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27.09.1996 - 

Mehrwertsteuerpflicht und Rückstellungen trüben Halbjahresbilanz

Telekom befreit sich vor dem Börsengang von Altlasten

Ohne die im Geschäftsjahr 1996 erstmals konsolidierte ungarische Telefongesellschaft Matav (die "Neuerwerbung" des ehemaligen Postunternehmens schlägt mit rund 936 Millionen Mark Einnahmen zu Buche) ging der Umsatz der Telekom im ersten Halbjahr 1996 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 32,5 auf 29,7 Milliarden Mark zurück. Gleichzeitig verminderte sich das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 5,4 auf 2,7 Milliarden Mark.

Vergleich mit 1995 leide unter einer "Schieflage"

Beide Vergleiche befänden sich jedoch, wie Telekom-Chef Ron Sommer und Finanzvorstand Joachim Kröske bei der Vorlage der Halbjahresbilanz betonten, "in einer Schieflage". Der Grund: Zum einen sei der Umsatzrückgang allein durch die Nichtweitergabe der zu Jahresbeginn eingeführten Mehrwertsteuer an die Kunden verursacht worden, zum anderen müßte man in Sachen Ergebnis als Vergleichszahl für das erste Halbjahr 1995 das um den Mehrwertsteuereffekt bereinigte operative Ergebnis von 2,2 Milliarden Mark heranziehen. Um diesen Effekt bereinigt, hätte sich, so Kröske, auch eine Umsatzsteigerung in Höhe von 1,5 Prozent ergeben.

Entscheidend zu dem auf den ersten Blick miserablen Jahresüberschuß von 130 Millionen Mark (1995: 3,5 Milliarden Mark) aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat offensichtlich auch die Absicht von Telekom-Chef Sommer, vor dem Börsengang "klar Schiff zu machen", beigetragen. So wurden den Angaben zufolge die Rückstellungen für den bis zum Jahr 2000 geplanten Abbau von 60000 Stellen in Höhe von 1,75 Milliarden Mark auf das erste Halbjahr 1996 vorgezogen. Alle Neuaktionäre können davon ausgehen, daß dadurch die künftigen Ergebnisse durch diese einmaligen Restrukturierungskosten nicht mehr belastet werden, hieß es.

Sommer muß allerdings sein Unternehmen auch noch von anderen Altlasten befreien - zum Beispiel von den rund 125 Milliarden Mark Verbindlichkeiten, die sich bis dato angehäuft haben und die bis zur Jahrtausendwende auf etwa die Hälfte reduziert werden sollen. Bisher liege man hier, wie es in Bonn hieß, im Plan gut ein Drittel des geplanten Schuldenabbaus sei bereits geschafft. Gleiches gilt für den Abbau von Mitarbeitern 23000 von den zur Disposition stehenden 60000 Stellen sind bereits dem Rotstift zum Opfer gefallen. Gleichzeitig verwies man darauf, daß voraussichtlich bis 1998 die wesentlichen Investitionen in die Netzinfrastruktur (Digitalisierung der Ortsnetze, "Aufbau Ost") abgeschlossen sein dürften.

Gute Voraussetzungen also für den im November bevorstehenden Börsengang, meint das Management der Telekom. Nach 66,1 Milliarden Mark 1995 erwartet der Telekom-Chef für dieses Jahr aufgrund des Steuereffekts und Preisnachlässen im Zuge der Tarifreform trotzdem noch mehr als 60 Milliarden Mark Umsatz. Bei sinkenden Personal- und Zinskosten sowie wegfallenden Sonderbelastungen werde das operative Ergebnis um deutlich mehr als 50 Prozent steigen. Der Telekom-Vorstand unterstellt dabei, daß das Marktwachstum von durchschnittlich zwölf Prozent anhält.