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03.08.2001 - 

Auch andere Käufe von CRM-Anbietern werden rückgängig gemacht

Team 4 will raus aus der Kabel-Gruppe

MÜNCHEN (mo) - Der erst im vergangenen Jahr von Kabel New Media gekaufte CRM-Anbieter Team 4 erhält nicht den erhofften Schutz. Ein Management-Buyout soll die alten Eigentumsverhältnisse wiederherstellen. Auch andere CRM-Akquisitionen sind in diesem Jahr rückabgewickelt worden.

Das Dach der Kabel-Gruppe brachte dem CRM-Spezialisten Team 4 nicht den erhofften Schutz. Gut ein Jahr nach der Übernahme durch den Highflyer am Neuen Markt plant das Management nun, sich wieder freizukaufen. "Die laufenden Vertragsverhandlungen mit dem Vorstand von Kabel New Media und dem Insolvenzverwalter verlaufen sehr konstruktiv", zeigt sich Kabel-Team-4-Geschäftsführer Gunter Michalk optimistisch über eine baldige Unabhängigkeit von der Noch-Mutter. "Der Internet-Markteinbruch hat uns in unserem Geschäft nicht so sehr getroffen wie andere Kabeltöchter."

Zehn mit Kabel New Media verbundene Unternehmen mussten im Zuge der Insolvenz der Mutter ebenfalls den Gang zum Konkursrichter antreten. Kabel Team 4 gehörte nicht dazu. "Bei der Kabel Team 4 GmbH liegen die Insolvenzgründe nicht vor", stellt Michalk klar. Trotzdem sei das Unternehmen von den Situation der Mutter natürlich betroffen. Team 4 ist eine 100-prozentige Tochter von Kabel New Media. Um die erfolgreichen Geschäfte fortsetzen zu können, ist das geplante Management-Buyout die beste Variante. "Ein Verkauf an einen anderen CRM-Anbieter würde von den Team-4-Mitarbeitern nicht mitgetragen und wäre auch in der Abwicklung zu langwierig", erläutert der Geschäftsführer.

Kabel Team 4 ist nicht das einzige Unternehmen, dessen Übernahme im vergangenen Jahr ein Missgriff war. Im Januar 2000 kaufte der schweizerische ERP-Anbieter Miracle die deutsche Braun Informationssysteme mit ihrem CRM-Produkt "Provis". Nach der drohenden Insolvenz von Miracle Ende 2000 hat der ebenfalls schweizerische CRM-Spezialist Team Brendel den größten Teil der Mitarbeiter für die Weiterentwicklung der eigenen Produkte eingestellt. Provis wird von zwei Mitarbeitern weitergepflegt, aber nicht an Neukunden verkauft.

Auch der ERP-Anbieter Infomatec hat sich einen CRM-Zweig zugelegt und im April 2000 die Topsales AG übernommen. Im Januar 2001 wurde diese Akquisition wieder rückgängig gemacht und die Topsales Informationssysteme GmbH an den ehemaligen Gründer des Unternehmens verkauft. Bis heute scheint sich das Unternehmen nicht so recht erholt zu haben. Die Website befindet sich in einem Rohzustand, und der Inhaber will sich zu den Geschäften nicht äußern.

Die vierte Übernahme im vergangenen Jahr, Bäurer kaufte TPS Labs, steht ebenfalls unter keinem guten Stern. Der ERP-Anbieter Bäurer leidet unter akutem Geldmangel. Wie sich die finanziellen Probleme auf TPS Labs auswirken, will Robert Tayler, bei TPS für das Marketing verantwortlich, nicht sagen. Mit den CRM-Produkten liege man im Plan, damit sei TPS eines der wenigen Unternehmen innerhalb der Bäurer-Gruppe, das noch wachse. Die Kooperation mit dem ERP-Anbieter laufe gut, aber TPS agiere noch sehr eigenständig in Bezug auf Marke und Vertrieb.

Damit macht TPS die gleiche Erfahrung wie Kabel Team 4: Während das eigene Geschäft floriert, muss das Unternehmen mit ansehen, wie die Firmengruppe, die eigentlich Schutz bieten und neue Kanäle öffnen sollte, mit ernsthaften Schwierigkeiten zu kämpfen hat. "Wir glauben an die Zukunft von CRM", stellt Team-4-Chef Michalk klar. Damit ist anscheinend auch einfacher Geld zu machen als mit anderen Produkten.