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09.02.2001 - 

Content-Management/Den Input für digitale Straßenkarten managen

Tele Atlas ist mit seinem Intranet auch im eigenen Hause wegweisend

Wer anderen sagen will, wo es lang geht, muss selbst über exzellente Kommunikationswege verfügen. Beim belgischen Hersteller digitaler Straßenkarten Tele Atlas Intelligent Maps interagieren mehr als 1000 Mitarbeiter weltweit über ein Intranet, das im doppelten Wortsinn wegweisend ist. Patrick Verlee* schildert die Anwendung.

Den Grundstock der digitalen Straßenkarten bilden Pläne vom Katasteramt oder Luftbildaufnahmen, die von rund 1000 Tele-Atlas-Mitarbeitern bis zu einem halben Jahr lang vor Ort überprüft werden. Zusätzlich liefert das Unternehmen jährlich zwei Updates seiner CDs, in die allein für Deutschland etwa 20000 Änderungen aufgenommen werden. Grob gerechnet ist in drei Jahren mindestens ein Drittel der Daten veraltet.

Informationen über Änderungen, Neubaugebiete oder Verkehrsberuhigungen erhält der Anbieter von den Straßenverkehrsämtern, dem Katasteramt oder seinen Kunden. Ausgerüstet mit einem Pentop, einem handlichen Computer, machen sich Tele-Atlas-Mitarbeiter auf den Weg, um nach der Ortsbesichtigung die Daten mit einem elektronischen Stift direkt auf dem Bildschirm zu aktualisieren. Schon Sekunden später können die Datenerfasser die Informationen, die in der nächsten Update-Version gespeichert werden, zum Zentralrechner in Belgien schicken.

Dies zeigt, welche Anforderungen an die internen Kommunikationswege im Intranet bei Tele Atlas gestellt wurden: Es musste schnell, aktuell, hoch performant und weltweit verfügbar sein.

Tele Atlas entschied sich für Content-Management und ein Redaktionssystem als Basis für sein Intranet. Vorzug dieser Vorgehensweise: HTML-Kenntnisse sind zur Dateneingabe nicht erforderlich. Mit einem solchen, einfach zu bedienenden System kann jeder Mitarbeiter nach einer Schulung von ein bis zwei Tagen - manchmal sogar ohne - Informationen in das Intranet stellen. Dafür werden lediglich die gewünschten Texte und Grafiken ins System importiert. Dieses generiert dann automatisch Dokumente, die sich mit jedem Internet-Browser abrufen lassen.

Externe Unterstützung holte sich Tele Atlas bei der Dimedis GmbH (www.dimedis.de). Gemeinsam wurde eine "digitale Strategie" auf Basis des Content-Management-Systems @it entwickelt.

Ausschlaggebend war die Aussicht, auf diesem Weg ein sauber strukturiertes und an die bereits bestehende IT-Infrastruktur angepasstes Intranet auf den Weg bringen zu können, das auch Komponente der digitalen Strategie des gesamten Unternehmens sein würde. Digitale Strategie steht hier für den Blick über den Tellerrand einzelner Projekte hinaus wie beispielsweise Unabhängigkeit des Käufers vom Anbieter, für Offenheit und Bedienerfreundlichkeit.

Um Kompatibilitätsprobleme innerhalb des heterogenen Netzwerks zu vermeiden und aufgrund der hohen Zahl von Zugriffen externer Mitarbeiter via Internet war es wichtig, dass das System auf den gängigen Internet-Standards aufsetzte. Da @it vollständig auf der freien Programmiersprache Perl basiert, kann das System plattformunabhängig von jedem Mitarbeiter mit Benutzerrechten aus einem LDAP-System (Lightweight Access Protocol) über einen einfachen Web-Browser bedient werden.

Innerhalb der im Projektplan vorgesehenen 16 Wochen stellte ein Team von fünf Entwicklern das Redaktionssystem mit einem Netscape-Webserver und der dazugehörigen Informix-Datenbank auf NT-Basis auf die Beine. Während des gesamten Projektverlaufs waren nur zwei Treffen notwendig, da Tele Atlas Zugang zum Intranet seines Dienstleisters hatte und so ständig Einsicht in den Projektverlauf nehmen konnte. Viele Wünsche und Anregungen ließen sich auf dem kleinen Dienstweg per Telefon oder E-Mail einbringen.

Jeder Mitarbeiter sollte Inhalte ins Intranet stellen können. Damit die Vielzahl der Veröffentlichungen besser zu kanalisieren war, wurden für jeden Bereich "Key Publisher" benannt, die für die Aktualisierung der Inhalte ihres Bereichs zuständig sind. Nur eine Woche vor dem Start des Intranet, am 1. Juni 1999 wurden die angehenden Intranet-Redakteure in einem zweitägigen Seminar geschult. Dabei lernten sie den Umgang mit dem Redaktionssystem kennen und pflegten die ersten Inhalte in die Datenbank ein.

