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05.11.1993

Technologie wird Gegenstand handfester Geschaeftsinteressen Oracle und Sybase konzentrieren sich auf Multimedia-Enwicklung

MUENCHEN (CW) - Lange Zeit in der Entertainment-Schublade gesteckt, entwickelt sich Multimedia auch fuer alteingesessene DV-Anbieter mehr und mehr zum ernstzunehmenden Wettbewerbsprodukt. Obwohl der Begriff immer noch nicht klar definiert ist, gilt Multimedia jetzt ebenso bei Oracle und Sybase nicht mehr als Trittbrett- Technologie.

Die kalifornischen Datenbankspezialisten Oracle Corp., Redwood Shores, und Sybase Inc., Emeryville, haben ein neues Marktsegment im Visier: Waehrend Sybase seine Multimedia-Plaene kuenftig auf die Otto-Normal-Anwender konzentriert, erhofft sich Oracle mit der Technologie ein lukratives Geschaeft bei Film-, Funk- und Fernsehgesellschaften.

So will Oracle Anfang des naechsten Jahres das objektorientierte Toolset "Oracle Media Objects" auf den Markt bringen, meldet die CW-Schwesterpublikation "Computerworld". Ein Bestandteil der Werkzeugsammlung sei der kuerzlich in Orlando vorgestellte, plattformuebergreifende "Oracle Media Server".

Vom Datenbankspezialisten zum Homevideodistributor

Dieses Produkt soll demnaechst bei massiv-parallelen Systemen verschiedener US-amerikanischer Rundfunkanstalten zum Einsatz kommen, erklaert Juergen Fuehrer, Leiter der Oeffentlichkeitsarbeit bei der Muenchner Oracle-Niederlassung. In Verbindung mit speziellen Fernsehgeraeten koennten, so Fuehrer, Anwender bald interaktiv diverse TV-Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Waehrend Oracle sich Gedanken um den Komfort der Wohnzimmeranwender macht, bewegt sich Sybase mit seinen Multimedia-Absichten vorerst noch auf bekanntem DV-Terrain. "Computerworld" zufolge konzentriert das Unternehmen sein Engagement auf die im Herbst 1992 akquirierte, Client-Serverfaehige Multimedia- Entwicklungsumgebung "Gain Momentum". Das Produkt soll Programmierern helfen, Multimedia-Applikationen unter Windows zu entwickeln.

US-Analysten glauben jedoch noch nicht an eine Multimedia-Company namens Sybase. Das Unternehmen muesse zunaechst Ordnung ins eigene Produktchaos bringen, meint "Computerworld" unter Berufung auf Experten. So basiere Gain Momentum auf der objektorientierten Datenbank der Objectivity Inc.

Die kuerzlich vorgestellten, unternehmenseigenen Momentum- Erweiterungspakete hingegen seien lediglich in Verbindung mit Sybases eigenem relationalen Datenbankprodukt SQL-Server einsetzbar. Die Verantwortlichen bei Sybase haben jedoch dieses Manko bereits erkannt und kuendigten an, diese Problematik naechstes Jahr in Angriff zu nehmen. Christiane Schaefer, Pressesprecherin der Sybase GmbH, Duesseldorf, will von solchen Kompatibilitaets- Schwierigkeiten jedoch nichts wissen. Gain Momentum arbeitet laut Schaefer durchaus mit der relationalen Datenbank von Sybase zusammen. Die Pressefrau bestreitet auch, ein Unternehmen namens Objectivity zu kennen. Das Multimedia-Tool sei urspruenglich fuer Oracle erstellt und anschliessend fuer die eigene Datenbank weiterentwickelt worden.

Trotz gesteigerter Multimedia-Euphorie seitens der DV-Hersteller bleiben die US-Anwender realistisch: "Schoene Bilder und Toene wuerden manche Applikationen zwar bereichern, die Nuetzlichkeit dieser Features in traditionellen Business-Anwendungen ist jedoch fraglich", gibt Robert Gentry, Vice-President der Database Server Systems Inc., San Franzisko, zu bedenken. Mit dem derzeit erhaeltlichen Produktspektrum sei mit einem ernsthaften Multimedia- Einsatz im DV-Geschaeft noch kaum zu rechnen, kritisiert der Manager.