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25.01.2002 - 

Reaktion auf T-DSL-Preisdumping-Verfahren

Telekom erhöht die Grundgebühren drastisch

MÜNCHEN (CW) - Powersurfer, die mit T-DSL ins Internet gehen, müssen sich auf höhere Gebühren einstellen. Auf Druck der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation erhöht die Telekom die Preise für digitale ISDN-Anschlüsse um rund 30 Prozent. Während die IT-Industrie angesichts dieser drastischen Steigerungen bereits ein Ende des DSL-Booms befürchtet, gehen dem VATM, der Lobbyistenvereinigung der Telekom-Konkurrenten, die Steigerungen nicht weit genug.

Neukunden, die sich ab 25. Februar für einen T-DSL-Internet-Anschluss in Verbindung mit ISDN entscheiden, müssen tiefer in die Tasche greifen. Je nach gewählter ISDN-Variante kostet der schnelle Netzzugang künftig zwischen 9,99 und 12,99 Euro monatlich - Tarife, die ab 1. Mai auch für die rund 2,2 Millionen T-DSL-Bestandskunden gelten. Diese hatten bisher zwischen 7,62 und 10,18 Euro pro Monat berappt. Lediglich Anwender, die sich für T-DSL in Kombination mit einem analogen Telefonanschluss entscheiden, dürfen sich auf eine Preissenkung freuen: Statt bislang 20,40 Euro zahlen sie künftig nur 19,99 Euro. Teurer wird auch die einmalige Anschlussgebühr. Sie klettert zum 1. Juli von 51,57 Euro auf 74,95 Euro.

Mit den geplanten Preiserhöhungen hofft die Telekom, ein Ende des Preisdumping-Verfahrens der Reg TP zu erreichen. Nach Beschwerden der DSL-Wettbewerber prüft die Behörde nämlich, ob der Bonner Carrier seine DSL-Anschlüsse unter den eigenen Kosten vermarktet. Der Regulierer wertete die Preisvorschläge als Schritt in die richtige Richtung.

Den Telekom-Konkurrenten, die im VATM zusammengeschlossen sind, gehen die Erhöhungen nicht weit genug. Für den Verband sind selbst die neuen Gebühren noch Dumpingpreise. Geht es nach den Vorstellungen des VATM, so sollten die Preise für T-DSL in Kombination mit ISDN nochmals um rund sieben Euro steigen.

In der IT-Industrie rufen diese Vorstellungen Entsetzen hervor. Sie hatte dank dem deregulierten T-DSL-Endgerätemarkt gerade erst auf einen Nachfrage-Boom bei den Modems gehofft. Im Gegensatz zum VATM, der sich durch steigende Preise mehr Wettbewerb unter den DSL-Anbietern verspricht, befürchtet die Industrie, dass weitere Preiserhöhungen die hiesige Erfolgsgeschichte DSL gefährden - in nicht ganz zwei Jahren entwickelte sich Deutschland zum zweitgrößten DSL-Markt weltweit. Hinter vorgehaltener Hand kritisieren Hersteller den VATM als Zockerverein, dessen Mitglieder nicht investieren und nur mit Hilfe der Infrastruktur anderer den schnellen Euro verdienen wollten. Rückendeckung bekommen die verärgerten DSL-Hersteller, die bislang mit zwei Millionen DSL-Neukunden in den nächsten 15 bis 18 Monaten kalkulierten, von den Analysten. So rechnet etwa Sal. Oppenheim nach den durch den VATM verursachten Preiserhöhungen nur noch mit 600 000 Neukunden in den nächsten zwölf Monaten. (hi)