Die Key Publisher erhalten für die Veröffentlichung Rechte, die festlegen, in welche Bereiche sie Informationen eingeben dürfen. Inhalte, die nur für ausgewählte Nutzer bestimmt sind, können mit eingeschränkten Zugriffsrechten versehen werden. Eine übergeordnete Qualitätskontrolle war nicht erforderlich, da alle Angaben namentlich gekennzeichnet sind. So sind alle Anwender angehalten, sich für die Richtigkeit ihrer Eingaben zu verbürgen.

In regelmäßigen Treffen stellen Intranet-Redakteure einander ihr Informationsangebot vor. Sie diskutieren und lernen dabei, wie sie ihre Dokumente weiter verbessern, wie sie zusätzliche Funktionen des Redaktionssystems einsetzen oder welche Neuerungen am Tele-Atlas-Intranet für die Zukunft geplant sind.

Für die Akzeptanz des neuen Kommunikationsmediums war es wichtig, allen Redakteure klar zu machen, dass alles Wichtige ab sofort im Intranet steht. Aus rund hundert Vorschlägen der Mitarbeiter wurde "Insite" als Name für das neue Werkzeug ausgewählt. Promotion-Artikel wie T-Shirts und Poster trugen zu seiner Bekanntheit bei.

Mittlerweile ist das Intranet anerkannt und erfreut sich großer Beliebtheit: Besonders die 250 bis 300 Mitarbeiter, die im Außendienst tagsüber mit dem Auto die Anga-ben der Navigationssoftware überprüfen, wissen es sehr zu schätzen. Nach getaner Arbeit können sie sich von überall aus in das Intranet einloggen, die gewonnenen Daten übertragen und sich gleichzeitig über Neues im Unternehmen informieren. Logfiles ergaben, dass einige Angestellte auch an Wochenenden und Feiertagen in Insite unterwegs sind.

Bisher kaum Support angefallenAuch für die Aus- und Weiterbildung wird Insite genutzt: Ein interaktives Training vermittelt Einsteigern bei Tele Atlas in ein bis zwei Tagen die Grundlagen für ihre Arbeit. Wo früher Schulungen in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden, kommen heute Übungsaufgaben per Intranet und werden via E-Mail beantwortet sowie korrigiert - ein erhebliches Einsparpotenzial an Zeit und Kosten.

Bisher ist kaum Support angefallen. Auch ein neues "look and feel" könnte in wenigen Stunden vollzogen werden. Dafür müssen lediglich Dokumentvorlagen geändert werden, nicht aber die Tausende von Dokumenten, die mittlerweile das Intranet von Tele Atlas ausmachen. Unter Verwendung statischer HTML-Seiten wäre bei annähernd gleichem Ergebnis ein Team von mehreren Internet-Entwicklern einige Monate beschäftigt.

*Patrick Verlee ist Manager Corporate Applications bei Tele Atlas Data AG, Gent (Belgien).

Der PflegeaufwandÜblicherweise muss für einen Internet- oder Intranet-Auftritt alles programmiert werden. Das heißt, nicht nur das Layout und die Verknüpfungen der Seiten, sondern auch Inhalte wie Texte oder Grafiken. Man spricht dabei von statischen Netzseiten. Der hohe Pflegeaufwand solcher Seiten bewirkt, dass oft schon nach kurzer Zeit immer weniger aktuelle Informationen eingearbeitet werden.

Mit einem Redaktionssystem lassen sich Inhalte von Netzseiten auch ohne Programmierkenntnisse verändern. Dies wird durch dynamische Seiten erreicht, bei denen Layout und Verknüfungen getrennt von den Inhalten bearbeitet werden. Das bedeutet, dass das einheitliche Layout der Seiten nach den Maßgaben des Unternehmensauftritts nach wie vor programmiert wird. Die Nutzer des Redaktionssystems füllen nur noch die entsprechenden Dokumentvorlagen mit ihren Inhalten.

Das UnternehmenDie Tele Atlas AG im belgischen Gent entwickelte sich seit 1978 vom Hersteller von Routenplanern und Entfernungskarten zu einem führenden Anbieter digitaler Straßenkarten auf CD-ROM für Satellitennavigationssysteme mit 60 bis 70 Niederlassungen in Europa und den USA.

Auf dem Weg durch den Großstadtdschungel verlassen sich bei uns heute zirka eine Million Autofahrer auf einen digitalen Pfadfinder. Diese Wegweiser bestehen aus einem Computer mit Satellitensystem und Kompass. Im Inneren des Navigationscomputers dreht sich eine Daten-CD, auf der alle Details über Straßenverlauf, Beschaffenheit der Straße - von der Einbahnstraße bis zur Stadtautobahn - , Abbiegemöglichkeiten, Rasthäuser und Tankstellen verzeichnet sind.

Das Geschäft mit den aktuellen Daten über die Beschaffenheit der Wegstrecke bedingt eine Flut an Informationen, die auf den CD-ROMs festgehalten werden.