Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Hearing im Bundeswirtschaftsministerium macht Differenzen augenscheinlich:

Telefax: Unerwünschter Mitbewerber Post

01.09.1978

BONN - Nach wie vor gibt ff die Differenzen über die Haltung der Post bei dem von ihr geplanten Telekopier-Dienst (Telefax): Während die Post als Mitbewerber auftreten will, wünschen nicht nur die potentiellen Hersteller von Fernkopiergeräten eine privatwirtschaftliche Regelung. Daß Uneinigkeit weiterhin besteht, bestätigte sieh nach einer nichtöffentlichen Anhörung am 15. August, zu der Staatssekretär Dr. Otto Schlecht (Bundeswirtschaftsministerium) 40 Vertreter von Verbänden und Firmen nach Bonn geladen hatte.

Die Bundespost soll zwar mit dem Ergebnis der Anhörung "nicht unzufrieden" gewesen sein, zumal sich der Arbeitskreis Telefax-Dienst bereits vor dem Hearing im Einvernehmen mit der Post auf das Dienstleistungsprofil und die Benutzungsregeln geeinigt habe. Dem Arbeitskreis gehören ZVEI, VDMA, der Bundesverband der Vertriebsunternehmen für Büroorganisation (BVB) und die Bundesstelle für Büroorganisation und Bürotechnik an.

Der BVB hat sich bereits zwei Tage nach der Anhörung von der Post als Wettbewerber distanziert und vor allem Zweifel angemeldet, "daß sieh die Bundespost aufgrund ihrer Sonderstellung im. Wettbewerb wie jeder andere Anbieter verhalten könne". Denn: Der hoheitliche Sonderstatus der Deutschen Bundespost schließt es nach Ansicht des Bundesverbandes der Vertriebsunternehmen für Büroorganisation aus, daß sich im Rahmen des neuen Telefax-Dienstes die Deutsche Bundespost an dem Vertrieb von Fernkopierern beteiligt. Vielmehr sollten Vertrieb und Wartung der diesbezüglichen Endgeräte aus ordnungs- und wettbewerbspolitischen Gründen ausschließlich den Vertriebsunternehmen für Büroorganisation überlassen bleiben.

Auch der Bundesverband der Bürowirtschaft (BBW) ist gegen die Post als Mitanbieter. Geschäftsführer Helmut Schmalfuß vertritt den Standpunkt: Für den bürowirtschaftlichen Fachhandel sind Fernkopiergeräte nichts anderes als normale Hardware. Das Eintreten der Deutschen Bundespost in den Wettbewerb mit ausschließlich mittelständisch orientierten Handelsunternehmen könnte praktisch zum Ausschluß des Fachhandels aus dem Wettbewerb führen. Außerdem fürchtet Schmalfuß die präjudizierende Wirkung einer derartigen Maßnahme der Bundespost für die Zukunft. Dies hätte zur Folge, daß der Markt für Innovationen, der sich immer mehr bei der Datenübermittlung auf Anlagen oder Leitungssysteme der Bundespost stützen wird, entscheidend eingeengt wird.