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02.05.1986 - 

Noch hoher Aufwand in Klein- und Mittelbetrieben:

Teilauswertung im Erfassungsgerät sinnvoll

Bei dem immer aktueller werdenden Thema Betriebsdatenerfassung haben sich zwei Schwerpunkte herauskristallisiert, die eine unterschiedliche Zielsetzung haben und infolgedessen organisatorisch auch unterschiedlich in das betriebliche Geschehen eingebunden sind. Ewald Koller von Philips, Siegen, betrachtet die Anforderungen der produzierenden Klein- und Mittelbetriebe.

Verbesserung der Maschinenleistungsgrade, Ermittlung der Ausfallzeiten und die Feststellung der Störgründe sowie eine automatische Mengenermittlung sind Aufgaben, die mit dem "Maschinenterminal" erreicht werden sollen. Für einzelne besonders teure Maschinen genügt hier oft ein "Stand-alone"-Gerät mit Druckausgabe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der angebotenen Computer macht es aber auch für die mittelständische Industrie interessant, eine Reihe von wertvollen Maschinen über Maschinenterminals an einen Rechner zu binden, um über diesen bei entsprechender Software alle gewünschten Auswertungen zu erhalten.

Integriert in eine DV-unterstützte Fertigungsorganisation, bietet sich der Einsatz von sogenannten Bereichsterminals an, die auch räumlich Meistereien oder Vorarbeitergruppen zugeordnet werden. Diese dienen in erster Linie der Zeiterfassung. Während das Zu- und Abbuchen des Materials beispielsweise für die Fertigungsbereitstellung weiterhin über den Bildschirm erfolgt, ist die Zeitermittlung aller in Frage kommenden Tätigkeiten Aufgabe des Bereichsterminals.

Mehr Rationalisierung für Nachkalkulationen

Beginnend mit der "Kommt"-Meldung werden "Beginn" und "Ende" eines Arbeitsganges gemeldet, Arbeitsunterbrechungen mit den Störungen angezeigt sowie auch indirekte Tätigkeiten auf diese Art und Weise erfaßt. Selbstverständlich gehört die Mengenmeldung entsprechend dem Arbeitsfortschritt dazu.

Viele der am Markt angebotenen BDE-Terminals sind so konstruiert, daß der Dialog zwischen Terminal und Person einfach und verständlich, abgestimmt auf die betrieblichen Belange, geführt wird. Abgesehen davon, daß bestimmte Auswertungen der ermittelten Daten im Betriebsdaten-Erfassungsgerät direkt gemacht werden können, ist es sinnvoll, diese Terminals mit dem Computer zu verbinden, über den auch die übrige DV-unterstützte Fertigungsorganisation abgewickelt wird.

Die Speicherfähigkeit der BDE-Geräte sollte so ausgelegt sein, daß es ausreicht, die Daten einmal täglich abzurufen und auszuwerten. Unter Berücksichtigung von Schicht- und Pausenzeiten wird die "Ist-Zeit" derjeweiligen Tätigkeiten ermittelt und bietet so arbeitstäglich eine Übersicht über den Arbeitsfortschritt eines jeden Auftrages. Daß diese Daten auch der Nachkalkulation zufließen, ist selbstverständlich.

Wenn gewünscht, kann hier dann ein permanenter oder ein abschließender Soll/lst-Vergleich (Nachkalkulation) gemacht werden. Weitere interessante Auswertungen sind: Häufigkeit und Dauer bestimmter Störungen, Ausschußgründe, Art und Dauer indirekter Tätigkeiten sowie die Größe der Nacharbeit und Nacharbeitsgründe. Firmenindividuell sind weitere Auswertungen möglich, sofern sie beim Dialog mit dem BDE-Terminal vorgesehen sind.

Alle anfallenden Daten nur einmal , zu erfassen und allen übrigen Abteilungen zur Verfügung zu stellen, ist das Ziel eines jeden Unternehmens.

So bietet es sich an, die über ein Bereichsterminal erfaßten Informationen auch für die Bruttolohnbearbeitung auszuwerten. Durch Abarbeit von Tabellen ist datums- und uhrzeitbezogen ersichtlich, ob die Tätigkeit an einem Sonn- oder Feiertag durchgeführt wurde, um welche Schicht beziehungsweise um welche Art von Überstunden (25 oder 50 Prozent) es sich handelt. Eine sinnvolle Tabellenverarbeitung reduziert hierbei die Pflege durch den Anwender. Sieht man den Aufwand, der heute noch in vielen Klein- und Mittelbetrieben getrieben wird, um Nachkalkulation und Bruttolohnabrechnung durchzuführen, welche Rationalisierungsreserven hier noch zur Verfügung stehen.

Die Einführung eines solchen Betriebsdatenerfassungssystems ist leichter gesagt als getan, da wegen der dadurch erfolgten Transparenz im arbeitstäglichen Ablauf eines

Arbeitnehmers dieser sehr stark betroffen wird. Jeder Versuch, diese Einführung am Betriebsrat vorbei zu realisieren, wir voraussichtlich zum Scheitern verurteilt sein. Andererseits gibt es genügend Beispiele dafür, daß es hierbei in Abstimmung mit de Personalvertretungen zu erfolgreichen Einsätzen gekommen ist.