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31.10.2005

Telefónica kauft britische O2

Die Spanier expandieren nach Großbritannien und Deutschland.

Telefónica SA übernimmt für 17,7 Milliarden Pfund Sterling (umgerechnet 26,1 Milliarden Euro) den Mobilfunkbetreiber O2 Plc. und baut damit sein Geschäft in Europa aus. In den Jahren zuvor hatten die Spanier vor allem in Lateinamerika Marktanteile gewonnen.

Telefónica bietet zwei britische Pfund pro O2-Aktie. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 22 Prozent auf den O2-Schlusskurs vom Freitag vergangener Woche, dem letzten Handelstag vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Die jahrelangen Spekulationen über die Zukunft des britischen Unternehmens sind damit beendet. O2 war 2001 entstanden, als der ehemalige Monopolist British Telecom in die Mobilfunker und die fürs Festnetz zuständige BT Group aufgespalten worden war.

Für O2, das in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Mobilfunkbetreibern auf dem europäischen Markt gehörte, hatten sich unter anderem auch die Deutsche Telekom AG und die niederländische KPN NV interessiert. Den Briten fehlte aus Sicht von Branchenkennern die kritische Masse, um eigenständig zu überleben.

Telefónica übernimmt die Aktiva von O2 im Vereinigten Königreich, Irland und Deutschland.

Auf kartellrechtliche Hürden dürften die Spanier - anders als frühere Interessenten - dabei kaum stoßen, weil sie in diesen Märkten bis dato nicht aktiv sind. O2 soll als Marke bestehen bleiben und auch weiterhin vom bisherigen Firmenchef Peter Erskine geleitet werden.

Telefónica, nach Marktwert der weltweit fünftgrößte TK-Anbieter, war seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Übernahmeobjekt in Europa. Zuletzt war man auf KPN zugegangen, allerdings zeigten die Holländer keinerlei Interesse an Fusionsverhandlungen. Danach nahm Telefónica O2 ins Visier. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im englischen Slough, beschäftigt rund 15000 Mitarbeiter und bedient auf seinen drei Märkten zusammen 24,6 Millionen Mobilfunkkunden.

Trend zur Konsolidierung

Europaweit arbeiten die einstigen Staatsmonopolisten, zu denen auch Telefónica gehört, daran, sich von ihren Ende der 1990er Jahre zum Teil durch den Kauf von UMTS-Lizenzen aufgehäuften Schuldenbergen zu befreien. Machen sie hier Fortschritte, können sie sich Übernahmen leisten. In diesem Jahr gab es bereits Multi-Milliarden-Euro-Deals in den Niederlanden, Österreich, Italien, Spanien und der Tschechischen Republik. Mehrere Investment-Firmen versuchen gerade, für zwölf Milliarden Dollar die dänische TDC zu übernehmen, die auch in der Schweiz, Deutschland und Polen nennenswertes Geschäft macht.

Dazu kommt, dass große traditionelle Festnetzanbieter ihre Mobilfunk- und Festnetzaktivitäten enger verzahnen. France Télécom hatte beispielsweise überraschend im vergangenen Juli den spanischen Mobilnetzbetreiber Amena für 6,4 Milliarden Euro geschluckt und damit direkt im Revier von Telefónica gewildert. Für die alten Festnetzriesen ist die Mobilfunkexpansion sinnvoll, weil der massive Wettbewerb und neue Techniken wie Voice over IP die traditionelle Telefonie angreifen. (tc)