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19.08.1983 - 

Bundesrat verweist auf stagnierendes Bruttoinlandsprodukt:

Technologische Position bröckelt ab

RUSCHLIKON (sg) - Mikroelektronik und Informatik sind die Basistechnologien, die für den Kenntnisstand und damit für die internationale Konkurrenzfähigkeit der Schweiz bedeutend sind. Das erklärte Kurt Furgler, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, auf einer Tagung im Gottlieb-Duttweiler-Institut, bei der es um die Zukunft der Mikroelektronik ging.

Furgler ist der Meinung, daß es der schweizerischen Wirtschaft im vergangenen Jahrzehnt nicht gelungen ist, ihren Anteil am Wachstum technologieintensiver Produkte zu halten. Er führte hierzu das seit zehn Jahren praktisch stagnierende Bruttoinlandsprodukt als Beispiel auf und meinte weiter, daß es den Unternehmen an Bereitschaft zu technischen und unternehmerischen Experimenten fehle.

Nach den Worten des Bundesrates steht es fest, daß die Bedeutung des Kenntnisstandes eines Landes eher zu als abnehmen werde. Jedoch sei die bloße Kenntnis der Mikroelektronik und Informatik noch lange nicht ausreichend, um mit ihrer Hilfe auch international konkurrenzfähige Produkte und Leistungen hervorzubringen. Die schweizerische Wirtschaft habe zwar dank ihrer breiten Kenntnisbasis noch immer eine gute Ausgangslage für die Zukunft. Ihr Wert werde aber um so stärker in Frage gestellt, je weniger es gelinge, Kenntnisse der Mikroelektronik und der Informatik in den nationalen wie auch individuellen Kenntnisbestand einzubringen.

Wenn in diesem Zusammenhang von einem "Abbröckeln der schweizerischen technologischen Position" die Rede war - man denke nur einmal an den Technologieverlust der einst weltweit fahrenden Schweizer Uhrenindustrie -, so durfte naturgemäß auch der Hinweis auf die Knappheit an Ingenieuren nicht fehlen. Die Schweiz sei möglicherweise gar nicht mehr in der Lage, eine über die verschiedenen Stufen reichende Kenntnis- und Erfahrungsbasis zu schaffen, die als Merkmal der Stärke einzelner Wirtschaftszweige vorausgesetzt werden muß. Die Schweiz und nicht zuletzt ganz Europa stünden demnach unter der Bedrohung, in der sogenannten Informations- und Kommunikationsgesellschaft importabhängig und technisch zweit- und drittklassig zu werden.