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Kommentar


30.07.1999 - 

Technik um der Technik willen

Als kleines Wunderwerk präsentierte National Semiconductor den ersten Vertreter seiner Geode-Chipfamilie der Öffentlichkeit. Chefentwickler Yomtov Sidi erzählte mit glänzenden Augen, wie er über die ganze Welt verteilt seine Teams zusammenschweißte und diese Tag und Nacht in einem neunmonatigen Kraftakt den Chip auf die Welt brachten.

Doch trotz aller Technikbegeisterung des heißblütigen Israeli bleibt eine entscheidende Frage offen: In welchen Geräten sollen die integrierten Chips ihren Dienst tun? Ein provisorisch zusammengestöpselter Rechner, auf dem der Geode SC 1400 ein paar DVD-Bilder verarbeitete, war alles, was National vorweisen konnte. Das ist zuwenig für eine Chiprevolution.

Die sogenannten Information Appliances, für die der Natsemi-Chip konzipiert sein soll, sind bislang auf dem Markt kaum sichtbar. Hinzu kommt die unscharfe Definition dieser Geräteklasse. Ein Informationsgerät kann alles sein. Der Desktop zu Hause, der Handheld-PC oder das Smartphone in der Hosentasche.

Ob ein hochintegrierter und vor allem hochspezialisierter Chip, wie National ihn jetzt präsentiert hat, die Bedürfnisse eines derart breit aufgefächerten Information-Appliance-Marktes befriedigen kann, ist aus heutiger Sicht zumindest fraglich.