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18.09.1998 - 

Trotz ADSL-Projekt will Sommer weiter ISDN-Kunden melken

Telekom-Chef gegen "parasitären Wettbewerb"

Sommer bezeichnete die Regulierer als "Robin Hoods", unterstellte ihnen jedoch weniger ehrenhafte Motive: Sie unterminierten die Innovation in Telecom-Netzen und verhinderten letztendlich Investitionen. "Einige Regulierer halten es für richtig, Newcomern einen Netzzugriff zu sehr niedrigen Preisen zu ermöglichen", so Sommer. Es sei jedoch nicht gut für die Wirtschaft, wenn die Behörden vorhandene Netze einfach zu billigen Gemeingütern erklärten. Das führe zu einem Preiskampf, der auf Kosten des Fortschritts geführt werde.

Auf dem fünften Jahreskongreß für CEOs, dessen Leitthema die Konvergenz der Technologien war, stellte Sommer die Daseinsberechtigung von Regulierungsbehörden generell in Frage. Konkurrenz sei wünschenswert und richtig. "Wir begrüßen Wettbewerb, wenn er auf Innovation und Investition beruht", so der Telekom-Chef. Letztendlich bringe er die Marktentwicklung voran. "Aber Konkurrenz durch Parasiten lähmt den Markt und führt zu Preissenkungen, die keineswegs mehr Innovation und Investitionen zur Folge haben."

Große Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom sollten laut Sommer aufgrund ihrer beträchtlichen Ausgaben für die Infrastruktur geschützt werden. Statt dessen würden sie genötigt, Kapazitäten zu billig an Wettbewerber abzugeben. Das führe auf Dauer dazu, daß Verbesserungen der Netzinfrastruktur ausblieben.

Sommer äußerte sich auch zu künftigen Investitionsschwerpunkten der Telekom. Obwohl sich der deutsche Carrier in entsprechenden Feldversuchen engagiert, sieht der Vorstandsvorsitzende nur ein geringes Interesse bei Privatkunden, einen schnellen Internet-Anschluß über neue Technologien wie Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL) einzurichten. Offenkundig sorgt sich Sommer, daß eine breite Ankündigung der hochfliegenden ADSL-Pläne zu einem Einbruch im ISDN-Geschäft führen könnte.

ISDN erfreue sich in Deutschland ungebremster Nachfrage, die Anwender seien damit vollauf zufrieden. "Deutschland hat mehr ISDN-Anschlüsse als die USA und Japan zusammen", so Sommer, "der Markt wächst auch jetzt noch um 40 Prozent jährlich."

Ungeachtet dessen wird die Telekom bis Ende 1999 bundesweit 70000 Telefonanschlüsse mit einem schnellen ADSL-Zugang ausstatten. Die Anwender werden in der Lage sein, bandbreitenintensive Anwendungen wie Videoclips, dreidimensionale Animationen oder Multimedia-Spiele über die normale Telefonleitung zu empfangen, da die ADSL-Technologie eine Übertragungsgeschwindigkeit von 8 Mbit/s zum Anwender, allerdings nur 768 Kbit/s in umgekehrter Richtung erlaubt.