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27.11.1987 - 

Gigantisches DV-Tradecenter erbost Washingtoner Denkmalschützer:

"Techworld" wächst in Reagans Nachbarschaft

WASHINGTON (CWN) - Obwohl ähnliche Projekte bisher nur Flops hervorbrachten, wird mitten in der US-Bundeshauptstadt ein gewaltiger Ausstellungspalast für die DV-Industrie errichtet. Für umgerechnet mehr als eine halbe Milliarde Mark entsteht "Techworld", die angebliche Wunderwaffe im Kampf um einen riesigen Markt: das Geschäft mit Washingtons unzähligen Behörden und Instituten.

Was sich in Dallas unter dem Namen "lnfomart" zu einer der eindrucksvollsten Fehlinvestitionen der letzten Jahre entwickelte, soll bald in der unmittelbaren Nachbarschaft der Macht- und Schaltzentralen der USA ein Riesengeschäft werden: ein Handelszentrum für die Informationstechnik-Branche mit vielen Büros und permanenter Ausstellung von Computersystemen, Netzwerken und vertikalen DV-Lösungen, dargeboten von möglichst vielen Herstellern unter einem Dach. Im Frühsommer 1989 soll der 342-Millionen-Dollar-Komplex fertig sein.

Weil das Mammut-Projekt mit seinen geplanten 235 000 Quadratmetern Geschoßfläche - zum Vergleich: die CeBIT in Hannover okkupiert 205 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche - auf halbem Weg zwischen Weißem Haus und Kapitol gelegen ist, bekam die als Bauherrin fungierende International Developers Inc. (IDI) massiven Ärger mit Denkmalschützern. Wegen der modernen Architektur, die nicht mit den historischen Bauten und den Museen der Umgebung harmoniere, wurde die Baugenehmigung vor Gericht angefochten. Der Kampf ging zuungunsten des Stadtbildes aus, denn der Kongreß sorgte schließlich per Erlaß dafür, daß das Projekt begonnen werden konnte. Seit Januar ist das Areal gegenüber dem Washington Convention Center nun Baustelle.

Etwas im Gegensatz zu den hochtrabenden Plänen von Techworld-Manager Alan Bogatay steht die Tatsache, daß bisher erst AT&T, Xerox und NCR bereit sind, sich in dem High-Tech-Palazzo einzumieten - die gleichen Unternehmen, die auch beim überdimensionierten Infomart von Anfang an dabei waren. IDI nimmt für sich in Anspruch, auch IBM und Apple stünden kurz vor der Unterzeichnung.

Bogatay, als Senior Vice President von IDI für das Techworld-Marketing verantwortlich, glaubt jedenfalls mit dem Washingtoner Gelände den idealen Standort gefunden zu haben. Die verkehrstechnische Lage sei bei seiner "Welt der Technik" sehr günstig - im Gegensatz zum Infomart, der nicht nur in der Provinzmetropole Dallas steht, sondern dort auch noch ziemlich abseits, nicht mehr in der Downtown, aber noch nicht an der Peripherie. Techworld, so Bogatay, liege in fußläufiger Entfernung zu rund 50 Bundesbehörden.

US-Kongreß gestattete Bau des DV-Palastes

Tatsächlich stellt der Washingtoner Behördendistrikt nach Meinung von US-Fachleuten den weltgrößten Markt für Informationsdienstleistungen dar - und damit auch für die Computerindustrie. Schätzungen besagen, rund 15 Prozent aller amerikanischen DV-Geschäfte würden hier abgewickelt. Doch der Teil des Techworld-Komplexes, der für Ausstellung und Kundenberatung vorgesehen ist, umfaßt nach heutiger Planung ganze zehn Prozent der Fläche. Um den Pest zu füllen, müßten IDI viele Anbieter dazu bringen, ihre hauptstädtischen Büros hierher zu verlagern - in unmittelbare Nachbarschaft zur ärgsten Konkurrenz.