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19.04.1996 - 

Fusionsgespraeche mit BT stagnieren

Telekom AG hat Interesse an der Uebernahme von Cable & Wireless

"Wir sind in sensible Vor-Sondierungsgespraeche verwickelt, aber es hat keine offiziellen Diskussionen gegeben." Diese vom "Handelsblatt" und der Nachrichtenagentur "Reuter" zitierte Aeusserung von Telekom-Finanzvorstand Joachim Kroeske sorgte Anfang der Woche fuer Unruhe. Kroeske hatte so dem Vernehmen nach in einem Hintergrundgespraech mit Journalisten auf die Frage reagiert, ob sein Unternehmen an einer Uebernahme von Cable & Wireless interessiert sei.

Brisant ist dies besonders deshalb, weil der britische Carrier gerade, wie vor Wochenfrist bekannt wurde, mit seinem Wettbewerber BT ueber eine Fusion verhandelt. Allerdings sind diese Gespraeche, wie es in London heisst, momentan festgefahren. Umstritten ist demnach vor allem der Kaufpreis sowie die Einbettung der neuen Company in das Geflecht internationaler Allianzen - insbesondere auch, was den deutschen Telecom-Markt angeht (BT hat erst vor kurzem die Gruendung einer Holding zusammen mit RWE und Viag angekuendigt; Cable & Wireless ist durch diverse Ueberkreuzbeteiligungen mit Veba verbunden).

Dass nun mit der Telekom ein weiterer vermeintlicher Uebernahmeinteressent im Spiel ist, macht die Situation Experten zufolge noch komplizierter. Dies um so mehr, als die Chancen der Deutschen, eine Akquisition dieser Groessenordnung ueberhaupt finanzieren zu koennen, als sehr gering eingestuft werden. Londoner Boersenkreise gehen von einem Kaufpreis von 45 Milliarden Mark aus, hinzu kaemen schaetzungsweise weitere 13 Milliarden Mark fuer ein dann faelliges Uebernahmeangebot bezueglich der umlaufenden Aktien der Cable & Wireless-Tochter Hongkong Telecom. Andererseits ist die Telekom mit mehr als 100 Milliarden Mark verschuldet und hat genug mit der Vorbereitung ihres Boersenganges zu tun, heisst es.

"Kein Kommentar" war denn auch die Antwort der Telekom- Pressestelle auf eine Anfrage der CW. Im uebrigen verweist man in Bonn auf mehrmalige Aeusserungen von Telekom-Chef Ron Sommer, wonach man am britischen Markt zwar sehr interessiert sei, aber nicht ueber Namen reden wolle. Als wahrscheinlicher wird daher in London nach wie vor eine fuer die Telekom vergleichsweise preisguenstige Option gehandelt: die Uebernahme der 80prozentigen Cable & Wireless-Tochter Mercury, falls die Fusion zwischen der Muttergesellschaft und BT doch noch zustande kommen sollte. Der in Grossbritannien neben BT zweite landesweite Anbieter von Telefondiensten muesste dann naemlich aus kartellrechtlichen Gruenden verkauft werden.