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23.03.1979 - 

Trends der Datenübertragung

Teil III

Die Datenübertragung läßt sich in drei Hauptbereiche gliedern: Erstens die IBM Prozeduren, binär-synchrone Datenfernübertragungsnetze und schließlich Systemnetzarchitektur.

Sie sind die beherrschenden Methoden der Kommunikation in der dezentralen Datenverarbeitung und werden es zunächst auch bleiben.

Batch-Protokolle in der Form von IBM 2780 und 3780 sind gegenwärtig praktisch die Normprotokolle für Batch-Kommunikation, während das Protokoll 3271 die De-facto-Norm für binär-synchrone, interaktive Datenübertragung ist. Diese drei Übertragungsprotokolle werden wahrscheinlich weiterhin verwendet. Wie wir jedoch heute gehört haben, gibt es ein lautes Geflüster über IBMs SNA, das sich zur neuen De-facto-lndustrienorm entwickeln könnte.

Die kürzliche Ankündigung des Systems 8100 von IBM wird dieses wichtige Thema nur noch weiter anheizen. Langfristig wird also Kompatibilität zwischen jeder Kleincomputer-Produktlinie und IBMs Systemnetzarchitektur gezwungenermaßen hergestellt werden.

Obwohl Minicomputer-Hersteller in wichtigen Bereichen, wie Bandbreite kompatibler Systeme und Umfang an Peripheriegeräten und Software, an Boden gewonnen haben, müssen sich die Lieferanten kleiner Systeme den Regeln des Branchenriesen unterwerfen. Um mithalten zu können, erhalten die Produkte der Lieferanten kleiner Systeme, zur Zeit jedenfalls ein "doppeltes Gesicht". Diese "De-facto-lndustrienormen" müssen von jedem Hersteller noch akzeptiert werden.

Mit anderen Worten, sie müssen weiterhin Fortschritte in der interaktiven Echtzeit-Datenverarbeitung erzielen und ein wettbewerbsfähiges Angebot an Systemen, Software und Dienstleistungen vorweisen und dabei gleichzeitig sich IBMs De-facto-Übertragungsnor- men, sowohl Bisynch als auch SNA anpassen.

Das zweite Hauptgebiet der Datenfernübertragung sind Minicomputer-Übertragungsnetze.

Viele dieser Methoden befinden sich zwar überwiegend noch im Experimentierstadium, doch kann mit ihnen sicher gerechnet werden. Die Lieferanten kleiner Systeme werden auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren Fortschritte machen. Mit der Weiterentwicklung der Minicomputer-lndustrie werden zunehmend Netzpläne entstehen, die auf die unterschiedlichen Geräte der Kleinsystem-Hersteller zugeschnitten sind. Es wird mehr Systemmittel-Mitbenutzung und bessere Methoden und Technologien für dezentrale Datenbanken geben. Einige dieser Kommunikationsmethoden werden mit den Methoden und Geräten anderer Hersteller kompatibel sein, andere nicht.

Die dritte Kategorie, die von gleicher Bedeutung ist, ist die des Fernmeldewesens.

Datenübertragung ist von entscheidender Bedeutung für die dezentrale Datenverarbeitung, weil diese in vielen Fällen von der Datenübertragung abhängig ist. So genommen, haben die genannten Trends in der Datenübertragung genausoviel Einfluß auf die Zukunft der dezentralen Datenverarbeitung wie auf die Entwicklungen der Hard- und Software. Data General hat daher einen Test mit dem X.25-Protokoll in Zusammenarbeit mit Telenet Communications Corporation in den USA abgeschlossen. Telenet ist eines der größten privaten Unternehmen für Paketvermittlungsdienste.

Service und Unterstützung

Vor ein paar Jahren wäre das Minicomputer-Angebot an Hardware, Software und Datenfernübertragung für Interessenten an der dezentralen Datenverarbeitung ausschlaggebend gewesen. Heute jedoch gibt es einen anderen Aspekt für die Lieferanten kleiner Systeme, der nicht zu übersehen ist - Dienstleistungen und Unterstützung.

