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14.06.2007

Teched 2007: Die Inhalte ändern sich

Microsoft widmete sich auf der Jahreskonferenz für Infrastrukturprodukte ganz dem Tagesgeschäft der Business-Anwender.

Die zahlreichen Sonderveranstaltungen zu Einzelprodukten und die von Microsoft inzwischen regelmäßig veröffentlichten Community Technology Previews nehmen dem Traditions-Event Teched allmählich die Luft aus den Segeln. Bob Muglia, bei Microsoft für das Server- und Tools-Geschäft verantwortlich, unternahm daher in seiner Eröffnungsrede in Orlando auch gar nicht erst den Versuch, das Konferenzpublikum mit den sonst üblichen Visionen zu beeindrucken, welchen grundlegenden Wandel die IT in den nächsten Jahren vollziehen könnte. Stattdessen Bodenständiges: "Wir müssen Ihre heutigen Aufgaben verstehen, um langfristig Ihr Geschäftspartner zu sein", warb er unter den Teilnehmern.

Server für automatisierte Prozessunterstützung

Drei Hauptkomponenten werden dafür den Grundstein legen: Windows Server 2008 (ehemals Longhorn) und SQL Server 2008 (Codename Katmai) - beide sollen gegen Ende dieses Jahres kommen - sowie Visual Studio 2008 (bislang Orcas), das erst im kommenden Jahr freigegeben wird. Um diese zentralen Elemente gruppieren sich unter anderem die Administrations-Tools des neuen "System Center", Virtualisierungs-Werkzeuge, Biztalk als Applikations- und Integrations-Server und Silverlight als Plattform für die Entwicklung dynamischer Web-Anwendungen. Zu jedem einzelnen dieser Produkte wurde bereits einiges gezeigt, auf der Teched ging es nun um die von Microsoft angestrebte Verzahnung dieser Komponenten, sowohl untereinander als auch mit denen der Anwendungssparte, sei es Office, Messaging oder Collaboration, also Client- und Server-Software.

Erst in dieser Kombination ließen sich viele der bislang noch manuell bearbeiteten Geschäftsprozesse IT-seitig automatisieren und damit Betriebskosten senken, versprach Muglia. Microsofts Produktentwicklung orientiere sich deshalb künftig an vier Aspekten der IT-Optimierung: Konsolidierung beziehungsweise Virtualisierung, Prozesse, modellgetriebenes Vorgehen, Servicefähigkeit und Anwenderorientierung.

Angesichts solch übergeordneter Ziele fiel den auf der Teched vorgestellten Produkt- und Funktionsneuheiten eher eine Nebenrolle zu. Zu den Highlights zählte ein Feature für die Ressourcenverwaltung im SQL Server. Dieser soll künftig deklaratives Management erlauben, was so viel heißt, dass sich Datenbankkonfigurationen über mehrere Instanzen regelbasierend steuern lassen. Für den SQL-Server-Experten und Microsofts Consulting-Partner David Portas ist dies ein wichtiger Schritt, um die Datenbankadministration in großen Rechenzentren zu vereinfachen in dieser Form habe er das bei anderen Datenbankanbietern noch nicht gesehen. Ganz anders die neue Möglichkeit, SQL-Server-Ressourcen so zuzuweisen, dass sich einzelne Workloads priorisieren lassen - ein von Oracle und DB2 längst bekanntes Feature.

Viele Neuigkeiten kommen über Akquisition

Ebenfalls auf der Präsentationsliste standen eine Reihe von Desktop-Management-Tools, darunter "Softgrid", das Microsoft zusammen mit der Firma Softricity übernommen hat und das gehostete Windows-Applikationen als Stream in einer virtuellen Umgebung auf dem Client ablaufen lässt. Ein neuer "Asset Inventory Service" soll die dynamische Software-Bestandsaufnahme auf Endgeräten erlauben. Erstmals angekündigt wurde auf der Teched das System-Center-Utility "Desktop Error Monitoring". Es fungiert als zentrales Berichtswerkzeug für die im Desktop-Betriebssystem auftretenden Fehler.

Dort, wo die Microsoft-Infrastruktur auf heterogene IT-Umgebungen stößt, stärkt sich der Softwareriese oft über Akquisitionen: Die zur Konferenz bekannt gegebene Übernahme der Firma Engyro bringt dem Unternehmen Adapter, die den "System Center Operations Manager" (SCOM) mit anderen Monitoring-Konsolen, etwa IBM Tivoli oder HP Openview, verbinden. Außerdem sollen sich so von System Center aus Applikationen überwachen lassen, die unter VMware, diversen Linux-Distributionen und Unix-Derivaten laufen. MySQL- und Oracle-Datenbanken gehören auch dazu.

Das Thema Security besetzte Microsoft auf der Konferenz mit seinem Sicherheitsprodukt Forefront, das unter dem Projektnamen "Stirling" bis 2009 zu einer umfassenden Suite ausgebaut werden soll, um dann besser gegen Konkurrenzlösungen etwa von Symantec oder McAfee bestehen zu können. Geplant ist ein zentrales Security-Management und Reporting für die IT-Infrastruktur von Microsoft. In das Sicherheitspaket fließen die nächsten Generationen der Forefront-Produkte ein, also "Client Security" (ehemals Antigen), "Server Security" (für Exchange und Sharepoint) sowie "Edge Security and Access", das sich aus Microsofts Internet Security and Acceleration (ISA) Server und dem Intelligent Application Gateway zusammensetzt. Außerdem sollen Elemente von System Center einfließen. Eine Preview-Version von Stirling will Microsoft in der zweiten Jahreshälfte herausgeben, ein erstes öffentliches Beta-Release soll in der ersten Hälfte 2008 folgen. (ue)