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26.09.1997 - 

Neuer Besitzer BIW arbeitet an objektorientierter Produktlinie

Technologiewechsel für MAS/90-Kunden

"Wir haben eine klare Vereinbarung mit der BIW, MAS/90 auf einem aktuellen Stand zu halten, gesetzliche Veränderungen einzubauen und die Wartung zu gewährleisten", beschwichtigt Peter Kirn, Chef der IBM Anwendungssysteme GmbH. Natürlich werde die BIW versuchen, "Synergien" zwischen ihrer betriebswirtschaftlichen Lösung "Brain" und dem ehemaligen IBM-Paket herzustellen. Das sei legitim, solange Kunden nicht zu Schaden kämen.

IBM ist künftig zu einem Drittel an dem Weinstädter Softwarehaus beteiligt, ebenso Unternehmensgründer Helmut Polzer, der als Vorsitzender der dreiköpfigen Geschäftsführung fungieren wird (siehe CW Nr. 38 vom 19. September 1997, Seite 1). Beide erwarben ihre Beteiligung von der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Schitag Ernst & Young, die das Unternehmen im vergangenen Jahr zu 100 Prozent gekauft hatte, um ihr europäisches SAP-Geschäft auf Basis der entsprechenden BIW-Ressourcen aufzubauen.

Polzer hat das Sagen

Nachdem die R/3-Ressourcen in die Muttergesellschaft transferiert waren, erlahmte das Interesse, und man entschied sich für einen mehrheitlichen Verkauf. Die Schitag behält jedoch ein Drittel ihrer Anteile und ist gemeinsam mit IBM und BIW-Mitarbeitern in einem paritätisch besetzten Beirat vertreten.

Laut Kirn hat BIW-Chef Polzer künftig allein das Sagen: "Er gibt die Marschrichtung vor, wir werden in das Tagesgeschäft der BIW nicht eingreifen." Mit 700 Kunden sei die BIW nunmehr wichtigster Partner der IBM-Mittelstandsorganisation. Zu ihrer Klientel zählten die größten AS/400-Kunden der IBM in Deutschland. Eingestiegen sei Big Blue bei der BIW, weil man den Kunden deutlich machen wolle, daß die IBM "ein Auge darauf" habe und keine "aggressiven Migrationsversuche" zulassen werde.

Mit Zustimmung der Gesellschafter plant die BIW, Brain und MAS/90 langfristig in einer neu entwickelten, objektorientierten Produktlinie aufgehen zu lassen.

Ein erstes OO-Modul hat die BIW bereits mit ihrem Rechnungswesen geschaffen. Derzeit laufen zwei Pilotprojekte, von deren Erfolg es abhängt, ob Brain- und MAS/90-Kunden in die neue objektorientierte Welt wechseln. Nach und nach will die BIW weitere Module für Aufgaben wie Warenwirtschaft, PPS etc. entwickeln. Kirn begründet den Verkauf der MAS/90-Linie mit einem Interessenkonflikt innerhalb der IBM. Man sei auf treue Vertriebspartner im Mittelstand angewiesen, die ihre Anwendungssoftware zusammen mit Hardware, Systemsoftware und Services der IBM verkauften. Diese Firmen mit eigenen Paketen wie MAS/90 zu "piesacken", könne nicht im Interesse der IBM liegen, zumal das Geschäft in diesem Bereich auch nicht besonders gut gelaufen sei. "IBM hat deshalb entschieden, nicht mehr mit PPS- und Logistikpaketen in den Wettbewerb zu treten."