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26.01.2001 - 

Bilanz 2000: Zahl der ausgeschriebenen IT-Jobs steigt um 16 Prozent

Telcos haben den größten Hunger nach IT-Personal

Das Stellenangebot am IT-Arbeitsmarkt erreicht immer neue Rekordmarken. 106995 Jobs für Computerfachleute haben die deutschen Unternehmen im Jahr 2000 ausgeschrieben, ein Jahr zuvor waren es noch 91707. Das entspricht einem Viertel aller Stellen für Fach- und Führungskräfte, so die aktuelle Auswertung des Hamburger Medienservice EMC/Adecco von 41 Zeitungen inklusive der COMPUTERWOCHE.

Glaubt man der aktuellen Statistik, sollte sich der Nachwuchs ganz dem Internet widmen, denn da ist der Zuwachs am höchsten: von 2519 auf 5822 Jobs. Angesichts der turbulenten Entwicklung am Neuen Markt und bei einigen Internet-Startups könnten die Ergebnisse nächstes Jahr schon wieder ganz anders aussehen. Verlässliche Prognosen sind daher kaum möglich. Das Gros der Anzeigen wandte sich wie auch in den letzten Jahren an Mitarbeiter für die Anwendungsentwicklung. Auf sie entfielen ein Drittel der Offerten, also 36446 (1999: 32370), wobei der Begriff sehr weit gefasst wird. Berufe wie Organisationsprogrammierer sind hier ebenso berücksichtigt wie Softwareentwickler, Benutzerservice-Mitarbeiter, Qualitätssicherer oder Datenbankspezialisten. Vor allem Letztere sind begehrt. Auf hohem Niveau verzeichnen die Systemspezialisten (2000: 15804, 1999: 14255) sowie die Vertriebler einen leichten Zuwachs (2000: 13483, 1999: 11837).

Ordnet man die ausgeschriebenen Positionen einer bestimmten Management-Ebene zu, so zeigt sich, dass immerhin 90 Prozent der Jobs für Fachkräfte gedacht sind, auf das untere Management entfallen noch acht Prozent, und dann wird die Luft ganz dünn. Zu berücksichtigen ist hier sicher, dass für Toppositionen vor allem die Headhunter auf der Pirsch sind.

Am meisten Mitarbeiter sucht von allen Branchen die Telekommunikationsindustrie. Ihr Arbeitsplatzangebot verdoppelte sich auf 13280 Offerten. Seit der UMTS-Versteigerung sind sowohl die Netz- als auch die Produkteanbieter verzweifelt auf der Suche nach Softwerkern.

Überraschend gesunken ist der Anteil der Stellenangebote aus der IT-Industrie. Vor zwei Jahren machte dieser gut über 40 Prozent aller Computerjobs aus, dann sank er 1999 auf 40 Prozent, und jetzt ist er bei 35,5 Prozent (entspricht rund 38000 Stellen) angelangt.

Hingegen verzeichnen IT-Anwender aus der Industrie, der öffentliche Dienst und sonstige Dienstleister einen steigenden Bedarf an Computerfachleuten. Auf hohem Niveau bewegen sich die Branchen Elektronik, Maschinenbau, Finanzdienstleister und Vater Staat. Die Elektroindustrie schrieb beispielsweise 8555 Stellen (1999: 6825) aus, die Finanzdienstleister 5378 Jobs (1999: 4570) und die Behörden 5177 (1999: 4339). Auf niedrigem Niveau, aber ebenfalls mit stark steigender Tendenz sind die chemische und pharmazeutische Industrie, die Transportbranche, Verlage, Werbeagenturen und Marktforscher an IT-Experten interessiert.

Was den Werdegang der Bewerber betrifft, wünschen sich die meisten Arbeitgeber noch immer den gut ausgebildeten Informatiker. So stieg die Zahl der Anzeigen, in denen ein Informatikstudium verlangt wird, von 24853 auf 32640. Überraschend wirkt die Zurückhaltung der Firmen gegenüber Wirtschaftsinformatikern. Hier ging die Zahl der Offerten von 2126 auf 2083 zurück. Insgesamt setzten die Arbeitgeber in rund 60 Prozent der Angebote eine allgemeine IT-Qualifikation voraus. Von den Nicht-IT-Experten sehen für die Ingenieure die Chancen am besten aus. In 17 475 Anzeigen wird ihr Berufsprofil als Einstellvoraussetzung genannt. Weit weniger Interesse haben die Arbeitgeber an Betriebswirten als an IT-Spezialisten. An die Kaufleute wandten sich 4704 Anzeigen, ein Jahr davor waren es 4089.

Von den sonstigen Quereinsteigern wuchsen die Redakteure und Journalisten am stärksten in der Gunst der Personaler. 695 Stellen (1999: 169) waren für diese Gruppe ausgeschrieben, damit mehr als für Physiker (278) und Mathematiker (462), die ansonsten noch am ehesten als Seiteneinsteiger in die DV in Frage kommen. Der Run auf Redakteure hängt sicher damit zusammen, dass diese zunehmend in den Online-Abteilungen der Betriebe als Content-Lieferanten beschäftigt werden. Auch klassische Firmen gehen dazu über, in ihrem Intranet Informationen für ihre Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, die in der Regel von einem Online-Redakteur aufbereitet werden.

Schlechte Nachrichten gibt es hingegen für Nicht-Akademiker. In 86 Prozent der Fälle verlangen die Chefs ein Studium. Allerdings fördern mittlerweile auch Computerfirmen den Nachwuchs und bilden Lehrlinge zu IT-Profis aus. Sie werden - das prophezeien einige Personaler - zu einer echten Konkurrenz für die etablierten Informatiker. Es ist also damit zu rechnen, dass sich der Akademikeranteil in der Branche kontinuierlich verringert.

Bayern bleibt mit seiner Landeshauptstadt München attraktivste Region für IT-Spezialisten: 21 355 Angebote, also ein Fünftel, stammen aus dem südlichen Freistaat (1999: 18223). Stark aufgeholt und damit an zweite Stelle vorgerückt ist Nordrhein-Westfalen mit 20576 Jobangeboten und 19 Prozent Anteil (1999: 16596). Baden-Württemberg, das sich früher ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem südlichen Nachbarn lieferte, verzeichnet als einziges Bundesland einen leichten Rückgang auf 14360 Stellen (1999: 14 257). Aus Hessen mit seiner Bankenmetropole Frankfurt am Main kommen 13 524 Angebote. Im Aufwind befindet sich Hamburg, das in den letzten Monaten erhebliche Anstregungen unternommen hat, um sich als Multimedia- und Internet-Stadt zu profilieren. 87 34 Jobanzeigen meldet die Hansestadt für das vergangene Jahr, 1999 waren es 7148.

Langsam nach oben, wenn auch auf niedrigem Niveau, geht es in Ostdeutschland. EMC/Adecco zählte in den neuen Bundesländern inklusive Berlin 12 490 Offerten (Vorjahr: 9902), was einem Anteil von zwölf Prozent entspricht. Davon entfielen auf die Hauptstadt mehr als die Hälfte (7612).