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08.01.1999 - 

Telekom ist für Boston Group der Verlierer der Liberalisierung

Telekom ist für Boston Group der Verlierer der Liberalisierung Bundesbürger sparten 1998 beim Telefonieren fünf Milliarden Mark

MÜNCHEN (CW) - Von einem international beispiellosen Preisrutsch profitierten die deutschen Telefonkunden nach Angaben der Boston Consulting Group im ersten Jahr der TK-Liberalisierung. In keinem anderen Land seien die Preise für Ferngespräche so schnell gefallen. Im beginnenden zweiten Jahr des Wettbewerbs sind nach Ansicht der Consultants nun glaubwürdige Marken statt Preiskämpfe gefragt.

Die Bundesbürger können sich freuen - ein Jahr freier TK- Wettbewerb bescherte ihnen Ferngesprächspreise, die um 71 Prozent gesunken sind. Dabei sparten die deutschen Telefonierer nach einer Untersuchung der Boston Consulting Group, München, rund fünf Milliarden Mark. Ein Preisrutsch, so die Autoren der Studie "Telekommunikationswettbewerb in Deutschland. Start in die zweite Phase - Erfahrungen und Prognosen nach einem Jahr Liberalisierung im Festnetz", der im internationalen Vergleich nirgendwo anders zu finden sei.

Allerdings hat die Kostensenkung eine Kehrseite. Um die niedrigen Ferngesprächsgebühren zu finanzieren, erhöhten die Carrier in den ersten Monaten des Jahres nämlich die Gebühren vom Festnetz zu den Handies. Nach Berechnungen der Boston Group betrug in diesem umsatzträchtigen Segment die Preissteigerung während der Abendstunden bis zu 20 Prozent. Ferner erwarten die Auguren, daß im zweiten Jahr des Wettbewerbs gezielte Preisaktionen - wie jetzt zu Weihnachten - bewußt als Marketing-Instrument eingesetzt werden.

Letztlich, so Dirk Müller, Geschäftsführer der Boston Consulting Group in Deutschland, war der Preis das alleinige Merkmal, mit dem sich die über 40 neuen Anbieter im Markt positionierten. Nur über den Preis dürfte es aber in Zukunft schwieriger werden, weitere Marktanteile von der Telekom zu erobern. Für die Carrier komme es jetzt darauf an, Kunden mit einer glaubwürdigen Marke an sich zu binden.

Der Bonner Ex-Monopolist gehört für Müller im internationalen Vergleich zu den Verlierern schlechthin. Kein anderer Carrier habe nach der Liberalisierung seines Heimatmarktes innerhalb von einem Jahr ein Minus von 20 Prozent bei den Ferngesprächsminuten verbucht. Und dies, obwohl bisher vier von fünf Kunden keinen Grund sahen, sich aktiv über die Angebote der neuen TK- Gesellschaften zu informieren. Das Desinteresse erklärt sich laut Müller schnell, wenn man beachtet, daß Wenigtelefonierer nur noch durchschnittlich vier Mark pro Monat sparen können.

Für die Telekom, die durch die Bank bei den Bundesbürgern das positivste Image hat, gibt es dennoch keinen Grund aufzuatmen. Die Boston Group sieht für die Bonner ein "beträchtliches Gefährdungspotential" gegeben, wenn auch im Ortsnetzbereich ein Wechsel möglich ist. Mehr als die Hälfte aller Befragten will dann der Telekom den Rücken kehren.