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22.12.2000 - 

Großhandelspauschale gilt nur im Ortsnetz

Telekom-Flatrate stößt bei Konkurrenz auf Ablehnung

BONN (CW) - Schneller als erwartet hat die Telekom ein Flatrate-Angebot für Großabnehmer wie Internet-Service-Provider (ISPs) geschnürt. Damit kam der Bonner Carrier einer Forderung der Regulierungsbehörde nach. Bei den Telekom-Konkurrenten stößt das Angebot jedoch auf wenig Gegenliebe.

Zum Preis von 4800 Mark pro Monat können ISPs von der Telekom 30 gleichzeitig nutzbare Leitungen auf der letzten Meile von der Vermittlungsstelle zum Kunden anmieten. Damit führte der Bonner Carrier die Großhandels-Flatrate schneller ein, als von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) gefordert. Sie hatte die Telekom Mitte November dazu verpflichtet, bis Februar 2001 ein entsprechendes Angebot für Großabnehmer einzuführen.

Bei der jetzt vorgestellten Pauschale orientierten sich die Bonner offensichtlich an Großbritannien. Dort hatte British Telecom (BT), ebenfalls auf Druck der Regulierungsbehörde, im Juni eine Großhandels-Flatrate eingeführt: Diese Pauschale deckt die Kosten für die Einwahl im Ortsnetz ab, also die Verbindung vom Hausanschluss des Kunden bis zur Ortsvermittlungsstelle. Nicht inbegriffen sind dagegen die Kosten für die Leitungen von der Ortsvermittlungsstelle zu einem der Interconnection-Punkte, an denen das BT-Netz mit der Infrastruktur der Wettbewerber zusammengeschaltet ist. Wie BT will auch die Telekom diese Weiterleitung nach wie vor minutenabhängig tarifieren. An diesem offenen Punkt entzündete sich dann auf der Insel ebenso wie hierzulande ein erneuter Streit.

Pauschale als Scheinangebot kritisiertSo kritisiert etwa der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), in dem die Telekom-Konkurrenten organisiert sind, die Pauschale als Scheinangebot. Laut VATM können die Wettbewerber die 1600 Telekom-Vermittlungsstellen nämlich nur dann erreichen, wenn sie teure Zuleitungen der Telekom anmieten oder selbst in den Netzausbau investieren. In das gleiche Horn stößt der Online-Provider AOL, der der Telekom vorwirft, auf halber Strecke zu einem echten Flatrate-Tarif stehen geblieben zu sein. Wie der VATM fordert auch AOL von der Telekom ein Flatrate-Modell für Großkunden, wie es mittlerweile in Großbritannien diskutiert wird. Dort hat die Regulierungsbehörde Oftel angeregt, eine Großhandelspauschale zu entwickeln, die nicht nur für das Ortsnetz gilt, sondern auch die Leitungen bis zu den Interconnection-Punkten einbezieht.

Wenn VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner mit Blick auf Großbritannien argumentiert, "um einen unnötigen und teuren Netzausbau zu vermeiden, hat dort der Regulierer Oftel im November Nachbesserungen angeordnet", so spricht er nur die halbe Wahrheit. Nur allzu gerne verschweigen die deutschen Telekom-Konkurrenten zwei andere Aspekte der Oftel-Überlegungen: Zum einen sollen bei der Einführung eines umfassenderen Pauschalangebots nach Auffassung der Oftel auch die BT-Konkurrenten den Ausbau des Telefonnetzes mitfinanzieren, zum anderen denkt die Behörde über Beschränkungen nach, um das Telefonnetz nicht zu überlasten.

Um das Netz nicht über Gebühr zu strapazieren, so die Telekom, müssten neue Multiplexer aufgestellt werden, die pro Stück einen fünfstelligen Betrag kosten.