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29.03.1985 - 

Frankfurter Klinik setzt auf GFC-Anlagen mit Btx-Anschluß:

Tauziehen um Laborcomputersysteme in Hessen

FRANKFURT (sch) - Zu einer Kraftprobe zwischen zwei Anbietern von Laborcomputersystemen scheint es In Hessen zu kommen. Während das Sozialministerium dieses Bundeslandes die zur Zeit in der Pilotphase befindliche einschlägige Lösung der Firma C. H. F. Müller empfiehlt, ordern einige der hessischen Kliniken die bereits verfügbaren Melas-Systemen von GFC-Berlin.

Vorreiter für die Realisierung des GFC-Modells auf breiterer Basis ist das Krankenhaus Nordwest in Frankfurt, das sein eigenes Laborcomputersystem jetzt der Öffentlichkeit vorstellte. Zur Wahl von Melas kam es aus der Sicht der Frankfurter Mediziner in erster Linie deshalb, weil die Wartung des Systems vom Anbieter selbst und nicht wie bei den von offizieller Seite favorisierten EDV-Ausstattungen für Labore vom kommunalen Gebietsrechenzentrum Gießen übernommen wird. Dazu Professor Dr. Thomas vom Krankenhaus Nordwest:" Alle fünf Jahre kommt eine neue Rechnergeneration auf den Markt. Die jeweiligen erforderlichen Anpassungen sind unserer Meinung und Erfahrung nach schneller und gezielter durchführbar, wenn der Anwender seine Problemstellungen direkt mit dem Anbieter bespricht."

Ein weiterer Vorteil von Melas gegenüber dem System von C. H. F.Müller besteht den Angaben des Klinikums zufolge darin, daß es über zusätzliche Schnittstellen verfügt. Die Frankfurter verweisen in diesem Zusammenhang auf die Datex-P-Anschlußmöglichkeit mit X.25 und die Btx-Fähigkeit.

Außerdem würden als Anwendungsbereiche die Bakteriologie und die Histologie miteinbezogen. Und ferner gewährleiste die DV-Lösung des Unternehmens GFC, das hardwareseitig mit Hewlett-Packard und im Softwarebereich mit der Nixdorf-Computer AG kooperiert, eine direkte Befundausgabe auf der Station und den Ausdruck eines kumulierten Befundes.

Nach Aussagen der GFC sind in Hessen von 20 potentiellen Anwendern bereits mehrere Kliniken dem Vorbild des Krankenhauses Nordwest gefolgt und haben sich für die Installation von Melas-Systemen entschieden.

Der Direktor des Instituts für Dokumentation und Statistik an der Universität Gießen, Professor Dudek, der anläßlich der Präsentation des GFC-Systems über Möglichkeiten der Rechnerkopplungen und den Ausbau von Laborsystemen zu Krankenhaussystemen referierte, plädiert als Kenner der Szene für ein Nebeneinander der beiden angesprochenen Systeme: "Welches Konzept die bessere Lösung darstellt, kann heute noch niemand sagen ". Von einer Arbeitsgruppe des kommunalen RZ sei die GFC-Lösung sogar "etwas besser" bewertet worden. Dennoch hätten der Arbeitskreis und das hessische Sozialministerium im Endeffekt für das andere Modell grünes Licht gegeben und für den Fall seines Einsatzes auch explizit Zuschüsse in Aussicht gestellt.

Diese Entscheidung sieht Dudek darin begründet, daß sowohl die in verschiedenen Krankenhäusern installierten Patientenaufnahmesysteme sowie das Laborcomputersystem von C. H. F.-Müller unter Mumps und auf DEC-Hardware laufen. Die GFC-Programme dagegen seien in Fortran geschrieben und würden grundsätzlich nur auf HP-Hardware eingesetzt. Der Leiter des Universitätsinstituts gibt jedoch in diesem Zusammenhang zu bedenken, daß Mumps wahrscheinlich etwas langsamer und weniger anwendungsfreundlich als Fortran ist.

Das ausschließlich auf medizinische Systeme spezialisierte Unternehmen GFC selbst sieht es besonders als Vorteil gegenüber dem konkurrierenden Modell an, daß die HP-Hardware eine durchgängige Kompatibilität aufweist und grundsätzlich unter dem Bebiebssystem RTE-A gefahren werden kann. Bei den Rechnermodellen von Digital Equipment hingegen gebe es beispielsweise für die LSI-Geräte und die VAX-Computer jeweils ein unterschiedliches Betriebssystem, was bei Umstellungen eine Änderung der gesamten Software nach sich ziehe. Im gleichen Atemzug geben die Berliner Spezialisten für Laborcomputersysteme jedoch an, daß im Falle einer Kopplung von DEC-Vewaltungsrechnern an die eigenen Anlagen auch eine Softwaremodifikation vorgenommen werden müsse. Eine standardisierte Schnittstellensoftware sei allerdings schon verfügbar, meint der EDV-Anbieter in diesem Zusammenhang weiter.

Schließlich und endlich weist die GFC auch noch darauf hin, daß die hessischen Krankenhäuser zirka drei Millionen Mark sparen könnten, wenn sie sich hardwareseitig für die kürzlich neu ins Rechnersortiment aufgenommenen GFC-Mikrocomputer HP 7914 und die dazu passenede Software Melas-Economy entscheiden würden.