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19.06.1998 - 

Nach Computer-2000-Übernahme

Tech Data reicht Macrotron an Ingram Micro weiter

Schon seit Wochen war darüber spekuliert worden, daß Tech Data im Zuge der Übernahme der Computer 2000 AG seine Mehrheitsbeteiligung an der Macrotron AG wieder abstoßen würde. Die Viag-Tochter galt bei den US-Amerikanern von Beginn an als erste Wahl, weil sie - anders als Macrotron - über eine Marktpräsenz in ganz Europa verfügt und somit den kostpieligen Aufbau entsprechender Infrastrukturen überflüssig macht. Zudem hieß es, Tech Data könnte aufgrund seiner durch den Besitz von Computer 2000 und Macrotron in Deutschland marktbeherrschenden Position auch aus kartellrechtlichen Gründen gezwungen sein, sich von seinem Macrotron-Engagement wieder zu trennen - auch wenn die EU-Kommission inzwischen der Computer-2000-Übernahme zugestimmt hat.

Diese wirtschaftsrechtlichen Überlegungen seien jedoch, wie Macrotron-Vorstandsvorsitzender Michael Kaack betonte, für den Verkauf an Ingram Micro nicht ausschlaggebend gewesen. Vielmehr hätte ein Nebeneinander von Computer 2000 und Macrotron unter dem Dach von Tech Data aufgrund sich überschneidender Kundenstrukturen und Produktfamilien keinen Sinn gemacht.

Die neue Macrotron-Mutter, die dem Vernehmen nach für die von Tech Data gehaltenen 99 Prozent der Macrotron-Stammaktien und 91 Prozent der -Vorzugsaktien rund 100 Millionen Dollar auf den Tisch legen will, dürfte jedoch zunächst mit Schadensbegrenzung beschäftigt sein. Jedenfalls gab es zuletzt durch ein sehr ruppiges Vorgehen von Tech Data Schlagzeilen. So hatten die US-Amerikaner nach dem Kauf der Macrotron-Anteile von Firmengründer Richard Bladowski und Großaktionär Pongs & Zahn versucht, die verbliebenen Kleinaktionäre mit einem wenig überzeugenden Abfindungsangebot vor die Tür zu setzen und das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Hinzu kamen Tumulte und Polizeieinsatz bei der Macrotron-Hauptversammlung sowie zuletzt eine Anfechtungsklage gegen die Umwandlung des Unternehmens in die Tech Data Germany GmbH.

Zu der Frage, ob auch Ingram Micro den freien Aktionären ein Abfindungsangebot unterbreiten und das Unternehmen von der Börse nehmen wird, gibt es noch keine offizielle Erklärung. Feststehen dürfte indes, daß sich der weltweit führende IT-Großhändler (Jahresumsatz zuletzt umgerechnet rund 29 Milliarden Mark) in Deutschland mittelfristig die Marktführerschaft vorgenommen hat. So dürfte Ingram Micro nach Schätzung von Experten bereits dieses Jahr in Deutschland auf rund 3,5 Milliarden Mark Umsatz kommen.