.1996

Tanz im Zickzackkurs zur falschen Musik

Verwundert haben sich Analysten und Anwender in den vergangenen Jahren bei Novells Zickzackkurs die Augen gerieben. Unixware ja, Unixware nein!, Appware ja, Appware nein!, Application Server ja, Application Server nein! und Suite ja, Suite nein! lauteten in schoener Regelmaessigkeit die Kommandos aus dem Headquarter in Provo. Gerade wenn man dachte, den Sinn einer Novell-Massnahme verstanden zu haben, wurde wieder alles ueber den Haufen geworfen und begann das Raetselraten aufs neue.

Vielen, die Novells Bluetezeit von 1983 bis Anfang der 90er Jahre miterlebten, muss heute das Herz bluten. Was ist aus jener Company des Mormonen Ray Noorda geworden, der - wer will es leugnen - sehr zur allgemeinen Schadenfreude, dem Goldjungen Billy lange eine Erfolgsstory auch im Networking vermasselte? So sehr sich Gates auch muehte, gegen die Noorda-Truppe war kein Kraut gewachsen.

Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden und das Pendel wieder einmal zugunsten von Microsoft auszuschlagen. Mehr oder weniger unverhofft mausert sich der NT Server des Softwaregiganten zu einer vielbeachteten Enterprise-Networking-Loesung. Geschickt ruehrt das Marketing aus Seattle die Werbetrommel und preist den Application Server als Netzwerkplattform zu Mainframes, Unix- Derivaten und Servern aller Art.

Das Kuriose an der Geschichte ist, dass Novell Gates den Steigbuegel in bessere Networking-Zeiten geradezu hinhielt. Nach dem Kauf der Unix-Rechte hatte Provo Unixware zum Application Server ausgerufen und damit die Entwicklung in die Richtung, wo heute NT steht, selbst forciert. Doch waehrend Microsoft mit dem NT Server und den Back-Office-Produkten fertige Loesungen vorweist, glaenzt Novell durch Abwesenheit und setzt auf seine veraltete, rein auf Intel- Prozessoren basierende Philosophie des File- und Print-Servers. Jetzt zahlen die Verantwortlichen in Provo die Zeche fuer ihren Ausstieg aus Unixware und ihr Unvermoegen, NLMs als Applikationen zu vermarkten. Waehrenddessen lacht sich Bill Gates ins Faeustchen.

Wacht auf in Provo, falls es nicht bereits zu spaet ist! Was nutzt es, nur bedingt aussagefaehige Statistiken mit 60 Prozent Marktanteil als Scheuklappen zu verwenden, weil das bei Novell mittlerweile so ungeliebte Netware 3.12 mitgewertet wird. Das mutet an wie der beruehmte Vergleich zwischen Aepfeln und Birnen. Im Enterprise Network spielt die Musik.