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13.03.1987 - 

Aussteller üben Kritik hinter vorgehaltener Hand:

Telecom noch nicht in CeBIT integriert

HANNOVER (dow) - Die großen Aussteller demonstrieren satte Zufriedenheit, die kleinen machen notgedrungen mit. Dieser Eindruck drängt sich auf, fragt man nach den Erfolgen der vergangenen Tage in den Telekommunikations-Hallen 10 und 17.

Endgültiges läßt sich erst nach der Messe sagen, wird allerorts mitgeteilt. Offene Kritik mag noch keiner formulieren. "Die Angst davor, daß Kritik mit einem schlechten Verkauf der eigenen Produkte in Verbindung gebracht wird, ist einfach zu groß", äußerte sich der Sprecher eines Unternehmens.

"Wo die deutsche Post ist, da sind auch wir." Das scheint der Standpunkt mehrerer Unternehmen zu sein, die in Hannover ihren größten Kunden hätscheln. Solange die Post ein Monopol im Fernmeldebereich besitzt, sind sie selbstverständlich nicht auf die Privatkunden angewiesen. Dennoch, räumt ein Sprecher eines Postzulieferers ein, "eine Neuigkeitenmesse ist CeBIT nicht. Bei der Innovationsgeschwindigkeit in diesem Bereich reichte es, wenn man sich alle zwei Jahre treffen würde."

Kontakte zu neuen Kunden sind in Hannover seltener als zu bekannten. "Wie in der Verbannung" fühlt sich ein Hersteller, der Hannover "als den zweitschlechtesten Messeplatz nach Gorki" bezeichnet. Auch andere Aussteller sähen die Telekommunikation lieber im Umfeld industrieller Anwendungen.

Die ganz Großen machen gut Wetter: Selten vergessen ihre Sprecher immer wieder zu betonen, wie gut es doch sei, zeigen zu können, daß Datenverarbeitung und Nachrichtentechnik zusammenwachsen. Kein Wunder, wenn sie alle Produkte vom Rechner bis zur Telefonanlage in ihrer Produktpalette führen. Dennoch: Auch bei einigen von ihnen finden Überlegungen statt, im nächsten Jahr "möglicherweise etwas zu ändern", wie ein Firmensprecher sich vorsichtig ausdrückte.

Das Gerücht, eine eigene Telekommunikations-Messe im Inland zu organisieren, wird vom ZVEI energisch dementiert. "Noch eine Messe - das wäre zu viel", das ist auch die Meinung vieler Hersteller, die mit Hannover, so wie die Messe jetzt organisiert ist, unzufrieden sind.

Daß sich etwas ändern muß, darüber sind sie sich auch weitgehend einig. Nackt, wie der Kaiser im Märchen, präsentiert sich der Telekommunikationsbereich in diesem Jahr. Das offensichtliche Fernbleiben der Kunden in Halle 16 damit zu erklären, daß das Fachpublikum zahlenmäßig nun einmal geringer sei als die Rucksackkundschaft in den anderen Hallen, wird von Insidern denn auch als Augenwischerei bezeichnet. "Schließlich weiß hier eigentlich jeder, daß ein Teil unserer Kunden erst in drei Wochen kommt."

Im ZVEI wird über besseres Marketing diskutiert, zwar noch hinter verschlossener Tür, aber laut genug. Gerhard Reckel vom ZVEI: "Wenn internationale Aussteller da sind, kommen auch internationale Kunden."

Diskussionsergebnisse, die dann in Konzepte münden, sind sicher erst lange nach der Messe zu erwarten. Fazit eines Ausstellers: "Die Meinungen über den Telekommunikationsbereich in Hannover sind geteilt, aber man weiß, daß die Konkurrenz nicht schläft."