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23.12.1998 - 

Arbeitsmarkt/Anforderungen an die IT-Berater von morgen

Techniker brauchen Branchenwissen und diplomatisches Geschick

Das Gehalt der IT-Berater ist binnen zwölf Monaten um durchschnittlich 15,5 Prozent gestiegen. Das ergab die jüngste Kienbaum-Studie (siehe CW 51/98, Seite 6). Gleichzeitig will laut einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und der Creditreform über ein Viertel der IT-Dienstleister in den nächsten drei Jahren zusätzliche Ausbildungs- plätze schaffen. Franz Ismar* beschreibt, was Firmen von künftigen Beratern erwarten.

Erfolgreiche Berater von morgen brauchen nicht unbedingt Hochglanzdiplome. Ausschlaggebend ist vielmehr ihre persönliche Einstellung zum Service. Jeder sollte sich fragen, ob er anderen wirklich gern einen Dienst erweist und bereit ist, sich Kundenwünschen unterzuordnen. Dienstleistung heißt nichts anderes, als jemandem zu helfen und ihn zu entlasten.

Bis zur Jahrtausendwende werden nahezu alle größeren Unternehmen in Deutschland mit ERP-Systemen ausgestattet sein. Dies bedeutet, daß zum Beispiel Softwareprodukte von SAP, Baan oder QAD nicht mehr nur installiert, sondern zugleich Geschäftsprozesse intelligent und zeitgemäß organisiert werden müssen. Dazu brauchen Berater offene Ohren und Verständnis für die Situation des Kunden. Ein guter IT-Consultant muß sich schnell auf wechselnde Gegebenheiten am Markt oder beim Kunden einstellen können und eigenständig Ideen entwickeln. Dafür ist ein breites Spektrum an aktuellem IT-Know-how nötig.

Techniker müssen lernen zu kommunizieren. Sie werden es zunehmend mit Gesprächspartnern zu tun haben, die zwar Wirtschaftsstrategen, aber technische Laien sind. Der Kunde erwartet vom Berater, daß er richtig zuhört, das Problem erkennt, Alternativen aufzeigt und das Für und Wider der Lösungen verständlich darstellt, um eine Entscheidung treffen zu können. Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick sind nötig, wenn der Gesprächspartner sich selbst als eigentliches Problem entpuppt.

Künftig werden Branchenkenntnisse immer wichtiger. Es läßt sich keine universelle IT-Lösung mehr aus der Schublade ziehen, die im Handel ebensogut wie in der Automobilindustrie oder bei Versicherungen einzusetzen ist. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse reagieren die Hersteller zunehmend mit branchenspezifischer Software. Der Berater muß sich daher auch innerhalb eines Wirtschaftssektors auskennen. Haben Kandidaten Insider-Wissen sowie gute Kontakte und sind mit dem speziellen Verhaltenskodex in einer Branche vertraut, können sie bei Dienstleistungsunternehmen direkt als Senior Consultant einsteigen.

Wer die Karriereleiter hinaufklettern will, muß flexibel immer wieder neue, bei internationalen Konzernen auch länderübergreifende, multikulturelle Projektgruppen leiten und motivieren.

*Franz Ismar ist Personalleiter der Origin Deutschland GmbH in Hamburg.