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15.10.2004

Teched: SAP rüstet Java für das Highend

Auf der Entwicklerkonferenz Teched in San Diego stellte SAP mit ihrer patentierten "Shared-Memory"-Technik eine Methode vor, die Java innerhalb von "Netweaver" stabiler machen soll.

Obwohl für SAP Java inzwischen die gleiche Bedeutung wie die hauseigene Programmiersprache Abap hat, weist die von Sun entwickelte Technik vor allem bei großen Installationen noch Schwächen auf. Dem Unternehmen zufolge laufen Java-basierende Applikationen derzeit nicht so stabil wie vergleichbare Abap-Software. Ein Problem dabei ist, dass typischerweise viele Anwender einer Java Virtual Machine (JVM) zugeordnet sind. Fällt diese aus, was in der Praxis keine Seltenheit ist, müssen die betroffenen Benutzer warten, bis die Systemverwalter die Störung behoben haben.

Nun kündigte SAP mit der selbst entwickelten "Shared-Memory"-Technik eine Methode an, die Java-Lösungen zuverlässiger und stabiler machen soll. Nach diesem Konzept werden auf einem Server mehrere gleichartige JVMs gestartet und mit den gleichen Aufgaben betraut, wobei nur wenige Benutzer einer virtuellen Maschine zugeordnet sind. Ein Ausfall einer Ablaufeinheit zieht so nur eine begrenzte Anzahl von Usern in Mitleidenschaft.

JVMs teilen sich Byte-Code und Klassen

Da dies normalerweise enorme CPU-und Speicherressourcen verschlingt, teilen sich die JVMs bestimmte Komponenten, die der Java-Server in einem Shared-Memory-Bereich vorhält. So sind der Byte-Code, die System- und Applikationsklassen sowie der vom Just-in-Time-Compiler erzeugte Code nur einmal im Speicher vorhanden und für alle Engines verfügbar. Auch der Objektbaum, in dem die verschiedenen, zur Laufzeit benötigten Java-Objekte miteinander verkettet sind, wird in den Shared-Memory-Bereich kopiert.

Die JVMs befinden sich in einem speziellen Container. Jede virtuelle Maschine verfügt über eine eigene Garbage Collection, wobei die Module zum Aufräumen des Speichers synchronisiert werden. Abhängig von der CPU-Leistung und dem verfügbaren Arbeitsspeicher könnten auf einem Acht-Wege-Server etwa 40 parallele Java-Maschinen laufen.

Nach Angaben des Herstellers müssen weder bestehende Java-Anwendungen umgestellt noch besondere Vorkehrungen beim Schreiben neuer Software getroffen werden, um die Shared-Memory-Technik in Anspruch zu nehmen.

Darüber hinaus soll SAPs Java-Implementierung bessere Möglichkeiten zur Problemdiagnose bieten. So lässt sich eine einzelne JVM in einen Debug-Mode umschalten, so dass Softwareexperten sich während des Betriebs auf die Suche nach Laufzeitfehlern machen können. Bisher, so die Walldorfer, waren Spezialisten auf Testumgebungen angewiesen, in denen das störanfällige Szenario nachgespielt wurde. Auch Firmen wie Mecury Interactive oder Segue arbeiten an Laufzeitdiagnosen für Java.

Allerdings werden die Java-Erweiterungen erst mit der für nächstes Jahr angekündigten Netweaver-Version ausgeliefert und nicht Bestandteil von Netweaver 2004 sein. Von der verbesserten Java-Stabilität profitieren alle Komponenten der Netweaver-Plattform, zu der auch die Stammdatenverwaltung "Master Data Management" (MDM) gehört. Sie eignet sich dazu, Daten von Kunden, Produkten und Lieferanten in heterogenen IT-Umgebungen zu konsolidieren, zu pflegen sowie verschiedenen SAP- und Nicht-SAP-Applikationen zur Verfügung zu stellen. Das Release 3.0 ging unlängst in die Ramp-up-Phase. Hierbei erhalten ausgewählte Kunden die Software, bevor sie allgemein verfügbar ist.

Zu den Neuheiten des Release MDM 3.0 zählen ein Framework zum Modellieren von Datenobjekten, Funktionen zur globalen Datensynchronisation für die Konsumgüterindustrie und den Handel sowie Web-Services-Schnittstellen für die Stammdatenverwaltung.

Zwar stellt MDM eine Vielzahl vorgefertigter Datenobjekte zum Verarbeiten von Kunden-, Artikel- und Lieferantendaten bereit, doch oft benötigen Kunden eigene Datenstrukturen. Diese lassen sich nun mit dem Modellierungswerkzeug des "Master Data Framework" erzeugen, indem das bestehende Datenmodell durch kundenspezifische Objekte angereichert wird. Erweitert wurden zudem die Funktionen zur Konsolidierung von Datenbeständen. So helfen neu hinzugefügte Cleansing-Mechanismen dem Anwender -beispielsweise, Dubletten ausfindig zu machen. Über Matching-Regeln lassen sich ähnlich lautende Produktbezeichnungen identifizieren.

Produktdaten zwischen Handelspartnern abgleichen

Die globale Datensynchronisation hilft internationalen Handelskonzernen dabei, Produktinformationen mit Lieferanten elektronisch auszutauschen. Hier kommen Standards wie etwa "Uccnet" sowie Daten-Pools wie "Transora" zum Tragen. Die entsprechenden Funktionen hatte SAP mit dem Kauf des amerikanischen Softwarespezialisten A2i im Juli erworben.

Die Funktionen von MDM sind nun auch über Web-Services-Schnittstellen zugänglich. Auf diese Weise lassen sich Aufgaben wie der Dublettenabgleich über standardisierte XML-Interfaces in andere Softwarelösungen einbinden. So könnte ein System zur Produktdatenverwaltung MDM über einen Web-Service aufrufen, um zu prüfen, ob ein Produktdatensatz schon in einem anderen bestandsführenden System vorhanden ist.

MDM konkurriert mit Lösungen von IBM und Oracle

SAPs MDM-Lösung steht im Wettbewerb unter anderem mit IBMs unlängst vorgestelltem "Websphere Product Center 5.0" und Oracles "Customer Data Hub". So verfügt auch das IBM-Produkt über Mechanismen für die globale Datensynchronisation und kann Daten aus verschiedenen Systemumgebungen konsolidieren. Allerdings konzentriert sich der Hersteller zurzeit noch auf Produktinformationen, während SAP den Anspruch erhebt, einen universellen Ansatz zu verfolgen, der auch Kunden- und Lieferantendaten umfasst. (fn)

Ankündigungen auf der Teched

- Java wird stabiler durch die Shared-Memory-Technik.

- SAPs Java Virtual Machine lässt eine Fehlersuche zur Laufzeit zu.

- Die Stammdatenverwaltung Master Data Management erlaubt die Definition kundenspezifischer Datenobjekte.