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20.01.1984 - 

Schweden verkaufen Rechner an DEC zurück:

Technologieschmuggel erhitzt Gemüter

WASHINGTON, D. C. (kul) - Illegale Exporte hochtechnologischer Produkte in die Sowjetunion machen den offiziellen Stellen in den USA nach wie vor zu schaffen. Für den amerikanischen Hersteller DEC zieht diese "Schmuggelaffäre" noch weitergehende finanzielle Belastungen nach sich: Die schwedische Zollverwaltung beabsichtigt jetzt, die vor zwei Monaten in Helsingborg beschlagnahmten Rechner an DEC zurückzuverkaufen.

Die Angst der Amerikaner, sie könnten der illegalen Technologiegeschäfte mit dem Ostblock nicht Herr werden, kam jetzt auch auf einer Pressekonferenz von Verteidigungsminister Caspar W. Weinberger und Finanzminister Donald T. Regan zum Ausdruck. Nach Ansicht der beiden Regierungsvertreter könnten diese hochtechnologischen Produkte in der Sowjetunion dazu verwendet werden, präzisere Waffen mit größerer Zerstörungskraft herzustellen.

Vertreter des US-Verteidigungsministeriums übten einem Bericht der Washington Post zufolge bereits Ende vergangen Monats heftige Kritik am Handelsministerium: die Verantwortlichen hätten nicht verhindern können, daß in 15 Fällen Lieferungen an den deutschen Staatsangehörigen Richard Müller erfolgten, der als einer der führenden Köpfe dieses Schmuggelgeschäfts gilt. Müller hatte sich schon 1979 einer Anklage wegen Verletzung der amerikanischen Exportbestimmungen durch Flucht entzogen.

Wie Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums mitteilten, hätten Vertreter des Handelsministeriums

Untersuchungen gegen Müller durchgeführt, während gleichzeitig Kollegen aus demselben Ministerium für ihn Exportlizenzen ausstellten. Über einen New Yorker Computer-Broker konnte deshalb Equipment gekauft und an eine südafrikanische Gesellschaft geliefert werden, bei der Müller verantwortlich zeichnet. Das Verteidigungsministerium will dem Bericht der Washington Post zufolge dem nationalen Sicherheitsrat einen Plan vorlegen, nach dem der Export bestimmter Wirtschaftsgüter in Ostblockländer unterbunden werden soll.

Für Digital Equipment zeichnen sich in dieser Situation weitere finanzielle Folgen ab: Schweden beabsichtigt, die vor zwei Monaten in Helsingborg beschlagnahmten Computer an den amerikanischen Hersteller zurückzuverkaufen. Diese Absicht kündigte jetzt die Zollverwaltung in Stockholm an. Das als Empfänger der Ware angegebene Schweizer Unternehmen Integrated Time AG, hinter dem wiederum Müller steht, machte laut Aussage des Zolls seine Ansprüche nicht geltend. Die ebenfalls vor zwei Monaten in Hamburg sichergestellten Rechner - ebenfalls aus Müllers Bestand - wurden auf Verlangen der USA bereits zurückgesandt.