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Tausende von Jobs werden offshore verlagert

09.11.2006
Die großen IT-Dienstleister bauen ihre Präsenz in Indien unaufhaltsam aus.

Der Offshore-Boom nimmt ungeahnte Ausmaße an. Sechs der weltweit zehn größten IT-Dienstleister haben bereits mehr als 20 Prozent ihrer Belegschaft in Niedriglohnländer verlagert. Und ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. EDS beispielsweise will seine Offshore-Ressourcen bis Ende übernächsten Jahres von derzeit 30000 auf 45000 weiter ausbauen.

Indien bleibt erste Wahl

Indien gilt dabei nach wie vor als Offshore-Region Nummer eins. So plant Accenture, die Mitarbeiterzahl auf dem Subkontinent noch in diesem Geschäftsjahr um 50 Prozent auf 35000 zu erhöhen. Capgemini beabsichtigte eine Aufstockung der dortigen Belegschaft auf 35000 bis 2010. Und IBM hat angekündigt, die Indien-Investitionen in den nächsten drei Jahren auf sechs Milliarden Dollar zu verdreifachen.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die zunehmende Konkurrenz von Seiten der großen indischen Software- und Serviceanbieter - allen voran Tata Consultancy Services (TCS), Infosys, Wipro Technologies und Satyam. Sie sind in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass sie mittlerweile beim Bieten um Milliardenprojekte locker mithalten können.

Um ihre Präsenz in Indien weiter auszuweiten, übernehmen die etablierten Player immer häufiger Konkurrenten mit großen Offshore-Kapazitäten. Diese Strategie ist trotz einiger Risiken sehr beliebt, da sich Anbieter dadurch schnell mit einer großen Zahl an billigen Arbeitskräften versorgen können. Mit dem Kauf des indischen Call-Center-Spezialisten Daksh hat IBM Global Services diesen Weg bereits im April 2004 beschritten.

In diesem Jahr folgten drei weitere Branchenriesen nach: Die Consulting-Sparte von Fujitsu kaufte den auf Offshore-Services spezialisierten Systemintegrator Rapidigm. EDS übernahm den Software- und Outsourcing-Anbieter Mphasis BFL für 380 Millionen Dollar in bar. Und vor zwei Wochen schluckte Capgemini den US-amerikanischen Wettbewerber Kanbay International, der 5000 seiner insgesamt 6500 Mitarbeiter in Indien beschäftigt. Allein mit diesem Deal hat der IT-Dienstleister seine Belegschaft auf dem Subkontinent auf 12000 nahezu verdoppelt.

China ist keine Alternative

China spielt im Offshore-Markt bislang nur eine untergeordnete Rolle: Derzeit beschäftigen die zehn größten IT-Serviceanbieter der Welt nur ein Prozent ihrer Belegschaft in China. Lediglich Fujitsu und NTT Data nutzen ihre dortigen Offshore-Zentren für die Betreuung von Kunden aus dem asiatischen Raum, speziell aus Japan. Die übrigen acht Branchenriesen sehen in China dagegen mehr einen neuen Absatzmarkt als einen Offshore-Standort.

Die beliebtesten Offshore-Länder Lateinamerikas sind Brasilien und Costa Rica. Vor allem für die Betreuung von spanischen und US-amerikanischen Kunden spielen sie eine wichtige Rolle. In Europa führen derzeit Ungarn, die Tschechische Republik und Polen die Liste der gefragtesten Nearshore-Staaten an. (sp)