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18.10.1996 - 

Interview

"Technologiebasis durch Aufkäufe verbreitern"

CW: Bisher war Ascend in erster Linie auf die Gebiete Fernzugriff und Multiplexing spezialisiert. Mit dem IP-Switch "GRF 400" stoßen Sie jetzt in einen neuen Markt vor. Welche Strategie will Ascend den hier agierenden Playern entgegensetzen?

SANFORD: Beim WAN-Switching existieren im Grunde drei verschiedene Techniken: Zum einen gibt es das klassische, geroutete Modell von Herstellern wie Bay und Cisco, dann die Frame-Relay-Methode von Cascade oder Nortel. Wir konzentrieren uns auf die IP-Methode als dritten Weg, und da ist derzeit neben Ascend nur Ipsilon dominierend, obwohl andere Player mit Sicherheit nachkommen werden.

CW: Ascend engagiert sich ja auch auf dem Router-Markt. Wie schätzen Sie die Zukunft dieser Geräte ein - besteht nicht die Gefahr, daß Switches mit erweiterten Funktionalitäten Router verdrängen werden?

SANFORD: Ich glaube schon, daß Router eine Zukunft haben, bloß nicht im Bereich der Internet-Backbones. Die Geschwindigkeiten sind hier mittlerweile zu hoch. Aber in Corporate Networks und als Gateways zum Internet werden sie weiterhin Verwendung finden. Router haben den Vorteil, Protokolle übersetzen zu können, worauf wir bei IP-Switches noch eine Weile werden warten müssen. Was die klassischen Router-Funktionen betrifft, werden aber sicher Switches die besseren Leistungen bringen.

CW: Ascend hat vor kurzem die Firma Netstar übernommen. Gehört das - man denke an Ciscos zahlreiche Erwerbungen - zu einer neuen Strategie?

SANFORD: Wir haben in puncto Aufkäufe keine konkreten numerischen Ziele, aber wir planen schon, unsere Technologiebasis durch Aufkäufe zu verbreitern. Wir orientieren uns dabei an unseren Kunden - zwei Drittel davon sind Carrier und Internet-Provider - und an der Technologie, die sie benötigen. Wir möchten jedoch Know-how akqui- rieren, keine Vertriebskanäle oder Erträge.

CW: Sie schlucken auch keine Konkurrenten?

SANFORD: Nein. Wir brauchen keine Marktanteile zu kaufen und sind auch mit unserer Wachstumsrate zufrieden. Wir konzentrieren uns auf Technologien.

CW: Lassen Sie uns über Ascends Engagement im kürzlich gegründeten ISDN-Forum, der Vendors ISDN Association (VIA), reden. Welche Ziele verfolgen Sie hier?

SANFORD: Ich muß zugeben, daß der Hauptgrund für unsere Beteiligung an der VIA der schwache ISDN-Markt in den USA ist. Dort ist es sehr schwer, einen ISDN-Anschluß zu erhalten, und das Anschließen eines Gerätes gestaltet sich höchst kompliziert. Dem wollen wir über Kooperationen mit anderen Herstellern abhelfen.

CW: Was sehen Sie als die derzeit größte Herausforderung?

SANFORD: In erster Linie, gute Mitarbeiter zu finden. International gesehen ist Ascend auf die doppelte Größe gewachsen, wir müssen mit dieser Ausdehnung zurechtkommen. Dann müssen wir der Internet-Entwicklung folgen. Zunehmend gewinnen nämlich große Carrier an Bedeutung, und unser Supportservice muß dem Rechnung tragen. Schließlich die schon angesprochene Annäherung an den Low-end-Markt. Wir müssen Vertriebswege erschließen, um Zugangsgeräte für Endverbraucher verkaufen zu können.

CW: Ihr CEO, Mory Ejabat, hat vor kurzem in einem Interview Cisco als einen der Hauptkonkurrenten beim Fernzugriff genannt. Wie sehen Sie dies?

SANFORD: Cisco ist ein sehr mächtiges Unternehmen mit großem Know-how. Aber es hat sich gezeigt, daß sie manchmal mehrere Anläufe brauchen, um in einen Markt zu gelangen. Schauen Sie sich nur das ATM-Geschäft an: Zuerst hat Cisco sich bemüht, eigene Technologien zu entwickeln. Sie haben schon viele Versuche gestartet und immer noch nicht das Erfolgsrezept gefunden. Jetzt haben sie Stratacom gekauft und versuchen auf diese Weise, in dieser Szene Fuß zu fassen.

CW: Vielleicht kommt Cisco auch auf die Idee, Ascend zu übernehmen?

SANFORD: Möglicherweise, aber das wäre ziemlich teuer. Unser Marktwert ist doppelt so groß wie der von Stratacom zum Zeitpunkt der Übernahme (Cisco kaufte Stratacom für vier Milliarden Dollar, Anm. d. Red.). Und wir planen nicht, uns aufkaufen zu lassen. Wie gesagt, wir haben selbst eine Strategie, Aufkäufe zu tätigen.