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Telekom-Kläger verlangen Einsicht in Akten aus US-Vergleich

14.04.2008
FRANKFURT (Dow Jones)--Im Mammutprozess gegen die Deutsche Telekom AG hoffen die Aktionäre auf belastendes Material aus den USA. Die Klägerseite beantragte beim Oberlandesgericht Frankfurt, dass der Bonner Konzern alle Unterlagen aus dem US-Verfahren vorlegt, wie Rechtsanwalt Andreas Tilp am Montag erklärte.

FRANKFURT (Dow Jones)--Im Mammutprozess gegen die Deutsche Telekom AG hoffen die Aktionäre auf belastendes Material aus den USA. Die Klägerseite beantragte beim Oberlandesgericht Frankfurt, dass der Bonner Konzern alle Unterlagen aus dem US-Verfahren vorlegt, wie Rechtsanwalt Andreas Tilp am Montag erklärte.

"Die Telekom wurde ja bereits in den USA dazu verpflichtet, diese augenfällig höchst brisanten Unterlagen vorzulegen." Bisher habe die ebenfalls in dem Verfahren beklagte Bundesregierung die Herausgabe der Akten aber verhindert. Dabei soll es sich um E-Mails und Akten des damaligen Vorstandes handeln. Das Gericht entscheidet nun, ob der DAX-Konzern dem Antrag folgen und die Unterlagen herausgeben muss.

Der Bonner Konzern hatte sich 2005 mit den US-Klägern auf einen Vergleich geeinigt und 120 Mio USD gezahlt. Die Telekom betonte stets, dass der Vergleich kein Schuldeingeständnis gewesen sei, sondern lediglich die ungewisse Beurteilung durch eine Laienjury verhindern sollte.

Zudem verlangt die Kanzlei Tilp, die den Musterkläger im Telekom-Prozess vertritt, die Herausgabe eines unter Verschluss gehaltenen Gutachtens des Bundesrechnungshofes. Ihrer Ansicht nach enthält es schwere Vorwürfe gegen die Telekom. "Noch stellt der Telekom-Prozess einen ungleichen Kampf dar, da Telekom und Staat wichtige Dokumente unterdrücken", kritisierte Tilp.

Am Montag soll der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ron Sommer als Zeuge vor Gericht aussagen. Die Richter wollen wissen, ob die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream bereits absehbar war als der Prospekt zum dritten Börsengang im Jahr 2000 veröffentlicht wurde.

Die mehr als 16.000 Kleinaktionäre werfen der Telekom vor, ihnen den risikoreichen Kauf verschwiegen und ihre Immobilien zu hoch bewertet zu haben und verlangen Schadenersatz - insgesamt rund 80 Mio EUR. Der Vorsitzende Richter, Christian Dittrich, hatte am zweiten Vergandlungstag in der vergangenen Woche für viele überraschend die umstrittene Immobilienbewertung vorläufig für rechtmäßig befunden.

Die Telekom war am Montagmorgen für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Webseiten: http://www.tilp.de http://www.telekom.de -Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112, katharina.becker@dowjones.com DJG/kat/mim

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