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10.11.2000 - 

Das Unternehmen sieht sich als sanierungsfähig

Teamwork hat Insolvenzantrag gestellt und sucht finanzkräftige Partner

MÜNCHEN (CW) - Skeptiker dürfen sich auf die Schulter klopfen. Dem Hype am Neuen Markt folgt nun die lang erwartete Ernüchterung. Nach der TK-Firma Gigabell ist der Paderborner Softwarespezialist Teamwork nun das zweite Unternehmen, das vor seinem Schuldenberg kapituliert und in die Insolvenz geht.

Zur Begründung der Liquiditätsprobleme nannte Teamwork seine Internationalisierungsstrategie sowie hohe Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte. Das Unternehmen war nach seinem Börsenstart im Juli vergangenen Jahres mehrere Beteiligungen in Frankreich, England und Polen eingangen und hatte sich scheinbar mit den Integrationskosten übernommen. Eine für Mitte dieses Jahres geplante Kapitalerhöhung, mit der die Anlaufverluste finanziert werden sollten, platzte, da es durch den unerwarteten Verkauf eines Großaktionärs zu einem deutlichen Kursrückgang gekommen war. Hinzu trat jedoch die Tatsache, dass Teamwork bereits im Mai einen überraschend hohen Quartalsverlust von neun Millionen Mark zu melden hatte. Und das war erst der Anfang einer Reihe von schlechten Nachrichten.

Der Betrieb wird vorerst weitergeführtIm Juli musste der Anbieter von Content-Management-Software einräumen, dass die geplanten Umsatzziele wohl zu hoch angesetzt waren, und korrigierte die Zahlen von 74 Millionen auf 62 Millionen Mark. Der Vorsteuerverlust wurde auf 8,2 Millionen Mark angehoben. Bereits einen Monat später berichtete Teamwork von einem Halbjahresminus von 16,2 Millionen Mark. Last, but not least wurden nun zeitgleich mit Bekanntgabe der Zahlungsunfähigkeit die Ergebnisse ein weiteres Mal zurückgenommen.

Das Unternehmen geht für das Geschäftsjahr 2000 nun von einem Umsatz von 48 Millionen Mark und einem Verlust von rund 22 Millionen Mark aus. Bedingung dafür ist allerdings, so Teamwork, dass "die Mitarbeiter dem Unternehmen zur Verfügung stehen und wesentliche Aufträge gehalten werden können".

Dennoch meint der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Frank Kebekus, dass die Gesellschaft sanierungsfähig sei. Nach einer ersten Überprüfung teilte er mit, dass der Geschäftsbetrieb der Unternehmensgruppe zunächst weitergeführt werden soll. Die Gehälter würden durch den Insolvenzverwalter vorfinanziert.

Darüber hinaus seien grundlegende Bemühungen zur Restrukturierung der Teamwork-Gruppe eingeleitet worden. Erste positive Signale entsprechender strategischer Partner lägen be-reits vor.