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28.09.2006

Tatort Büro

Auch 2006 nehmen die Fälle krimineller Handlungen in Unternehmen deutlich zu. Häufig sind die Täter in der eigenen Belegschaft zu finden.

Von Marzena Fiok

Auch 2006 nimmt die Zahl der kriminellen Handlungen in Unternehmen deutlich zu. Die Folge sind Verluste in Milliarden-Euro-Höhe.

Nicht selten sind die eigenen Beschäftigten die Täter. Nach einer aktuellen Schätzung der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG in Hamburg wird die Zahl der Fälle von Betrug, Untreue und Unterschlagung 2006 auf 1,15 Millionen und damit um 4,3 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr steigen.

Die Schadensumme erhöht sich sogar um 22 Prozent gegenüber 2005 auf rund 4,5 Milliarden Euro. Ungefähr 40 Prozent davon, also 1,8 Milliarden Euro, gehen 2006 auf das Konto von Mitarbeitern, schätzt Euler Hermes.

Zunahme bei kleinen Delikten

Die Zahl der Vermögensdelikte ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, seit der Jahrtausendwende betrug die Veränderung 28 Prozent. Die Schadensumme bleibt dagegen mit rund fünf Milliarden Euro im Schnitt pro Jahr konstant - allerdings auf hohem Niveau, mit großen Schwankungen zwischen 3,7 und 6,6 Milliarden Euro jährlich seit 2000. Dies lässt darauf schließen, dass gerade die Zahl verhältnismäßig kleiner Delikte in mittelständischen Unternehmen kontinuierlich steigt, während größere Fälle in großen Unternehmen die jährlichen Schwankungen bestimmen.

Ein wesentlicher Faktor dieser Entwicklung ist die Kriminalität von Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr einen Schaden von 1,5 Milliarden Euro in deutschen Unternehmen verursachten. Das ist erheblich mehr als die 921 Millionen Euro Feuerschäden im industriellen Bereich im Jahr 2005, die jedoch wesentlich stärker als Bedrohung in den Unternehmen wahrgenommen werden. Seit der Jahrtausendwende ist der von Beschäftigten durch Vermögensdelikte verursachte Schaden regelmäßig etwa doppelt so hoch wie die Verluste durch Feuer.

Mittelstand wiegt sich in falscher Sicherheit

"Unternehmen unterschätzen weiterhin die Bedrohung durch wirtschaftskriminelle Handlungen der eigenen Mitarbeiter. Spektakuläre Fälle in den Medien erwecken den Eindruck, dass davon in erster Linie große Unternehmen betroffen sind. Dadurch wiegt sich der Mittelstand häufig in falscher Sicherheit", so Juliane Kutter, verantwortlicher Vorstand für die Vertrauenschadenversicherung bei Euler Hermes.

Kontinuierliche Zunahme seit fünf Jahren

Im Einzelnen haben die statistisch erfassten Kategorien von Wirtschaftskriminalität ganz unterschiedliche Bedeutung. Mit weitem Abstand an der Spitze steht Betrug, der 2005 rund 950.000-mal registriert wurde und Schäden von insgesamt 2,39 Milliarden Euro verursachte. Gegenüber dem Jahr 2000 ist das ein Plus von 23,1 Prozent bei der Anzahl der Fälle und von 6,4 Prozent bei der Schadensumme. Unterschlagung fand rund 104.000-mal statt (plus 20,5 Prozent gegenüber 2000) mit finanziellen Folgen in Höhe von 350 Millionen Euro (gut 30 Prozent plus).

Schließlich weist die Statistik 2005 noch 48.400 Fälle von Veruntreuung aus, ein Zuwachs von 27 Prozent seit 2000. Der Gesamtschaden betrug hier 950 Millionen Euro, was einem Rückgang um zwei Drittel entspricht.