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25.07.2006

Telekom-Chef Ricke geht in die Offensive

Der Vorstandschef sieht bessere Zeiten für die Deutsche Telekom anbrechen - trotz Problemen beim IPTV-Start.

Ab Herbst sollen die Preismodelle für alle Bereiche, sei es Festnetz- oder Mobilfunk-, Privat- oder Geschäftskunden, radikal vereinfacht werden, so Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. "Im Festnetz bedeutet das Pauschaltarife für den Anschluss inklusive Leistungen für Telefonieren, Surfen oder Fernsehen - oder eine Kombination der drei", sagte der Topmanager im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Im Mobilfunk dürfe niemand mehr Angst vor den Telefonkosten haben.

Mehr DSL-Konkurrenz für die Telekom

Während die Deutsche Telekom fordert, das geplante VDSL-Netz für einige Jahre von der Regulierung auszusetzen, könnte der Ex-Monopolist bereits ab Herbst einen Gutteil seiner Vormachtstellung im Bereich IP-Bitstrom-Zugang verlieren. Um Konkurrenten der Telekom den Einstieg in den Breitbandmarkt zu erleichtern, plant die Bundesnetzagentur, den Carrier beim IP-Bitstrom-Zugang zu einem diskriminierungsfreien Angebot zu verpflichten. Außerdem soll der TK-Riese eine getrennte Rechnungsführung zulassen und ein Standardangebot veröffentlichen. Die darin aufgeführten Preise für die Vorleistung für schnelle Internet-Zugänge muss sich die Telekom vorab von der Regulierungsbehörde genehmigen lassen.

Zurzeit können alternative Netzbetreiber ihre Netzinfrastruktur - sofern sie nicht die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) komplett übernehmen - nur an einem von 51 ATM-Netzknoten (Layer 2) für den ATM-Bitstrom-Zugang oder 73 Points of Presence (POP) (Layer 3) für den IP-Bitstrom-Zugang mit dem Datennetz der Telekom zusammenschalten. Die Provider sparen sich so zwar die Kosten für zusätzliche Hardware an den Vermittlungsstellen. Im Gegenzug stellt ihnen die Telekom diese Transportleistung der DSL-Daten zwischen den Vermittlungsstellen und den Netzknoten allerdings auch in Rechnung. Rund 90 Prozent der Umsätze geben die Reseller an den Bonner TK-Konzern weiter. Außerdem ist es nicht möglich, die Qualität ihrer Dienste sowie die Bandbreite selbst zu bestimmen.

Die geplanten Preissenkungen bedeuteten nicht unbedingt einen Umsatzeinbruch, erklärte Ricke. Vielmehr könne die Telekom durch die Inbetriebnahme neuer IP-basierender Netze, die weniger Wartung, Personal sowie Gebäudeflächen benötigten, die Kosten noch radikaler senken als bisher.

Das groß angekündigte Komplettangebot aus Telefonie, Internet und Fernsehen (Triple Play) im neuen VDSL-Netz, für das die Telekom derzeit die Strippen in zahlreichen Großstädten verlegt, sieht Ricke in den nächsten 18 Monaten jedoch nicht als das "allein selig machende Mittel" - eher als langfristige Perspektive. Kurzfristig gehe es darum, im traditionellen Festnetzgeschäft Marktanteile zu verteidigen, so der Telekom-Chef. Hier tickt beim Bonner Konzern eine Zeitbombe, verliert dieser doch pro Quartal 500 000 Anschlüsse an konkurrierende TK-Anbieter oder Kabelgesellschaften.

Um die Abwanderung zu stoppen, hatte die Telekom sich das Triple-Play-Angebot "T-Home", ersonnen, das sich aus einem IP-basierenden Fernsehangebot mit über hundert Kanälen (samt Bundesliga-Live-Übertragungen), Breitband-Internet und Telefonie zum Pauschalpreis zusammensetzt. Wegen Qualitätsschwierigkeiten startet T-Home nun jedoch deutlich später als vorgesehen.

Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Insider berichtet, hat die Telekom technische Probleme. Diese sollen auf die zugrunde liegende Internet-TV-Plattform "Microsoft TV IPTV Edition" zurückzuführen sein. Die Software hat in der Branche den Ruf, komplex und instabil zu sein. Auch der Schweizer TK-Konzern Swisscom musste den Start seines TV-Produktes Bluewin, das ebenfalls auf der Microsoft-Plattform basiert, mehrfach verschieben.

Als Notlösung wird die Telekom nun zum Bundesligastart am 11. August voraussichtlich ein Interimsprodukt anbieten, über dass die Nutzer im VDSL-Ausbaugebiet die Fußballspiele anschauen können. Für T-Home gilt inzwischen der 15. Oktober als mögliches Datum für den Start der Vermarktung. Ursprünglich sollten erste Werbemaßnahmen bereits während der WM im Juni anlaufen, berichtet die FTD unter Berufung auf Insider. Spätestens ab Juli war der Einsatz von Postern und Werbespots geplant. (mb)