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19.09.2006

Telecom Italia steckt im Umbruch

Einziger Lichtblick ist die Übernahme von AOL in Deutschland.

Die europäischen TK-Carrier sind seit geraumer Zeit bemüht, eine passende Antwort auf die Veränderungen im Markt zu finden. Während jedoch viele Konzerne die unterschiedlichen Sparten zuletzt enger integriert haben, entschied sich die Telecom Italia für eine andere Strategie: Die Bereiche Breitband, Festnetz und Mobilfunk sollen entflochten werden, auch um den Verkauf der beiden letztgenannten Geschäftsbereiche zu ermöglichen. Den ehemaligen Monopolisten plagen Schulden in Höhe von 41 Milliarden Euro.

Statt der Konvergenz von Festnetz und Mobilfunk setzen die Italiener auf die Verbindung von schnellem Internet mit Inhalten. Der Umbau soll Milliarden kosten, und die Pläne treffen auf ein Dickicht verschiedener Interessen: Neben römischen Politikern diskutieren Gewerkschaften, Staatsanwälte, Medien und Miteigentümer (Pirelli, Benetton) über die Zukunft des Konzerns. Dieser wird zudem von einer Holding-Struktur kontrolliert, die selbst für italienische Verhältnisse äußerst komplex gestaltet ist. Vergangene Woche trat der Chef und Großaktionär Marco Tronchetti Provera zurück, und auch ein Berater von Ministerpräsident Romano Prodi musste gehen. Er hatte einen brisanten politischen Bericht an den Konzern übermittelt und politische Querelen hervorgerufen.

Gelungen ist der Telecom Italia hingegen die Übernahme des Internet-Zugangsgeschäfts von AOL Deutschland, wenn auch zu einem hohen Preis. Die Italiener zahlen 675 Millionen Euro für etwas mehr als eine Million Kunden, verbinden AOL mit ihrer Tochter Hansenet ("Alice") und können sich hierzulande nun mit United Internet um den zweiten Rang im Breitbandgeschäft hinter T-Online streiten. Erfolglos mitgeboten hatten Versatel, United Internet und Freenet. AOL setzt künftig auf Inhalte und Online-Werbung.

Der Deal trifft auch die Deutsche Telekom, deren Leitungen AOL bis dato weitervermarktet. Hingegen verfügt Hansenet über eine eigene Netzinfrastruktur, die nun sukzessive mit AOL-Kunden gefüllt wird. (ajf)