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14.10.1983

Technologiemanagement auch für den Mittelständler immer bedeutsamer: CAD Auswahl kann nicht ohne Konzept erfolgen

Die Automatisierung macht auch vor dem technischen Büro nicht halt. Nicht nur auf nationaler Ebene. sondern weltweit ist zu beobachten, daß in den technischen Unternehmensbereichen zunehmend Datenverarbeitungsanlagen zum Einsatz gelangen. Information und informationsverarbeitende Technologie erhalten einmal mehr die Bedeutung äußerst wichtiger Produktionsfaktoren. Die Einführung der rechnerunterstützten Entwicklung (CAE), Konstruktion (CAD) und Fertigung (CAM) ist eine unternehmerische Herausforderung für das nächste Jahrzehnt.

Wenn ein Unternehmen konkurrenzfähig bleiben will, ist es auf den Einsatz neuer Technologien unweigerlich angewiesen. Vorreiter auf dieser Linie sind die kaufmännischen Bereiche. Es seien hier nur die Bürokommunikation, die Textverarbeitung, das Rechnungs- und Finanzwesen und so weiter erwähnt. Seit einiger Zeit hält die informations- oder datenverarbeitende Computertechnik auch im technischen Bereich Einzug.

Die NC-Programmierung, computerisierte Arbeitsplanung, CNC-Fertigungsmaschinen und nicht zuletzt auch die Robotertechnik sind eindrucksvolle Beispiele. Mit CAD kommt eine weitere Anwendung in die Diskussion. Aus dieser Sicht heraus dürfte der Begriff des Technologiemanagements - das Schlagwort der achtziger Jahre- nicht nur für die "Großen", sondern auch für die Mittelständler eine wichtige, Ja uberlebenswichtige Bedeutung erlangen.

Welche Möglichkeiten hat nun das Management, um neue Informationstechniken im Betrieb zu adaptieren.

Am Beispiel CAD stellt sich die Einführung einer neuen Technologie beim näheren Hinsehen als mehrdimensionales Optimierungsproblem dar. Es ist nicht durch einfaches sequentielles Vorgehen zu lösen. Die innerbetriebliche Aufbau- und Ablauforganisation sowie die personelle Qualifikationsstruktur und deren Weiterentwicklung müssen berücksichtigt werden. Umgekehrt läßt sich das CAD-Konzept aber auch nicht ohne detaillierte Kenntnis des technisch und wirtschaftlich Machbaren der CAD-Technik realisieren.

Nicht das nächstbeste System

In jedem Unternehmen sind letztendlich die Produktstruktur, die Arbeitsmethodik, die Arbeitsorganisation so unterschiedlich gestaltet, daß jeder Anwendungsfall eine individuelle Betrachtung und CAD-Strategie erfordert. Für einen potentiellen CAD-Anwender ist es oberstes Gebot, zunächst die eigenen Anforderungen und Erwartungen abzuklären, um dann den Deckungsgrad dessen, was der CAD-Markt anbietet und was ein CAD-System im einzelnen zu leisten in der Lage ist, festzustellen.

Aus diesen Aussagen lassen sich drei Schlußfolgerungen ziehen. Es reicht erstens nicht aus zu wissen, daß der Einstieg in CAD- will man mit der Technik Schritt halten - nicht mit dem nächstbesten CAD-System getätigt werden kann. Sondern es bedarf einer genauen Problemanalyse und einer detaillierten Konkretisierung der Anforderungen durch ein Pflichtenheft und durch einen organisatorischen Planungsrahmen für ein CAD-System.

Hierbei sollte der zukünftige Anwender allerdings in der Lage sein, einen Kompromiß zwischen technisch machbaren und wirtschaftlich vertretbaren Lösungen zu schließen. Dies wiederum geht nicht ohne Kenntnis des Stands der CAD-Technik und des CAD-Marktes. Die Einstellung "alles- oder nichts" würde einen Anwender nicht nur heute, sondern auch noch in einigen Jahren aus dem Kreis der CAD-Anwender ausschließen.

Anpassung selten vom Anwender

Die zweite Schlußfolgerung besagt, daß aufgrund des hohen Risikos und der unkalkulierbaren Kosten eigene Softwareerstellung solange wie möglich vermieden werden sollte. Die individuelle CAD-Lösung muß auf einer möglichst breiten Basis eines am Markt verfügbaren CAD-Systems mit einem entsprechend hohen Leistungsniveau an branchenüblicher Software realisiert werden können. Die Systemanpassung wird in den seltensten Fällen der Anwender selbst vornehmen können oder wollen. Hier ist er auf den CAD-Hersteller oder auf entsprechend spezialisierte Beratungsbüros angewiesen.

Die dritte Schlußfolgerung erscheint nahezu trivial. Die Einsatzfähigkeit und somit eine mögliche Wirtschaftlichkeit von CAD wird in erster Linie von der Anwendungs software bestimmt. Obwohl nicht weniger wichtig als die Software, kommt erst in zweiter Linie die Hardware, die für den Betrieb eines CAD-Systems benötigt wird. Durch die Wahl der CAD-Anwendungssoftware ist die Wahl der Hardware bereits stark eingeschränkt.