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15.09.1988 - 

Österreichische Holding steigt bei Stuttgarter Systemhaus ein:

Taylorix holt Kapital bei Porsche Salzburg

STUTTGART (bk) - Mit 45 Prozent hat sich die Porsche Holding GmbH, Salzburg, an der Taylorix Organisation beteiligt. Dies brachte den Stuttgartern eine Aufstockung ihres Eigenkapitals von 10 auf 30 Millionen Mark. Gleichzeitig wurde Taylorix zum

1. September in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

"Wir wollen der spezialisierte Dienstleister für den gesamten Markt der kleinen Unternehmen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir in den vergangenen Jahren viel Geld in die Umstrukturierung von Mitarbeitern und Vertrieb investiert. Jetzt benötigen wir Kapital, um schneller zu den angepeilten Ufern zu gelangen", begründete Rainer Zwiesele, nunmehr Vorstands-vorsitzender der neuen Taylorix AG, den Entschluß, einen neuen Geldgeber zu gewinnen.

Dabei habe man mit Porsche Österreich "so etwas wie einen Wunschpartner gefunden". Denn obwohl auch zahlreiche Angebote von Wettbewerbern und Hardwareherstellern vorgelegen hätten, sei dies für Taylorix kein Thema gewesen: Man wolle herstellerunabhängig bleiben. Dies, so Zwiesele, sei durch Porsche Österreich gewährleistet. Auch werde es hierzulande keine Verflechtung der geschäftlichen Aktivitäten beider Unternehmen geben.

In Österreich hingegen soll Porsche Taylorix geschäftlich auf die Beine helfen. Die Salzburger Holding umfaßt rund 40 Unternehmen, die mit ingesamt 3300 Mitarbeitern in den verschiedensten Branchen tätig sind. Unter anderem ist Porsche Salzburg Generalimporteur von Porsche-, Volkswagen- und Audi-Fahrzeugen, hinzu kommen Aktivitäten im Maschinenbau, im Banken- und Versicherungswesen, im Hotelgewerbe - und im Datenverarbeitungssektor.

Seit 1976 bietet die Porsche Holding über die Externa Datenverarbeitungs- und Betriebsberatungsgesellschaft mbH Rechenzentrumsdienste an.

Nun will Porsche Österreich über die Taylorix-Beteiligung auch im deutschen Dienstleistungssektor Fuß fassen. Das schwäbische Systemhaus will sich mit Hilfe von Externa endlich auf dem österreichischen Markt etablieren. Zwar ist die Alpenrepublik für Taylorix Auslandsmarkt Nummer 1 - immerhin verfügen die Stuttgarter über sechs Niederlassungen -, doch bislang hat man mit diesem Geschäft große Probleme gehabt.

Mit der Beteiligung von 45 Prozent ist die österreichische Porsche Holding gleich kapitalführend in die neue Taylorix AG eingestiegen. Auch scheinen bei den Österreichern schon jetzt Ambitionen zu bestehen, die Beteiligung weiter aufzustocken. Rainer Zwiesele betont jedoch: "Porsche Salzburg hat keine Option auf den Erwerb weiterer Anteile". Halten wird die Anteile an Taylorix die Stuttgarter Porsche GmbH, eine Mantelgesellschaft und 100prozentige Tochter der Salzburger Porsche Holding. Darüber hinaus hält die Porsche GmbH auch Anteile an der Stuttgarter Porsche AG.

Neben der Porsche Holding sind an der Taylorix AG die Witwe des Firmengründers Stiegler mit 24 Prozent (sind in eine Stiftung eingebracht), der langjährige geschäftsführende Gesellschafter Karl Lang mit 10 Prozent sowie der neue Vorstandsvorsitzende Zwiesele mit noch 21 Prozent beteiligt. Zwiesele will jedoch in naher Zukunft 5 Prozent seiner Anteile an Georg M. Hensel verkaufen, der mit ihm zusammen auch den Vorstand der neuen AG bildet.

Weiterhin nur wenig Staat machen können die Taylorix-Mannen mit ihren Geschäftsergebnissen. Immerhin aber erhöhte sich der Umsatz im gerade beendeten Geschäftsjahr 1987/88 um drei Prozent auf 219,3 Millionen Mark. Im Vorjahr hatten die Stuttgarter einen kläglichen Umsatzanstieg von 0,4 Prozent vermelden müssen. Auch ist laut Zwiesele im PC-Geschäft die Umsatzsteigerung (plus 30 Prozent) erstmals seit Jahren wieder höher ausgefallen als der Stückzahlenanstieg (plus 25 Prozent). Grund: Die Kunden würden verstärkt anspruchsvollere und somit teuerere PCs kaufen, zudem mehr Wert auf vernetzte Systeme legen.

Ungesunde Umsatzrendite

Last but not least konnte die seit Jahren negative Entwicklung des Zubehörbereichs gestoppt werden. Dennoch bewegen sich die Schwaben mit einer Umsatzrendite von weniger als einem Prozent weiterhin klar in "ungesunden Zonen". "Gesund", so Zwiesele, ist eine Umsatzrendite von 5 bis 6 Prozent. Mindestmaß sind drei Prozent. Wir hingegen haben leider noch nicht mal ein Prozent erreicht."

Dies wird sich in Zukunft ändern müssen, wollen Zwiesele und Mitstreiter das Unternehmen in drei bis fünf Jahren an die Börse bringen. Diese Maßnahme ist fest eingeplant. Denn dadurch ließe sich unter anderem auch eine Aufstockuny der Porsche-Beteiligung verhindern, wie Zwiesele andeutete: "Das Kapital kann man sich dann von der Börse holen und nicht durch Aufstockung von Gesellschaftern."