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14.11.2006

Telekom - kein Lichtblick

Der Konzern hat den Abwärtstrend des Festnetzes nicht gestoppt.

Kai-Uwe Ricke, Chef der Deutschen Telekom, hat Anfang der Woche seinen Vorstandsposten an René Obermann abgeben müssen (siehe Bericht auf Seite 5). Angesichts der Personalie verblassten die Zahlen des Konzerns zum dritten Quartal, die einige Tage zuvor präsentiert worden waren, relativ schnell. Das muss den Carrier nicht grämen, denn Umsatz und Ergebnis waren bestenfalls als durchschnittlich zu bezeichnen. Einige Investmentbanken wie die UBS stimmten kritischere Töne an und reduzierten ihre Kaufempfehlungen. Von ihrem Ausgabekurs (28,50 Mark) vor ziemlich genau zehn Jahren ist die T-Aktie trotz einer Erholung immer noch ein gutes Stück entfernt.

Deutsche Telekom

Q3/05 Q3/06

Umsatz

• T-Com 6,47 6,20

• T-Mobile 7,65 8,17

• T-Systems 3,14 3,13

Gesamt* 15,10 15,50

Ergebnis 1,49 0,98

Angaben in Milliarden Euro

*inklusive Konzernzentrale und Shared Services, abzüglich Umsätze zwischen den Geschäftsfeldern

Rickes letztes Quartal war durch die anhaltende Abwanderung von Kunden aus dem Festnetz des Carriers geprägt, was den Manager letztlich den Job gekostet hat. Von Juli bis September verlor das Unternehmen erneut mehr als 500 000 Festnetzkunden an Mobilfunker, Kabelnetzbetreiber und klassische Konkurrenten. Durch das Handy-Geschäft in den USA wurde der Einbruch der Einnahmen im Heimatmarkt mehr als kompensiert, insgesamt stieg der Umsatz um drei Prozent gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Gewinne hingegen gingen auf breiter Front zurück.

Daher sah sich Ricke zur Ankündigung genötigt, den im September eingeschlagenen Weg "konsequent weiterzugehen". Dies bedeutet, stärker als bislang auf die Kostenbremse zu treten. Im kommenden Jahr sollen die Ausgaben um zwei Milliarden Euro gesenkt werden, 2010 müssen fünf Milliarden Euro weniger Kosten pro Jahr anfallen. Milliardenschwere Verkäufe von Vermögensteilen, die nicht näher benannt wurden, runden das Paket ab. Eine Umstellung der Netze auf IP gilt als finanzieller Befreiungsschlag, außerdem sprach sich Ricke erneut für "marktgerechte" Gehälter der Mitarbeiter aus.

Bleibt die Frage, welche Alternativen Obermann in den kommenden Wochen zu Rickes Streichliste aus dem Hut zaubern wird, um den Vertrauensvorschuss der Investoren zu rechtfertigen. Die Regel "Weniger ist mehr" gilt für das Sparprogramm sicher nicht - wahrscheinlich aber für die Zahl der Beschäftigten. (ajf)