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05.06.2008

Telekom-Affäre kein Thema für Corporate-Governance-Kommission

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom AG wird vorerst keine Änderungen im deutschen Kodex für gute Unternehmensführung nach sich ziehen. Bei der turnusmäßigen Sitzung der hierfür zuständigen Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex am Freitag steht das Thema nicht auf der Tagesordnung. "Wir sehen unmittelbar keinen Handlungsbedarf", sagte der Kommissionsvorsitzende Gerhard Cromme am Donnerstag in Düsseldorf.

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom AG wird vorerst keine Änderungen im deutschen Kodex für gute Unternehmensführung nach sich ziehen. Bei der turnusmäßigen Sitzung der hierfür zuständigen Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex am Freitag steht das Thema nicht auf der Tagesordnung. "Wir sehen unmittelbar keinen Handlungsbedarf", sagte der Kommissionsvorsitzende Gerhard Cromme am Donnerstag in Düsseldorf.

Cromme verwies darauf, dass in der Kommission ohnehin nie über konkrete Einzelfälle gesprochen werde und sich die Kommission auch nicht "zu einem Sklaven des Zeitgeistes" machen dürfe. Bei der Telekom müssten zudem auch erst einmal die Fakten abgewartet werden. Klar sei nur, dass Unternehmen bei der Datensammlung alles machen dürften, was gesetzlich sei. Sei es bei der Telekom tatsächlich zu Gesetzesverstößen gekommen, wären eindeutig Grenzen überschritten.

Cromme äußerte seine Sorge über den Vertrauensverlust, den Manager derzeit in weiten Teilen der Bevölkerung erfahren. Zwar gebe es in den Unternehmen "Einzelfälle, die absolut nicht akzeptabel" seien, sagte er. Allerdings sei die heutige Managergeneration auch nicht schlechter als frühere. Heute komme nur mehr ans Tageslicht und die Öffentlichkeit reagiere darauf viel sensibler. Moral könne man aber nicht per Gesetz oder über einen Kodex verordnen. Entscheidend sei letztlich die Transparenz in Unternehmen. Diese sei die beste Kontrolle.

Cromme will Ende Juni den Vorsitz der Corporate-Governance-Kommission, die er seit der Einsetzung im September 2001 geleitet hatte, abgeben. Er begründete dies damit, dass er für die Arbeit in den Aufsichtsräten der Siemens AG und der ThyssenKrupp AG Zeit benötige. In beiden Gremien hat Cromme ebenfalls den Vorsitz inne. Der neue Kommissions-Vorsitzende Klaus-Peter Müller werde der Arbeit am Corporate Governance Kodex "neue Impulse" verleihen, zeigte sich Cromme sicher.

Der Manager zog ein positives Fazit der bisherigen Kommissionsarbeit und verwies dabei vor allem auf die Stärkung des Aufsichtsrates (AR) in den vergangenen Jahren. Der AR spiele auch gegenüber dem Vorstand heute eine ganz andere Rolle, betonte Cromme. Die Arbeit sei effizienter und professioneller geworden. Als unbefriedigend sieht Cromme dennoch die immer noch recht hohe Abhängigkeit des AR von Informationen aus dem Vorstand an. Dies habe sich auch im Fall IKB gezeigt. "Wenn dann noch kriminelles Verhalten dazu kommt, werde es für den AR besonders schwer, Missstände aufzudecken."

Webseite: http://www.corporate-governance-code.de -Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/nas

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