Die großen Minicomputer-Hersteller bieten auch zunehmend umfassendere Dienst- und Unterstützungsleistungen. Zum Beispiel ist die Anzahl der Mitarbeiter in den Außenstellen des technischen Kundendienstes bei Data General schneller angestiegen als in den letzten Jahren. Diese Anzahl wird sich noch weiter erhöhen, ebenso die der Kundendienstzentren. Hinzu kommt, daß Ferndiagnosen den Kundendienst rationeller gestalten werden. Dies bedeutet, daß Minicomputer-Hersteller bald die Serviceleistungen erreichen, die bislang von den Mainframe-Herstellern geboten wurden.

Zur weiteren Unterstützung zählt auch die Bereitstellung von Anwendungssoftware. Doch wird die bisherige Praxis, gute Anwendungsentwicklungshilfen bereitzustellen und noch bessere Verfahren zu entwickeln, sich als Starke des Minicomputer-Lieferanten erweisen. Es ist viel wichtiger, Zeit für die Entwicklung guter modularer Entwicklungs-software aufzuwenden, die sich problemlos von großen Endbenutzern oder Systemhausern verwenden läßt.

Der mit solchen Anstrengungen verbundene Zeit- und Kostenaufwand ist enorm.

Trends bei kleinen Systemen

Um noch einmal kurz die wesentlichen Punkte zusammenzufassen. Der Benutzer kann immer mehr Leistung je Dollar Computer-Hardware erwarten, in dem Maße, in dem die Packungsdichten von RAM-Speicher höher werden und in der etwas ferneren Zukunft neue Technologien ins Spiel kommen.

Der Benutzer kann ein immer umfassenderes Angebot an Systemen, Peripherie-geräten und Terminals von den Minicomputer-Lieferanten erwarten.

Auf der Software-Seite wird der Benutzer mehr Software-Funktionalität erhalten in Form von zusätzlicher Standard-Software und erweiterten und vielseitigeren Betriebssystemen.

Ebenso wird mehr Gewicht auf die Datenübertragung gelegt werden, insbesondere im Bereich der dezentralen Datenverarbeitung, um die Probleme der Kommunikation zwischen den Systemen verschiedener Hersteller zu lösen.

Es ist ganz offensichtlich, daß man in Zukunft mehr zur dezentralen Datenverarbeitung übergehen wird, und zwar nicht als einem mysteriösen Konzept, das nur für Programmierer mit technischer Erfahrung verständlich ist. Genau das Gegenteil wird eintreten: Die Systeme, die wir heute haben, bilden eine hervorragende Basis für die Datenverarbeitung der Zukunft. Es wird mehr von ihnen geben und mehr Systeme werden in den 80er Jahren miteinander kommunizieren. Die Minicomputer-Lieferanten sind größer geworden und werden sich weiter vergrößern, indem sie umfangreichere Serien preisgünstiger Systeme anbieten und dadurch den Weg für die dezentrale Datenverarbeitung ebnen.

Die Zeit ist gekommen, die Datenverarbeitungs-Aktivitäten noch mehr zu dezentralisieren. Anwendungsentwicklung, Programmierung, Codierung, Anwendungssystem-Entwicklung einschließlich Analyse und Planung, Test, Fehlersuche und Pflege haben bereits begonnen und wichtige Erfahrungen gemacht. Technologie, Hard- und Software sind vorhanden. Das Management strebt nach mehr Eigenverantwortlichkeit und Eigenkontrolle auf den unteren Management-Ebenen. Und dies gehört nicht zu dem Zukunftsbild, dieser Prozeß findet jetzt statt.

Unter Anleitung des Mitarbeiterstabs für dezentrale Datenverarbeitung werden die neuen Anwendungen entwickelt und die Fähigkeiten der intelligenten Terminals erweitert. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wird allmählich eine voll entwickelte dezentrale Datenverarbeitung entstehen, die mehr auf interaktiver Verarbeitung als auf Stapelverarbeitung aufbaut.

Welche Bedeutung hat dieses Zukunftsbild für den Mitarbeiterstab der dezentralen Datenverarbeitung? Die Hauptfunktion besteht darin, Systemarchitekturen aufzubauen. Die Struktur der dezentralen Datenverarbeitung wird sich ändern. Kleine, interaktive Systeme werden morgen in der Lage sein, aufgrund ihrer hohen Leistung und Funktionalität Großrechner-Funktionen an dezentralen Einsatzorten zu übernehmen. Kurz gesagt, den Benutzern wird es in nicht allzu ferner Zukunft möglich sein, mit kleinen Systemen mehr Aufgaben zu lösen.