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24.06.1988

Technik - Angst durch Wissensvermittlung überwinden:DV zum Anfassen ist in - Fachchinesisch salbadern out

Joachim C. Ohlig: Seminare sollten mindestens zur Hälfte praktische Übungen beinhalten.

Aller Technik - Euphorie von Herstellerseite zum Trotz kämpfen viele Unternehmen beim DV - Einsatz nach wie vor gegen Akzeptanzprobleme Ihrer Mitarbeiter. Abhilfe schaffen soll hier eine Ausbildung, in der praktische Übungen auf dem Lehrplan obenan stehen. Joachim C. Ohlig, Schulungsleiter Automatisierte Informationssysteme, Deutsche Lufthansa AG, Frankfurt, gibt Anregungen, wie solche Trainingsmaßnahmen aussehen können.

Die Informationsverarbeitung in den Unternehmen sieht sich immer noch aus unterschiedlichen und wechselnden Gründen mit dem Akzeptanzproblem konfrontiert Daher wird den Schulungsbereichen nach wie vor die Aufgabe zugeteilt, durch ein Seminar - und Informationsangebot den Anwendern insbesondere die Technik - Angst zu nehmen. Demzufolge ist die Akzeptanzförderung nicht nur Nebeneffekt, sondern gleichgewichtiges Ziel wie die Wissensvermittlung und die Motivation beziehungsweise das Erfolgserlebnis der Seminarteilnehmer DV - Schulungsanstrengungen sind daher nicht als modische Eintagsfliegen, andern als Daueraufgabe anzusehen.

Das Schulungsziel einer breiten Wirkung mit Hintergrundwissen erfordert zunächst für DV - Anfänger auf allen Arbeitsebenen und in allen Arbeitsbereichen Informationsveranstaltungen mit dem Charakter einer "DV zum Anfassen". Wenn keine Schmalspur gelegt werden soll, sondern eine mittel - bis langfristig Grundlage im Unternehmen, ist diese Investition für allgemeines Technik - Verständnis, gesteigerte Bereitschaft beim Einsatz neuer technischer Hilfsmittel sowie selbstbewußtes "Sichzutrauen" bei der Anwendung von neuen Arbeitsmitteln, ein Nutzen für alle Beteiligten.

Daneben sind Seminare zum Erlernen der notwendigen Systemkenntnisse insbesondere bei Mitarbeitern der dezentralen Informationsverarbeitung eine Voraussetzung für die Akzeptanzerhaltung. Aufbauend auf der "klassischen" systemorientierten Wissensvermittlung ist die Schulung in Methoden und Verfahren der Informationsverarbeitung eine wichtige Ergänzung. Hinzukommen muß als Planungs - und Steuerungsbasis das Training im Projektmanagement.

Bei einer Gesamtsicht ist der Teilaspekt der Weiterbildung der DV - Führungskräfte (der zentralen DV und in den Fachbereichen) als innovationsbegleitendes Fundament nicht. zu vernachlässigen.

Voraussetzung für den Erfolg von DV - Seminaren ist eine angemessene verständliche Vermittlung, kein unnötiges Fachchinesisch. Außer der benutzerorientierten Sprache sollten DV - Seminare mindestens zur Hälfte praktische Übungen beinhalten. Ferner wäre es sinnvoll, wenn die angewandten Lehrmethoden und Unterrichtshilfsmittel in Beziehung stünden zu dem Prozeß des Lernens und der Praxis. Daher ist von der traditionellen Unterrichtsart abzugehen und bei der Didaktik die projektnahe Form zu wählen.

Schulungsaktivitäten bringen wenig Akzeptanz, wenn sie als Ad - hoc - Maßnahmen ergriffen werden. Vielmehr ist eine weiterreichende, komplexe Planung (Aus - und Weiterbildung) erforderlich, um daraus nachvollziehbare Schulungsprogramme zur Qualifizierung der Mitarbeiter (der dezentralen/individueller und zentralen Informationsverarbeitung) auf Dauer realisieren zu können. Die Ableitung dieser zielgerichteten Aktivitäten aus den Unternehmenszielen macht DV - Schulung transparent, und eine Verzahnung mit der Personal - Entwicklungsplanung verhindert eine nur technisch eingeengte Computersicht .

Die Gestaltung des Lernprozesses verlangt hohe Beachtung und Unterstreichung der Schulungsbedeutung durch die Unternehmensführung. Die deutliche Management - Unterstützung ist wichtige Rahmenbedingung, um Akzeptanz zu erreichen.